Die staubreiche iPad-Odyssee.

Das im Sommer gekaufte iPad hat inzwischen einen ungeahnten Spaßfaktor – ich kenne meinen für meinen Bezirk zuständigen UPS-Fahrer richtig gut. Denn in Sachen iPad kommt er morgen zum fünften Mal bei mir vorbei und allen Anschein nach können wir uns die Abschiedszenen dabei sparen, da wir uns noch mindestens zweimal sehen werden in den nächsten Tagen. Und das nette dabei ist: Die Zeche zahlt Apple.

Natürlich hat alles einen eher ernsten Hintergrund, nämlich die offensichtlich schlampige Art und Weise, wie Apple seine iPads zusammenschraubt. Gut, ein modernes Display ist eine Geschichte, die nicht ganz so unkomplex ist. Wollen wir mal hier angemerkt haben. Moderne Displays sind so aufgebaut, dass man als Benutzer nicht direkt darauf herumtippt, sondern auf einer Scheibe, die über dem eigentlichen Display liegt und dazwischen ein kleiner Spalt ist.

Staub ist bei allen solchen Display-Aufbauten ein Thema und es ist bei jedem Hersteller eine eigene Kunst, die Displayeinheiten so zu bauen, dass dieser Spalt möglichst so geschützt ist, dass kein Staub eindringen kann, da dieser logischerweise, wenn man eben auf das Display schaut, besonders gut erkennbar. Im einfachsten Fall dann, wenn das Display ausgeschaltet und schwarz ist, aber im schwereren Fall auch während dem Betrieb, wenn die Staubkörnchen so groß sind, dass man kleine Flecken sieht, wenn man auf das Display starrt.

Das erste iPad, das im Sommer aus China kam, hatte ein zunächst staubfreies Display, das sich allerdings im Laufe der Zeit änderte. Jede Woche kam ein Staubkörnchen hinzu, was vermutlich daran lag, dass der Dichtring zwischen Aluminiumgehäuse und Schutzscheibe von Anfang an nicht wirklich dicht war und unmittelbar nach dem Auspacken auch zur Hälfte heraushing. Gut, kann passieren, wobei ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ich mir unbedingt einen „AppleCare Protection Plan“ kaufen muss, weil es in meinem Bauch rumorte. Das tut es immer, wenn ich merke, dass eine Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell ein glückliches Ende finden wird. Ja, Bauch hatte recht.

Das Austausch-iPad bestellte ich Anfang November und das hatte konsequenterweise direkt nach dem Auspacken schon ein Staubkorn hinter der Scheibe und dann auch gleich ein wunderbar weißes und quadratisches. Das beanstandete ich gestern, so dass auch gleich ein drittes iPad seinen Weg zu mir suchte, das heute kam. Und das, noch viel konsequenter, diesmal ein richtig hübsch verstaubtes Display hat. Wieder ein schönes, helles, quadratisches, ziemlich in der Mitte und dann noch zur Garnierung ein paar kleine, verteilt auf den Rest des Displays.

Das hebt die Stimmung. Und noch viel mehr, als ich vorhin mal auf die Idee gekommen bin, darüber nachzudenken, warum die beiden Staubkörnchen auf beiden iPads so ähnlich aussehen. In dem Austauschkarton, den Apple liefert, finden sich eine Reihe von weiteren Staubkörnchen, die alle genauso aussehen. Die Dinger liegen da alle in ihrem Dreck, mutmaßlich (da noch iOS 3.2) schon durchaus ein paar Wochen und den Rest erledigt dann vermutlich die unzureichende Dichtung. Wie man es auch immer dreht, es ist ziemlich unlustig.

Immerhin sind die Hotline-Mitarbeiter weitgehend freundlich und stimmen mir bei den Anrufen zu, dass man bei einem 700 Euro teuren Gerät durchaus erwarten kann, dass es ohne Staubeinschlüsse daherkommt und eine gewisse Dichtigkeit der Display-Einheit mitbringt. Zumal im Bekanntenkreis schon mit deren Erstgeräten kein Staub hinter deren Display zu erkennen ist, bei mir aber – wenn nichts dazwischenkommt – vier Anläufe dazu notwendig sind. Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass auch beim vierten zu liefernden iPad die Display-Welt in Ordnung sein wird. Die Hotline-Drohnen werden vermutlich auch weiterhin sturzfreundlich bleiben und ich werde den UPS-Fahrer irgendwann zum Kaffee einladen müssen.

Frage: Was tun? Der nächste Apple Store ist in Frankfurt/Main, was mir ehrlich gesagt zu weit ist. Ich bin jetzt aber so weit, dass ich mir eigentlich kein Ersatz-iPad so lange mehr zuschicken lassen will, bis dann mal ein staubfreies darunter ist, sondern dass ich sehenden Auges ein iPad nach dem anderen ausgepackt haben möchte, bis ein staubfreies darunter ist, von wem auch immer.

Wie gesagt, ich bitte um Rat.

3 Gedanken zu „Die staubreiche iPad-Odyssee.

  1. Habe gerade mein sechstes gerät bei gravis abgeholt. Ein Staubkorn sichtbar. Ich kann jetzt mit Leben, bzw. ich geb auf. Gerät Nr.1 hatte unzählig Staubkörner. Gerät 2 Flecken. Nr. 3 hatte einen Schmierstrich zwischen Display und Scheibe…

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