Eine gute Serviceerfahrung mit der Deutschen Bahn.

Meine Mutter ist heute von Hamburg nach Karlsruhe im Intercity Erster Klasse gefahren und hat dafür bezahlt – 30 Euro. Wie das funktioniert?

Zuerst einmal wurde sie von meiner Schwester mit irgendeinem obskuren Sparticket versorgt, das 26 Euro plus 4 Euro Reservierungsgebühr kostete. Diese Reservierungsgebühr war dann das Ticket für die Erste Klasse, denn auf dem eigentlich reservierten Sitz residierte schon ab dem Hamburger Bahnhof nach Aussage meiner Mutter ein Mitreisender, um die 40 Jahre alt, der es doch tatsächlich fertigbrachte, nicht aufstehen zu wollen. Und das obwohl meine Mutter eine gültige Reservierung hatte und zudem meine Mutter mit ihren 65 Jahren einen deutlich größeren Respekt verdient hätte. Der normale Mensch steht selbst dann auf, wenn ein 65 Jahre alter Mensch gern sitzen wollte und keine Reservierung vorzeigen kann.

Der Zugbegleiter kümmerte sich dann auch sogleich um die Geschichte und hatte anstatt einer möglicherweise lautstärkeren Diskussion mit dem renitenten Mitreisenden eine bessere Idee. Er raunte nämlich meiner Mutter zu, dass sie doch bitte einfach mitkommen solle, denn dann sitze sie jetzt eben bis nach Karlsruhe in der Ersten Klasse. Das Gesicht des Mitreisenden muss wohl danach ziemlich doof ausgesehen haben.

Der Zugbegleiter hatte dann auch noch etwas vor. Er hatte nämlich in der Ersten Klasse zwei Kinder sitzen, die ohne Begleitung bis nach Gießen fahren sollten. Er bat meine Mutter, ein Auge auf die Kids zu werfen, die dann in Gießen von Bahnangestellten abgeholt werden sollten. Ein Job, den meine Mutter herzlich gern übernahm.

So geht das mit dem Service und der angewandten Diplomatie. Eine ganze Handvoll Fliegen mit einer Klatsche geschlagen.

Ein Gedanke zu „Eine gute Serviceerfahrung mit der Deutschen Bahn.

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