Tischgebläse.

Kann man in so einem informationsschweren Weblog wie diesem eigentlich über so profane Dinge wie einen Tischventilator schreiben? Nein, sicherlich nicht und darum tun wir das hiermit auch. Sagen Sie hier mal brav „Guten Tag“ zu meinem Tischventilator, Marke Helios, Modell PT 16, Baujahr 1974, im Jahre 1989 aus dem Sperrmüll gerettet und seitdem an warmen Sommermonaten im Einsatz:

Das schicke Gerät bringt alles das mit, was in den 1970er Jahren angesagt war. Extrem spartanische Ausstattung, nämlich einfach gar nichts, außer Propeller, Kabel und Steckdose. Kein Schalter, kein Tasten für verschiedene Drehzahlen, keine Schwenkautomatik, kein Schutzgitter. Stattdessen gibt es einfach nur einen Plastikpropeller, in den man mit nur wenig Mut auch schon mal reinfassen kann, eine unbestechliche Laufleistung von nun eben 37 Jahren und ein Plaste-Aussehen, wie es eben einmal schick war. Mit dem Retro-Design und den scheußlichen Brauntönen erzeugt man bei echten Kennern des Sixties Design feuchte Augen. Passt wunderbar zu Zimmern mit gelbbraunen Wellentapeten, Flokati-Teppichen, orangefarbenen Kugelleuchten und weißen Klarlackmöbeln. Oder auch auf ein Terminal einer PDP-11.

Was der Tischventilator wirklich allen seinen modernen Freunden voraus hat, sind zwei Dinge. Er ist extrem pflegeleicht und muss nur alle paar Jahre auseinandergeschraubt werden, um die Lager für den Läufer des Elektromotors einzufetten, damit das Ding nicht anfängt zu quietschen. Und zum anderen ist er mit seinem Verbrauch von 24 Watt pro Stunde tatsächlich ein noch richtig sparsamer Tischventilator. Unter 50 Watt/Stunde bekommt man heute kaum noch etwas.

5 Gedanken zu „Tischgebläse.

    1. Warum sollte es das nicht geben? „W/h“ ist ja keine direkte Einheit, sondern stellt einen bestimmten Wert im Verhältnis zu einer anderen Einheit. „Watt pro Stunde“ ist allerdings tatsächlich nicht so eine definierte Einheit wie die „Kilowattstunde“, aber aus diesem Grund habe ich ja auch „Watt pro Stunde“ geschrieben und nicht „Wattstunde“.

  1. Einen deinem Modell sehr ähnlichen Ventilator habe ich auch! Dieser gelang in meinen Besitz, als eine Kollegin unser Büro verlies und ihn einfach hat stehen lassen. Also gewährte ich ihm Asyl. Besonders in heißen Sommermonaten hat er mir im Büro gute Dienste geleistet: Meistens aber unter dem Tisch, um meine Beine zu kühlen.
    Inzwischen ist er in den Laden umgezogen. Mein Mann sah ihn eigentlich als Quatsch an und total unnötig, denn wir haben ja einen großen Deckenventilator. Aber wenn viele Leute da sind, quirlt dieser nicht bis hinter die Theke. Und der Kleine macht seinen Dienst heimlich still und leise und sorgt für frische, rauchfreie Luft am Arbeitsplatz.
    Die verbrauchte Strommenge habe ich noch nicht gecheckt, aber er ist sehr still und hat nur vier Rotorblätter. Und ist aus dem Hause „Heller“, wenn einem das was sagt.

    1. Ich muss zugeben, ich wollte ihn kürzlich wegwerfen, weil er so vor sich hinquietschte, habe es dann aber nicht übers Herz gebracht. Also aufgeschraubt, die Lager gefettet, zusammengeschraubt und nun dreht er wieder. Er darf demnach weiter bleiben. 🙂

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