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Steuern versus Almosen.

30. August 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in FinanzWelt

Dass sich auch in Deutschland früher oder später eine Gruppe von Superreichen über die funktionslose Steuerpolitik für ihre Kaste beschwert und den Staat sogar darum bittet, sie endlich vernünftig und höher zu besteuern, war absehbar. Der Hintergedanke ist mehrschichtig, aber sicherlich weiß auch jeder Superreiche, dass sich Straßen und Schulen nicht von allein bauen und dass eine immer stärker hervortretende Steuerungerechtigkeit in einer offenen Gesellschaft vor allem die Superreichen bedroht.

Dass sich die FDP, die inzwischen weitgehend belanglose Partei der ahnungslosen, uncharismatischen Jungpolitiker und der Wirtschaftsanbiederer, hier auf die Position stellt, dass die Steuergesetzgebung für Superreiche in Ordnung sei und die ja, wenn sie Bedarf nach stärkerer gesellschaftlicher Mitfinanzierung hätten, einfach  Geld an die Staatskasse überweisen können, war durchschaubar und ist vor allem eines: Erschreckend, entlarvend, undemokratisch, menschenverachtend und abscheulich.

Nee, FDP, Almosen sind und dürfen in einem demokratischen Staat kein Ersatz für Steuern sein, niemals. Nur mit Steuern kann sichergestellt werden, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten das zur Staatsfinanzierung beiträgt, was von der Gesellschaft festgelegt wird. Nur mit Steuern ist sichergestellt, dass sich jeder weitgehend darauf verlassen kann, dass auch der Herr Nachbar genauso behandelt wird. Und nur mit Steuern ist sichergestellt, dass Bedürftige, die Hilfsgelder vom Staat erhalten, dies auch auf eine würdige und vor allem weitgehend neutrale und transparente Weise erhalten und nicht von Almosen und deren Gebern abhängig sind.

Wenn man sich anschauen möchte, wie Almosen eben nicht zur Verbesserung von Lebensumständen dienen, muss man in die klassische Hungerhilfe schauen, die vor allem dadurch geprägt ist, in Nothilfemaßnahmen Nahrungsmittel von einem Punkt der Erde in einen anderen zu schaffen. Davon werden Mägen satt, aber keine Existenzen gegründet. Und vor allem auch niemand vor Ort davon bestärkt, sich mit einer vernünftigen Entwicklungshilfe selbst auf die Beine zu helfen. Wer Entwicklungshilfe kürzt, Almosen stärkt und sich im Selbstverständnis immer noch solidarisch und barmherzig sieht, missbraucht die Begrifflichkeiten Solidarität und Barmherzigkeit gewaltig. Das ist aber tatsächlich der Neoliberalismus in seiner reinsten Form.

Ein anderes Beispiel ist da noch viel anschaulicher: Die Weltreligionen, und zwar allesamt. Almosen dienen dort nur auf den ersten Blick als Hilfen für Bedürftige, denn auf dem zweiten Blick sind sie nichts anderes wie Instrumente zur Sühne, gesteuert von Religionsführern. Und denen geht es selten darum, dass die Gesellschaft in Erfüllung lebt, sondern dass vor allem der Religionsapparat am Laufen bleibt.

Deshalb: Ein gerechter Staat kann nur mit einem Steuersystem funktionieren, das grundsätzlich jeder beschickt, der Geld verdient und ausgibt. Almosen sind Luxus und dürfen auch nur Luxus sein.

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In der Torrent-Kneipe, ganz hinten links.

30. August 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Netzleben

Ich bin keiner, der den halben Tag im Torrent-Space verbringt und sich einen Großteil seines virtuellen Vermögens dort zusammenklaubt. Ich kaufe meine Musik, meine Bücher und das bisschen, was ich an Filmen auf DVD habe, gänzlich und ehrlich ein. Zwar mitunter auf dem Gebrauchtmarkt, aber eben gekauft. Ich wüsste sicherlich, wo man sich das alles zusammenklaut, aber es ergibt sich keine Notwendigkeit dafür, weil ich eher “Altes” höre und schaue und es dafür einen genügend großen Markt gibt.

Mit sehr wenigen Ausnahmen. Eine Sammlung von alten Science-Fiction-Hörspielen, die einst im öffentlich-rechtlichen Radio liefen, ist so eine Ausnahme. Davon habe ich als Kind einst sehr viele gehört und auch einige auf Cassette aufgenommen, leider gibt es diese Cassetten alle nicht mehr. Aber es gibt ein 20 Gigabyte schweres Torrent mit einer riesigen Sammlung solcher Hörspiele. Hätte ich gern und ist in meinem Torrent-Client auch an oberster Stelle. Seit inzwischen 6 Monaten. Von den insgesamt 10.390 Übertragungspaketen zu je 2 Megabyte hat mein Torrent-Client in diesen 6 Monaten immerhin schon 18 Stück gefunden und heruntergeladen. Fehlen also noch 10.372 Stück. Bei der Download-Rate wäre der Torrent etwa im Jahre 2299 fertig.

Wenn mein Torrent-Client dann mal wieder ein Paket findet und heruntergeladen hat, geht etwas ganz erstaunliches los. Es melden sich dann nämlich ein paar Minuten später immer die vermutlich gleichen Peers, um sehnsüchtig dieses Paket mit mir zu teilen. Ein Peer aus der Schweiz, einer aus Österreich, einer in den USA und einer aus Deutschland. Wir Fünf sind augenscheinlich die einzigen im riesigen Torrent-Space, die auf diese Datei warten und den Glauben noch nicht gänzlich verloren haben, sie irgendwann noch vor 2299 zusammenzubekommen.

Das sind dann genau die Typen, die in eurer Stammkneipe ganz hinten links sitzen und jeden Tag da sind, zwei bis vier Pils trinken, wenig sagen und irgendwann wieder gehen.

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Tischgebläse.

26. August 2011 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Kann man in so einem informationsschweren Weblog wie diesem eigentlich über so profane Dinge wie einen Tischventilator schreiben? Nein, sicherlich nicht und darum tun wir das hiermit auch. Sagen Sie hier mal brav “Guten Tag” zu meinem Tischventilator, Marke Helios, Modell PT 16, Baujahr 1974, im Jahre 1989 aus dem Sperrmüll gerettet und seitdem an warmen Sommermonaten im Einsatz:

Das schicke Gerät bringt alles das mit, was in den 1970er Jahren angesagt war. Extrem spartanische Ausstattung, nämlich einfach gar nichts, außer Propeller, Kabel und Steckdose. Kein Schalter, kein Tasten für verschiedene Drehzahlen, keine Schwenkautomatik, kein Schutzgitter. Stattdessen gibt es einfach nur einen Plastikpropeller, in den man mit nur wenig Mut auch schon mal reinfassen kann, eine unbestechliche Laufleistung von nun eben 37 Jahren und ein Plaste-Aussehen, wie es eben einmal schick war. Mit dem Retro-Design und den scheußlichen Brauntönen erzeugt man bei echten Kennern des Sixties Design feuchte Augen. Passt wunderbar zu Zimmern mit gelbbraunen Wellentapeten, Flokati-Teppichen, orangefarbenen Kugelleuchten und weißen Klarlackmöbeln. Oder auch auf ein Terminal einer PDP-11.

Was der Tischventilator wirklich allen seinen modernen Freunden voraus hat, sind zwei Dinge. Er ist extrem pflegeleicht und muss nur alle paar Jahre auseinandergeschraubt werden, um die Lager für den Läufer des Elektromotors einzufetten, damit das Ding nicht anfängt zu quietschen. Und zum anderen ist er mit seinem Verbrauch von 24 Watt pro Stunde tatsächlich ein noch richtig sparsamer Tischventilator. Unter 50 Watt/Stunde bekommt man heute kaum noch etwas.

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iPad, Zeitungen und ein paar Erfahrungen mit der älteren Generation.

25. August 2011 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Vor vier Wochen kam ich auf die fatale Idee, im iPad-AppStore nachzuschauen, was es denn dort an türkischen Zeitungen so gibt. Gefunden habe ich unter anderem die Hürriyet, das ist die Tageszeitung, die mein Vater seit Jahrzehnten täglich kauft und liest. Der Fehler bestand darin, das meinem Vater zu zeigen, mit dem Hinweis, dass die iPad-Version (vorerst) nichts kostet.

Seitdem sehe ich mein iPad nur noch dann, wenn die Batterie leer ist und die leert mein Vater problemlos in drei Tagen. Mein Vater, dessen jahrelange Abneigung gegen Computer darin bestand, dass er es für komplette Verblödung hält, mehr als zehn Minuten in einen Computerbildschirm zu schauen, schaut nun problemlos drei Stunden am Stück (!) ins iPad zum Zeitunglesen. Das alles hat eine Reihe von Nebenwirkungen, die ich mal punktweise als Erfahrungssplitter aufführen möchte. Wir Onliner tun uns ja bekanntlicherweise etwas schwer damit, die Leute “da draußen” zu verstehen:

  • Die Hürriyet macht es verhältnismäßig einfach: Der Verlag hat eine App gebaut, die die jeweils aktuelle Ausgabe in voller Gänze einbindet. Man hat also, ähnlich wie eine PDF-Datei, die gesamte Zeitung und kann in sie hineinzoomen. Das heften wir “Digital Natives” vielleicht als “old school” ab, für so Herrschaften wie mein inzwischen siebzigjähriger Vater ist das die einfachste Art, die Zeitung zu lesen.
  • Weiterhin macht der Verlag einen weitere, clevere Geschichte: Die Hürriyet gibt es nämlich in verschiedenen Ausgaben und die sind allesamt in der iPad-App verfügbar. In der Türkei gibt es diverse Regionalausgaben, für Europa zudem eine europäische Version. Da mein Vater sich vor allem für die türkische Innenpolitik interessiert, ist die türkische Ausgabe die interessantere für ihn.
  • Einen auf diese Weise zeitunglesenden Menschen für das Web zu begeistern, ist übrigens ein hoffnungsloses Unterfangen. Selbst der Hinweis darauf, dass er mit einigen extra von mir auf den Home-Screen positionierten Web-Apps auf Websites wie z.B. eben Hürriyet Online oder gar auf mein Blog käme, verhallt. Alles uninteressant. Der Zeitungsleser liest auf dem iPad eben seine Zeitung.
  • Ein Nebeneffekt: Mein Vater liest keine Bild-Zeitung mehr. Die kaufte er zwar auch schon seit Jahrzehnten, aber die war nur das “Anhängsel” zur Hürriyet. Wird die Hürriyet nicht gekauft, wird auch die Bild-Zeitung nicht mehr eingeholt. Dass es die Bild-Zeitung als App gibt, interessierte meinen Vater spätestens dann nicht mehr, als ich ihm mitteilte, dass das aber Geld kostet.
  • Die spannende Frage: Würde mein Vater die Hürriyet auch weiterhin auf dem iPad lesen, wenn sie Geld kosten würde? Auf die Frage weiß er akut keine Antwort, was eigentlich kein so wirklich gutes Zeichen ist, denn so zieht offenbar die elektronische Version gar nicht so sehr, wie man sich möglicherweise von Verlagsseite erhofft. Dass man die Zeitung so schon frühmorgens lesen kann, das ist gar nicht so sehr das Killerargument für ihn. Und die Frage, dass ein iPad ja richtig Schotter kostet und das Internet ja nicht einfach so in der Luft liegt, wie es den Anschein macht, ist da auch noch nicht beantwortet. Wer das Internet an sich kaum benutzt, sondern nur Zeitung lesen möchte, zahlt so massiv drauf, dass selbst die elektronische Zeitung als Geschenk ein teurer Spaß bleibt.
  • Multimediale Werbung in der elektronischen Zeitung ist meinem Vater bisher gar nicht aufgefallen, obwohl die Hürriyet da durchaus fortschrittlich Rich-Media-Anzeigen einbettet, beispielsweise Videosequenzen. Die sind alle durch ein Wiedergabesymbol gekennzeichnet und ich habe das meinem Vater auch mal gezeigt, aber empfänglich ist er dafür noch nicht mal ansatzweise.
Ein paar niedliche Nebeneffekte:
  • Früher “hörte” man meinen Vater beim Zeitunglesen, nämlich am Papierrascheln. Heute muss man tatsächlich nachschauen, was er treibt.
  • Mein Vater musste sich abgewöhnen, sich ständig beim Zeitunglesen an die Stirn zu fassen. Stirn hat naturgemäß Fett und wenn man da herumpult, bekommt man fettige Finger und fettige Finger sorgen dafür, dass man den Touchscreen alle halbe Stunde putzen darf. ;-)
  • Für “technische Unzulänglichkeiten” hat mein Vater kaum Verständnis. Wie, der Akku ist nach doch schon 11 Stunden Dauerbetrieb leer? Wie erkennt man das? Am “Flaschensymbol” (das Batteriesymbol…)? Warum funktioniert das Laden der Zeitung nicht, wenn das Haus wegen vorübergehenden Arbeiten an der Spannungsversorgung ohne Strom ist (das zum Thema: “Das Internet kommt aus der Luft”). Das iPad hat schon eine hohe Idiotensicherheit, aber es gibt für Hersteller von Tablets noch viel, viel zu tun. Die Leute, von denen man noch lernen könnte, was noch fehlt, die haben meist noch keines.

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Liveberichterstattung aus der letzten Reihe.

22. August 2011 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Die aktuellen Entwicklungen in Libyen sind eigentlich ein dankbares Geschäft für jeden Nachrichtensender. Selten kündigt sich ein Regimewechsel so gut eingeleitet an und praktisch jeder Fernsehsender, der über mindestens einen Korrespondenten verfügt, hätte es sich sehr bequem machen können, in dem er einfach in Libyen irgendwo herumsitzt, auf die spannenden Tage wartet und sich dann einfach live ins Fernsehen schaltet.

Wenn die Nachrichten auf dem Silbertablett daherkommen, muss man sie eigentlich nehmen und senden. Das gilt, wie ich schon mal vor einigen Wochen schrieb, nicht für deutsches Fernsehen. Während Al Jazeera schon ab Sonntagnachmittag sein geplantes Programm kurzfristig abänderte und sich auf eine “Libyen-Nacht” vorbereitete und sich CNN zumindest am späten Abend auch noch etwas lustlos dazugesellte, passierte auf deutschen Kanälen – nichts. ARD und ZDF beschränkten sich auf Berichte in den Spätnachrichtensendungen, für die so genannten Nachrichtensender N24 der ProSiebenSat1-Gruppe und n-tv der RTL-Gruppe gibt es inzwischen keine Nachrichten mehr, die man in die Lücken der immer gleichen Dokus von Hitlers Bomben, Flugzeugträgern, Schwertransporten, Notaufnahmen etc. bringen könnte.

Wir haben gestern wieder einmal gesehen, wie das deutsche Fernsehen kapituliert hat vor aktuellen Nachrichten. Egal, ob das schwer finanzierte öffentlich-rechtliche Fernsehen oder die Riege der Privatsender.

Al Jazeera hingehen hat seine Berichterstattung aus London koordiniert und es auf brillante Weise geschafft, die ganze Nacht hindurch eine sagenhafte Berichterstattung mit ständigen Liveschaltungen zu Korrespondenten vor Ort in Bengasi und Tripolis auf die Beine zu stellen, inklusive den regelmäßigen Einblendungen der mehr als skurrilen Audiobotschaften Muammar Gaddafis und einer Simultanübersetzung. Und das alles per Satellit und Webstream, der nicht ein einziges Mal wackelte, obwohl der Stream bei so einer Nachrichtenlage vermutlich extrem stark frequentiert sein dürfte.

Al Jazeera ist, das kann man wohl nun bedenkenlos sagen, das neue CNN. Sicherlich, das Nachrichtengeschäft ist ein hochsubventioniertes Geschäft und wir wissen auch, dass zu den größten Finanziers von Al Jazeera der Emir von Katar gehört. Es gibt jedoch relativ wenig Raum für Befürchtungen, dass die derzeitige Berichterstattung von Al Jazeera nicht objektiv sein könnte. Sie machen schlicht einen verdammt guten Job da draußen in der Peripherie.

Zumindest so gut, dass es für das ZDF für eine Art Twitter-Nachrichtenberichterstattung reichte, die die gesamte Jämmerlichkeit deutscher Nachrichtenkultur eklatant vor Augen führte. Denn wenn nachts keiner da ist, der Nachrichten recherchieren könnte, beginnt jeder gefühlte dritte Tweet eben mit “Laut Al Jazeera”. Und dann erlaubt man sich auch noch grobe journalistische Schnitzer, die man so eigentlich von lauwarm geschriebenen Lokalblättern kennt. Ein Beispiel.

Mit dem Zweiten …

Kurz nach Mitternacht berichtete Al Jazeera, dass zwei Flugzeuge aus Südafrika am Flughafen in Tripolis stünden. Der Moderator legte aus dem Off allerdings großen Wert auf die Feststellung, dass dies ein noch unbestätigtes Gerücht sei und man sich um eine Bestätigung des Gerüchtes kümmere. Das wurde dann einige Minuten, zwei Liveschaltungen und gar ein Livetelefonat mit einem Korrespondenten in Südafrika später so korrigiert, dass dieses Gerücht schon seit Tagen kursiere, es aber nicht von der südafrikanischen Regierung bestätigt wird. Faktisch sind die besagten zwei Flugzeuge aus Südafrika eine nicht bestätigte Nachricht.

Was macht das ZDF um kurz nach Mitternacht, noch vor der Bestätigung vom südafrikanischen Korrespondenten, daraus? Eine fröhliche Twitter-Märchenstunde, so gesendet an die immerhin 55.000 Follower:

Da ich auch Al Jazeera schaute, habe ich gleich einen Einwand getippt, der aber, wie zu erwarten war, ohne Reaktion blieb:

Der Twitter-Benutzer “kabukai”, von dem “ZDFonline” das Zitat entnommen hat, ist seines Zeichens nach “Redakteur bei @ZDFonline heute.de”, “schreibt hier privat @ ein news-notizblogger in diesem, unserem Internet” und hat hoffentlich einen echten Vornamen, denn auf seinem Twitterstream ist davon nichts zu sehen. Ebenso ist weder bei der Äußerung von “ZDFonline”, noch von “kabukai” wirklich erkennbar, wie es denn zu dieser Nachricht gekommen ist: Sitzen die im Sendezentrum an den Tickern und haben mit Al Jazeera telefoniert oder schauen die nachts vom heimischen Sofa aus Al Jazeera und tippseln etwas die Nachrichten anderer Leute in den Twitter-Stream des größten deutschen Fernsehsenders?

Mit einem Tweet gleich vier journalistische Grundsätze zu verletzen, muss man auch erst einmal schaffen, liebes ZDF. Das habt ihr mir, als ich einmal in euren Diensten stand, einst so beigebracht:

  • Wir sorgen für Transparenz bei der Beschaffung von Nachrichten und bestätigenden Informationen.
  • Wir übernehmen nicht einfach unreflektiert Nachrichten, die andere Sender berichten.
  • Wir kennzeichnen unbestätigte Nachrichten als eben solche.
  • Wir korrigieren die Nachrichtenlage, wenn wir sie vorher fehlerhaft berichtet haben.

Alles nicht nachprüfbar und nachvollziehbar und eigentlich ein katastrophaler Tiefschlag gegen die eigentlich vorhandene Nachrichtenkompetenz des ZDF.

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