Die ausgebaute Festplatte des Stefan M.

Dass Stefan Mappus eine Kategorie von Politiker ist, die ich besonders abstoßend finde, ist ja nun nicht wirklich etwas neues. Politiker mit einem übertrieben aufgeblähtem Ego, einem unglaublichen Selbstverständnis an Macht und keinerlei Skrupel beim Ausschalten von innerparteilichen und politischen Gegner – das sind Leute, die dummerweise nicht nur nach oben streben und dort auch ankommen, sondern auch noch ziemlich erfolgreich darin, dem Volk Sand in die Augen zu streuen.

Die ganze EnBW-Affäre der letzten Monate hat mich daher kaum gewundert. Dass sich Stefan Mappus an nichts hält, den baden-württembergischen Landtag bei einer so derart wichtigen Entscheidung krass übergeht und mehr als offensichtlich von so genannten Freunden gesteuert wurde, die ein Bundesland zunächst mal als eine Art Sparkasse verstehen, das ist alles geschenkt. Das gehört so für Politiker in der Preisklasse und das ist auch tatsächlich der Preis, den wir zu bezahlen haben dafür, dass wir solchen Politikern Macht in die Hand geben.

Dass sich aber Politiker auch um nichts scheren als ihren eigenen Hintern, das ist bei einigen Berufsträgern dieser Klasse einfach nur ein Skandal, der überhaupt keinen Bezug mehr in die reale Welt hat. Der Verdacht, dass Stefan Mappus nach seiner Abwahl die Festplatte seines dienstlichen Arbeitsplatzrechners ausbauen und vernichten durfte, ist so ein Ding. Jeder Unternehmer ist verpflichtet, jeden auch noch so unwichtigen Fitzel Information, der geschäftlich relevant sein könnte, für mindestens zehn Jahre zu archivieren, selbstverständlich auf eigene Kosten und natürlich auch mit einer entsprechenden Sicherheit, dass diese Informationen weder in falsche Hände geraten, noch vorab vernichtet werden.

Für Politiker scheint das nicht zu gelten. Nicht nur der Umstand, dass problemlos argumentiert wird, dass auf der betreffenden Festplatte des dienstlichen (!) Rechners private Daten und Daten im Rahmen der Arbeit mit der CDU lagen – machen Sie mal Ihre privaten Dinge auf Ihrem Geschäftsrechner – nein, sondern man besitzt auch noch die Chuzpe, nach der Abwahl diese Festplatte ausbauen und vernichten zu lassen und offensichtlich scheinen wir das als Gesellschaft als Recht auch den Politikern, die eigentlich uns, der Gesellschaft, Rechenschaft ablegen sollen, auch zu gestatten.

Pardon… wir sind keine lupenreine Bananenrepublik? Beweise mir einer bitte das Gegenteil.

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