Post vom Pentagon.

Als jemand, der schon sehr lange seine E-Mail-Adresse besitzt – nun immerhin 15 Jahre – habe ich schon immer mit viel Spam zu kämpfen gehabt. In der Zwischenzeit übernimmt das der Mailfilter meines Providers und das macht er erstaunlich gut und zuverlässig, obwohl ich mitunter auch recht exotischen Spam bekomme, beispielsweise seit Jahren aus Brasilien.

Seit einigen Wochen habe ich auch wieder einmal den Hauptpreis in der Spam-Szene gewonnen: Ein Spammer verwendet für seinen Müll meine E-Mail-Adresse als Absender. Das machen diese hosenscheißenden Kastraten ja grundsätzlich immer, um nicht selbst von den Rückläufern und Unzustellbarkeitsnachrichten beworfen zu werden und genau diese Unzustellbarkeitsnachrichten sind das eigentliche Übel der E-Mail-Welt.

Eigentlich waren und sind Unzustellbarkeitsnachrichten gut, denn sie weisen den Absender darauf hin, dass er beispielsweise eine E-Mail-Adresse angegeben hat, die auf dem Zielserver beispielsweise nicht vorhanden sind. Das ist im Zeitalter der Freemailer zwar nicht mehr sonderlich informativ, weil es zehntausende von Herr Müller geben wird, die ähnlichlautende E-Mail-Adressen haben, aber immerhin. Man hat es ja einst gut gemeint.

Wer es immer wieder nicht gut meint, sind Administratoren von Mailservern, die nicht begriffen haben, dass man zwar gern Unzustellbarkeitsnachrichten versenden darf, aber bitteschön keinesfalls und niemals auf offensichtlichen und höchstwahrscheinlich auch erkannten Spam. Denn die Absenderangaben bei Spam stimmen meist eh nicht und wenn dem angegebenen Absender dann tausendfach Unzustellbarkeitsnachrichten aus aller Welt erreichen, dann nervt das.

Das haben in der Zwischenzeit auch überwältigend viele Administratoren begriffen. Allerdings noch nicht alle. Dazu gehören offensichtlich auch die Administratoren des Pentagon, dem US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Von deren Mailserver habe ich nämlich heute eine Unzustellbarkeitsnachricht erhalten:

Das wirklich spannende an dieser Unzustellbarkeitsnachricht ist, dass nicht nur die Mailadministratoren für den obigen Konfigurationsfehler getrost als Vollidioten bezeichnet werden dürfen, sondern auch der Empfänger der Spam-Nachricht. Denn dieser hat die Spam nicht auf seine dienstliche Adresse bekommen, sondern auf seine Hotmail-Mailadresse namens „hot4umarriedlatino@hotmail.com“.

So, und wie kommt nun der Pentagon-Mailserver ins Spiel? Offensichtlich dadurch, dass der durchgeknallte Mitarbeiter so furchtbar intelligent ist, seine Hotmail-Post auf seine dienstliche Mailadresse weiterzuleiten, die wiederum aus welchen Gründen auch immer die Spam-Nachricht nicht annehmen mag und das natürlich dann dem Absender der Spam-Nachricht mitteilen muss. Also mir.

4 Gedanken zu „Post vom Pentagon.

    1. GMX? Du meinst Hotmail in diesem Fall. 🙂
      Passiert sein kann das, wenn der Besitzer der Hotmail-Adresse auf Seiten seines Hotmail-Kontos eine Weiterleitung oder eine Regel laufen hat, die entweder alles, was dort aufläuft, zu seiner dienstlichen Mailadresse weiterleitet oder nur Teile davon.

  1. Ähm, natürlich meinte ich hotmail. 🙂
    Bei einer Weiterleitung wird aber doch der Empfänger verändert, weswegen die Mail an einen anderen Mailserver geschickt wird, der für die Weiterleitungsadresse zuständig ist. Der Mailserver gibt aber einen 550er für die hotmail-Adresse zurück und nicht für eine Adresse beim Pentagon. Oder seh ich da den Wald vor lauter Bäumen nicht?

    1. Das ist so eine Preisfrage. Ich kann mir den Weg nicht anders erklären, denn adressiert ist die Spam tatsächlich an die Hotmail-Adresse. Wenn die Fehlermeldung aber vom Pentagon-Mailserver kommt (und das kommt sie laut Header auch tatsächlich, zumindest von einer entsprechenden IP-Adresse), dann muss diese Hotmail-Mail irgendwie den Weg dorthin gefunden haben.

      Denkbar wäre auch, dass der Benutzer seine Hotmail-Mail über einen Mailclient im Pentagon abruft. Halte ich im Anbetracht eines mysteriösen Bumsladens auch nicht für abwegig, wenn auch mindestens genauso haarsträubend. 🙂

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