Im Kino: Star Trek „Into Darkness“.

Witzigerweise fast genau vier Jahre, nachdem ich den vorherigen Film der neuen Generation von Star Trek im Kino anschaute, war der nächste Part fällig. Vier Jahre ist auch in der Star-Trek-Welt eine sehr lange Zeit, vor allem wenn in dieser Zeit keine aktuelle Fernsehserie läuft und auch nichts am Entwicklerhorizont zu sehen ist. In dieser Zeit gab es zwar die Veröffentlichung von „Star Trek Online“, des MMORPG des Franchises, allerdings bleibt diese Art des Entertainments, also das Erzählens und Spielens von Star Trek in einer Online-Umgebung, weiterhin unter seinen Erwartungen und zwar deutlich.

Wie auch immer: J.J. Abrams, dessen Lensflare-Effekte ich immer noch fürchte, hat sich zumindest schon mal so weit zusammengerissen, dass es kaum noch Lensflare-Effekte in „Into Darkness“ gibt. Und wie soll man es anders sagen: „Into Darkness“ ist noch größer, noch fulminanter, noch farbiger geworden. Auch wenn die Darsteller, allen voran Chris Pine als Captain Kirk und Zachary Quinto als Commander Spock, mit Star Trek sicherlich gewaltig weniger zu tun haben, als Schauspieler der Fernsehserien mit ihren zig Staffeln, merkt man ihnen die Routine in ihrem zweiten Star-Trek-Film an. Kirk ist immer noch ein Chaot und Draufgänger (und muss es auch für immer und ewig sein), aber deutlich weniger zappelig und Spock dafür noch eine Portion ruhiger und würdevoller.

Das Drumherum glänzt wiederum mit Farben und Effekten. Das beginnt schon am Anfang mit Scharmützeln auf einem bunten Planeten namens Nibiru, auf dem Kirk und Spock buchstäblich die Welt retten, unter Mißachtung der unglaublich fundamentalen Direktiven der Sternenflottendirektiven (nicht fragen, einfach danach suchen). Das führt natürlich bei der Sternenflotte zu Scharmützeln. Spock, der als Vulkanier ja nicht lügen kann, schreibt seinen Bericht wahrheitsgemäß, so dass er als Commander zu einem anderen Schiff versetzt wird und Kirk ebenfalls wieder „Commander-Luft“ atmen muss.

Das ändert sich, als er aufgrund eines Terroranschlages auf eine Sternenflotteneinrichtung zu einer Sitzung einberufen wird, auf der auch noch ein Attentat begangen wird und bei dem ein Protagonist getötet wird. Und dann nimmt die bei solchen Frechheiten unvermeidliche Antwort der Sternenflotte ihren Lauf.

In einem ziemlich rasanten Tempo wird da eine Geschichte erzählt, die in Wahrheit aus vielen einzelnen besteht und aus der man früher sicherlich gleich mehrere Spielfilme zusammenbasteln könnte. Dieses Rastlose, das einerseits natürlich schön spannend und unterhaltsam ist, andererseits immer eine Menge Kritik auslöst, weil die „Ruhephasen“ früherer Filme die Stellen waren, wo es moralisch etwas zu lernen gab, ist eine Gewöhnungssache. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass Abrams sich nach wie vor nicht traut, auch mal eine Geschichte in Ruhe zu erzählen, andererseits sind für echte Trekkies schon wunderschön am Computer gemalte Warp-Partikelausstöße pure Unterhaltung. Dennoch: Continuity ist etwas, was J.J. Abrams als Makel versteht und so sehen die Sprünge von Story zu Story dann manchmal auch aus. Nicht nur einmal im Film wünscht man sich, dass man bei einer Story doch bitte mal etwas länger bleibt, beispielsweise schon auf dem Planeten Nibiru mit seinen bunten Farben und irgendwie lustig aussehenden Figuren.

Wer Tiefgang erwartet, ist hier im falschen Kinosaal. Tiefgang gibt es in den Fernsehserien, niemals in den Kinofilmen und da ist es wirklich egal, von welcher Generation Star Trek wir reden. Kirk und Spock waren auch in den früheren Spielfilmen immer etwas mopsiger, lauter und peinlicher und aus dem Blickwinkel heraus sind die jetzigen Kollegen Kirk und Spock und der Rest der Truppe in genau der richtigen Aussteuerung für Star-Trek-Kinofilme. Dass sie für eine Fernsehserie mitunter vielleicht nicht taugen, weil sie zu poliert daherkommen und die echten Lösungen offensichtlich nur darin bestehen, die Feinde umzubringen und zum Abschluß auch noch schnell das eigene Schiff komplett in Schutt und Asche zu legen, ist ein Makel. Den allerdings auch nur noch die alten Trekkies erkennen können. Echte „Entertainment-Diplomatie“ ist leider offenbar out. Ich finde das nicht so toll, aber halftern wir das mal unter „Zeitgeist“ ab. Und in Wirklichkeit waren gerade die Star-Trek-Spielfilme erheblich stärker am jeweils geltenten Zeitgeist der Produktionszeit dran, als man erwartet (und mitunter befürchtet) hatte.

Aber Schluß mit dem Geheule! Star Trek „Into Darkness“ ist ein unterhaltsamer, sehenswerter Film, fest verwurzelbar im Star-Trek-Universum mit viel Story/Stories. Eine Empfehlung für ein Seriendasein gibt diese Star-Trek-Generation immer noch nicht aber ich bin spätestens nach diesem Film überzeugt davon, dass das auch ganz gut so ist.

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