Musik und Android.

Seit einigen Wochen ist ja nur noch mein Samsung Galaxy S2 als Haupttelefon am Start. Das iPhone 4S fristet seitdem das Dasein als Backup-Telefon für den Fall, wenn ich am S2 wieder etwas mit CyanogenMod herumspiele und nebenbei erreichbar sein mag. Grundsätzlich aber läuft CyanogenMod 10 mit Android 4.1.2 als Unterbau erstaunlich zuverlässig, obwohl CM 10 eigentlich noch im Alphastadium ist (und ich eine Installation ausdrücklich nicht empfehle).

Aber zum Thema Musik auf dem Smartphone: Einer der großen Pro’s für das iPhone war bisher die Musikabspielfähigkeit. iTunes unter Windows ist zwar ein Krampf und die iPod-App unter iOS bei weitem unter seinen Bedienmöglichkeiten (schon mal jemand probiert, in einer Wiedergabeliste ein bestimmtes Lied anzusteuern?), allerdings funktioniert das Synchronisieren zwischen iTunes und iOS idiotensicher.

Ausgangszustand bei mir.

Ich habe inzwischen 51 GB Musik auf etwas über 7.000 Audiodateien. Und ich bin kein Fan von Musik in der Cloud, weil ich Musik auch im Wald höre und mit meiner Datenflatrate von O2 eigentlich besseres zu tun habe, als die Bandbreite für das Herumblasen von Musik zu verschwenden. Zudem habe ich keine Lust, meine Musik in einer proprietären Cloud eines Anbieters verschwinden zu lassen und ein für allemal von dessen Spielregeln abhängig zu sein. Meine Musik ist meine Musik.

Beim iPhone tut es (gerade noch so) die 64-GB-Version des iPhones, um hier meine gesamte Medienbibliothek zu versammeln. Das ist dann ziemlich lässig, wenn man wirklich überall seinen gesamten Musikbestand parat hat. Muss ich niemandem erzählen. Vielleicht nur noch den Herstellern von Android-Gerätschaften, denn hier sind selbst Android-Smartphones mit 32 GB Speicherplatz eher Raritäten. Mit 16 GB geht allerdings wirklich gar nichts mehr bei mir.

Mein Samsung Galaxy S2 hat zwar auch nur 16 GB Speicher onboard, allerdings einen großen Luxus: Einen MicroSD-Kartensteckplatz. Das war das Kaufargument Nr. 1. Denn zusammen mit diesem kleinen Winzling hier, ist mein Smartphone mit nun schlappen 80 GB Speicherplatz der Chef im Wald:

SanDisk Ultra 64GB MicroSD XC

Habe ich übrigens einmal erwähnt, dass mich so ein Stück Kunststoff wirklich schwer begeistern kann? 7.000 Musikstücke, gut 420 Alben – alles in diesem Plättchen drin. Allein der Musikimport auf das Kärtchen hat gut zwei Stunden gedauert.

Musikplayer unter Android.

Die iPod-App ist schon käsig zu bedienen – unter Android sieht es glatt noch dunkler aus. Android selbst hat keinen eigenen Musikplayer, so dass die Hersteller von Android-Geräten ihre eigenen Player mitbringen. Die sind an Abspielkomfort mindestens genauso langweilig zu bedienen, wie die iPod-App unter iOS.

Eine Alternative ist der Musikplayer Apollo aus dem CyanogenMod-Projekt, der seit neuestem auch über den Google-Play-Store bezogen werden kann und hochgelobt wird. Allerdings nicht von mir, weil mir Apollo nicht behagt. Mit einer Medienbibliothek in den Dimensionen, wie ich sie herumzutragen pflege, ist Apollo sichtlich beschäftigt. Die Albenauswahl ist eine Blätterorgie und zu alldem kommt noch, dass die Albumbilder, mit denen ich weitgehend alle Musikstücke verziert habe, nur sehr unzuverlässig geladen werden und mitunter auch wild durcheinandergewürfelt angezeigt werden. Solche Schlampereien kann ich gar nicht haben.

Ein alter Bekannter: Winamp.

Wenn mir einer vor über zehn Jahren gesagt hätte, dass ich irgendwann einmal wieder Winamp nutzen würde, hätte ich ihn ausgelacht. Winamp war so ein Biest von Player. Für mich als (damaliger) MP3-Verlegenheitsnutzer völlig überladen, mit einem völlig verquakten Bedienoberfläche und einer Musiksortierung die allenfalls für 700 Audiofiles taugte, sicherlich aber nicht für 7.000. Winamp war direkt aus der Hölle und als das Windows-Media-Player-Zeitalter kam war ich froh, Winamp los zu sein.

Für Android gibt es ebenfalls Winamp, das mit der Windows-Version vermutlich kaum etwas zu tun hat, außer ein paar Reminiszenzen auf die einfach grässliche Grafik. Der pixelige Winamp-Blitz ist jedenfalls geblieben – ansonsten ist Winamp auf Android erstaunlich gut. Nach dem Start findet man sich in der zentralen Auswahl, in der der Benutzer nach Interpret, Titel oder Album suchen kann. Die Suche ist blitzschnell, Musik wird in Echtzeit angezeigt und abgespielt.

Dass für all das noch nicht mal Geld fällig ist, sondern Winamp unter Android per In-App-Kauf um einige Funktionen zusätzlich ergänzt werden kann, macht es noch sympathischer. Die knapp 4 Euro für die Pro-Version sind es zumindest wert.

3 Gedanken zu „Musik und Android.

  1. Es soll sogar möglich sein, den Android-Winamp mit dem Windows-Winamp per WLan zu synchronisieren. Ich nutze Beide schon lange (auch den aufm Smartphone 1 1/2 Jahre schon) aber das hat noch nie geklappt, lag aber am Windows-Winamp, der sich dabei immer erhängt hat.

  2. Hast du auch mal einen Blick auf Poweramp geworfen? Hat mir auf meinem Android-Smartphone unter allen getesteten Playern die wenigsten Schmerzen verursacht.

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