Nachbetrachtungen zum Samsung Galaxy S2.

Nun sind gut vier Wochen nach dem Kauf meines Samsung Galaxy S2 durch und es wird Zeit für ein paar kleine Nachbetrachtungen in Sachen Mobiltelefon und auch Android, sozusagen als Fortsetzung zu meiner Erstbetrachtung, die ich ein paar Tage nach dem Kauf geschrieben habe.

Haptik und Handling

Also gut, Samsung baut keine iPhones. Es gibt deshalb wenig Metall und keinen Glasrücken. Es fühlt sich vermutlich nicht so hochwertig an, wie es einige Besitzer von ihren iPhones kennen. Ich erspare mir hier Gehässigkeiten, denn für mich sind solche Fragen einfach nicht diskutabel – ein Smartphone, das ich ständig in den Händen haben soll, braucht gute innere Werte und ein robustes Äußeres, der Rest ist mir weitgehend egal, wenn es nicht ganz so hässlich daherkommt. Das Samsung Galaxy S2 ist äußerlich sicherlich keine vollendete Schönheit, allerdings soweit ganz brauchbar. Plastik muss man nicht lieben, Plastik kann jedoch etwas aushalten.

Was bei mir tatsächlich bis an die Grenzen des Erträglichen geht, sind die Formfaktoren. Das Display ist riesig, warf aber auch wirklich keinen Millimeter mehr größer sein. Mit 0,8 Millimeter „Dicke“ ist es mir bei den Dimensionen fast schon zu dünn. Und was es gar nicht ist (übrigens auch nicht das iPhone 4): Griffig. Erst die zusätzlich gekaufte Silikonhülle sorgt dafür, dass es mir quasi in der Hand klebt. Ich lege da großen Wert auf sowas.

Display

Fast immer, wenn jemand mal fragte, ob er mal mein Telefon sehen könne, war das vor allem wegen dem Display. AMOLED-Displays gibt es noch nicht so verbreitet und diese Displaytechnologie, bei der die Beleuchtung nicht mit einer gesonderten Leuchtquelle erzeugt wird, sondern mit dem Display selbst, hat durchaus ein paar Anfangsschwierigkeiten hinter sich. Die erhebliche Energieeinsparung erkauft man sich nämlich durch spezielle Eigenschaften.

Um es klar zu sagen: Wenn das Display auf voller Leuchtstärke steht oder zumindest mit 50 % das Display beleuchtet, dann ist das Display phantastisch ausgeleuchtet und brillant. Es macht Spaß, sich so beleuchtet mit dem Telefon zu beschäftigen. Wenn die Helligkeit heruntergeregelt wird (ob nun manuell oder durch einen eingeschalteten Lichtsensor), dann werden Schwächen sichtbar, nämlich in Form eines leichten Gelbstiches, der auf der linken Seite des Displays stärker ausgeprägt ist, als rechts. Alles nicht wirklich weltbewegend und ein „Systemproblem“ von AMOLED-Displays, das man schlicht in Kauf nehmen muss. Und es ist wirklich ein Luxusproblem, ich liebe das Display.

Kamera

Die Kamera des Samsung Galaxy S2 macht Spaß und das kann man von wirklich nur sehr wenig Smartphones sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Smartphone mit einer zwangsläufig kleinen Fitzelkamera so ein erstaunlich gutes Bild liefern kann, wie die verbaute 8-Megapixel-Kamera. Die Kamera ist schnell einsatzbereit, die Optik erstaunlich gut, die Farben brillant (und mitunter ein wenig zu gesättigt) und das Bild auch schnell im Kasten. Und als Videokamera schafft die Kamera tatsächlich 1080p in einer so erstaunlichen Qualität, die einige Camcorder locker in den Schatten stellt.

Vieles gut, aber nicht alles perfekt. Die Makrofunktion beispielsweise ist relativ bescheiden. Der maximale Annäherungspunkt liegt bei 10 bis 12 Zentimeter, das können andere Handykameras besser. Und eigentlich auch das Samsung Galaxy S2, denn der Autofokus stellt auch kurzfristig scharf, um dann eben nicht scharfstellen zu können. Auch nicht so hübsch ist die Panoramafunktion, die zwar recht gut ein Panoramabild näht, das aber nur in einer bescheidenen Auflösung vorliegt. Ebenfalls etwas mäßig ist die Bildleistung im Dämmerlicht, aber auch das ist Luxusgemecker. Die Kameraleistung ist summierend gesehen gut.

Android

Letztendlich war Android der Punkt, weshalb ich (ja, ich mag diese Logik) mich für ein Android-powered Smartphone entschieden habe. Apple iOS ist mir zu eng und zu unflexibel, die fehlende Möglichkeit dort für eine zentrale Ablage von Logins und keine zentrale Dateiablage sind schlicht Schikanen eines Herstellers, der manisch alles unter Kontrolle haben will und dabei in Kauf nimmt, dass er seinen Kunden bevormundet. Android macht es an vielen Stellen besser, nicht unbedingt einfacher, aber erheblich flexibler.

In Sachen Apps fehlt mir nichts – ganz im Gegenteil. Da ich schon vorher sehr viele Google-Dienste genutzt habe, bin ich unter Android quasi zu Hause. So Dinge wie Google Calendar, Google Contacts, Google Reader, Google Maps, Google Docs laufen mit den offiziellen Android-Apps einfach perfekt. Selbst für das immer noch von Google etwas stiefmütterlich behandelte Google Tasks, was ich so gern nutze, gibt es mit einer kostenlosen App namens „GTasks“ eine funktionierende Lösung.

An Tempo gibt es nichts zu bemängeln, das Galaxy S2 und Android 2.3.3 harmonieren perfekt. Nichts ruckelt, alles blendet sauber ineinander über, die Auslastung des 1 GB großen RAM-Speichers ist moderat. Apps sind schnell aufgerufen. Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, dass es ganz zu Beginn eines solchen Flagschiffes deutlich „hinterzimmiger“ zugeht, aber das Ding ist da.

Was bei Android nervt, sind ein paar undurchdachte Dinge. Zum Beispiel Töne: Ist der Akku aufgeladen, gibt es einen Signalton. Tagsüber mag das noch durchgehen, nachts ist sowas aber Käse, weil das Geräusch dazu reicht, um aufgeweckt zu werden. Oder auch die Unmöglichkeit, das Kameraauslösegeräusch abzuschalten – geht schlicht und einfach nicht. Plem-plem, um es mal direkt zu sagen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch die automatische Rechtschreibkorrektur der Tastatur, die man am besten schnell wieder ausschaltet. Hier ist sicherlich noch genügend Entwicklungspotential.

Die Firmware-Updatepolitik ist derzeit so, dass etwa alle vier Wochen mit einem offiziellen Firmware-Update von Samsung gerechnet werden kann. Direkt ausgeliefert werden hierbei die wenigsten Updates, es gibt jedoch genügend Boards, auf denen man Anleitungen und Links bekommt, wie man sein Smartphone upgedated bekommt.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist wohlwollend gut. Bei intensiver Nutzung kommt man sehr bequem durch den Tag, bei meinem mittelmäßigen Pensum sind zwei volle Tage locker drin. Der Akku ist zwar austauschbar, allerdings ist nicht vorgesehen, dass man zwischen Akkus schnell wechseln kann, da ist schon die Rückwandabnahme eine Bastelei. Dazu kommt, dass das Smartphone-Herunter- und Hochfahren nun mal einen Moment länger dauert, als bei einem einfachen Mobiltelefon.

Wem die Akkuleistung nicht reicht, wird wohl bald mit einem größeren Akku und einer erweiterten Rückwand rechnen können, dies wird auf der Samsung-Website zumindest schon mal angekündigt.

Nochmal kaufen?

Absolut, ja. Das Samsung Galaxy S2 ist sicherlich nicht perfekt, macht aber Spaß. Aktuell pendelt es sich preislich auf 500 Euro ein. Bei 450 Euro würde ich es als gut angesiedelt sehen.

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