Obama 2012 – Wohlfühlen auf Pinterest und Tumblr.

Neben den hauptsächlichen Online-Schlachtfeldern Blog, Twitter und Facebook und den „Inhalts-Stützpunkten“ YouTube und flickr geht es bei anderen Web-2.0-Diensten eher um den Wohlfühlfaktor, also mehr oder weniger um Unterhaltung. Zu diesen Unterhaltungszonen gehört Instagram, hier hatte ich es zu Obamas Instagram-Kanal schon vor einigen Wochen. Es gibt aber noch zwei weitere, die gar nicht so schlecht eingesetzt werden und die Möglichkeiten der jeweiligen Dienste sehr anschaulich ausschöpfen.

Obama 2012 auf Pinterest – Schauen und staunen.

Pinterest ist, vom Prinzip her, eine Art Online-Pinnwandverwaltung für Bilder, ähnlich wie Bookmark-Verwaltungen für eben Bookmarks. Während es aber bei Bookmark-Verwaltungen immerhin um die Organisation von Bookmarks geht und die Veröffentlichung der eigenen Sammlung auch zu einem Wissenstransfer beiträgt, ist es bei Pinterest nicht ganz so logisch.

Tatsächlich ist Pinterest extrem einfach gestrickt. Ein Benutzer verwaltet selbst definierbare Pinnwände und fügt diesen dann Bilder hinzu, auf die er im Web stößt. Diese erscheinen dann auf der Pinnwand, wenn andere Benutzer diese Pinnwand besuchen. Auf die rechtliche Thematik will ich hier gar nicht verweisen, auf den Ansatz der Wissensvermittlung auch nicht. Pinterest ist Unterhaltung auf recht einfach gestricktem Niveau, erlebt zur Zeit einen recht starken Hype und taugt eigentlich zu nichts anderem.

In der Obama-Kampagne wird der Pinterest-Hype voll ausgespielt:

Grob einteilen lässt sich die Bilderschar auf den Obamaschen Pinterest-Pinnwänden in vier Kategorien:

  1. Eigene Kampagnenbilder aus dem Wahlkampf
  2. Fotos aus den einzelnen Teams im Land
  3. Sammlungen von Infografiken
  4. Sammlungen von „Fanfotos“ und „Fanbildern“

Prinzipiell ließen sich alle diese Inhalte auch auf dem Wahlkampfblog pinnen, Pinterest ist da jedoch eben die „hippere“ Plattform. Und ein großes Plus ist auch hier die direkte Kommentierbarkeit von Pins.

Obama 2012 auf Tumblr – Come fly with me.

Der Titel eines Klassikers von Frank Sinatra ist für die Präsenz von Barack Obama auf Tumblr (und für Tumblr generell) eine feste Ansage. Denn hier geht es nicht um Vermittlung von knallharter Information, sondern auch um den Wohlfühlfaktor, ähnlich wie bei Obamas Instagr.am-Feed. Nur noch eine Stufe mehr.

Tumblr gehört, so wie ehemals auch Posterous, zu den Web-2.0-Diensten, die eine Grätsche zwischen Microblogging-Plattformen wie Twitter und echtem Bloggen machen. Eigentlich wird auch Tumblr zu Microblogging-Plattformen gezählt, ich präferiere aber da eher „Miniblogging“. Ich nenne es ketzerisch gern auch „Bloggen für Faule“, auch wenn das natürlich etwas zu grobgeschnitten ist.

Dennoch ist die Medienform des Minibloggens eine durchaus eigene Disziplin. Während Microblogging wie Twitter sehr enge Regeln hat – nämlich 140 Zeichen und kein einziges mehr – ist Miniblogging in der Zeichenzahl technisch unbegrenzt; der Schreiber entscheidet, wie viel oder wenig er veröffentlicht. Zudem leben Miniblogging-Plattformen auch davon, dass das Veröffentlichen von Text und medialen Inhalten extrem einfach ist und so gar nichts mit der mitunter komplexen Verwaltung von großen Medienbibliotheken in „großen“ Blog-Systemen zu tun hat.

Tumblr und Minibloggen allgemein läuft subtiler ab und kann, wenn es wirklich sehr „wortlos“ gemacht wird, ein „großes“ Wahlkampfblog ergänzen und eine Art „Spaßbereich“ bilden. Und exakt nicht mehr. Jeder Versuch, hier argumentative Inhalte zu präsentieren, werden verpuffen und den Charme der Tumblr-Site zerstören.

Interessant auf der Tumblr-Site ist, dass das Obama-Team hier explizit aufruft, eigene Inhalte und Bilder zu übersenden, damit sie hier veröffentlicht werden können. Das führt zu zu einem bunten Sammelsurium aus Fotos, Zeichnungen, Animationen mit Fotoabfolgen im Comic-Stil, nicht ganz ernstgemeinten Infografiken und so weiter. Ziemlich gut gemachte und flott wirkende Kommunikation, die so wirkt, als ob sie wirklich hinter den Kulissen entsteht. Eine Tumblr-Site in so einem Stil kann ich mir durchaus für alle Arten von Wahlkämpfen vorstellen, denn an Geschichten hinter den Kulissen fehlt es dort nie.


Alle Teile meines Dossiers zu Obama 2012 unter dem Stichwort „Obama 2012“.

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