Warum Nichtbetroffene auch was sagen dürfen müssen.

Eigentlich habe ich es mir abgewöhnt, Sascha Lobo zu kommentieren. Ich mag die Art und Weise dieses Menschen nicht, was möglicherweise daran liegt, dass ich mit der Art von Werbeleuten und Politikern nicht zurechtkomme, die sich alles so hinbiegen, wie es ihnen passt, gern einen auf gemeinnützig tun, dann aber so herumlaufen, dass man sie unbedingt erkennen muss und sie auch gesteigerten Wert darauf legen, sie zu erkennen. Pardon, nicht meine Wellenlänge. Gockel haben ihre Berechtigung auf dem Bauernhof (Querverweise auf Lobos Frisur sind unbeabsichtigt, aber dank der Umstände unvermeidlich).

Ein erstaunliches Machwerk hat Sascha Lobo am Sonntag gebloggt, im Nachgang zur Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg. In diesem Pamphlet leitet Lobo satzgewaltig etwa neun Zehntel des Artikel mit der Argumentation ein, dass er über die Vorgänge, die zur Katastrophe geführt haben, nichts weiß und beendet den Artikel im letzten Zehntel mit dem Rückschluss, dass er deswegen still wäre und nur sein Mitgefühl ausdrücken täte.

Natürlich ist dieser Sermon professionell geschrieben. Denn man kann sich darin winden und ihn auslegen, wie man möchte. Ich nehme mir mal den gesellschaftlich relevanten Teil heraus, zu dem ich mit dem geschätzten Steffen Siegrist heute morgen in Facebook schon einen Dialog führte. Man siehe es nach, dass ich einige Teile meiner Texte übernehme.

Maul halten, wenn man nix weiß?

Jeder, der zufällig Zeuge einer erschreckenden Situation war, weiß, dass es unterschiedliche Art und Weisen gibt, diese Situationen zu verarbeiten. Das gehört zur urmenschlichen Art, aus Gefahrensituationen zu lernen. Früher war das logischerweise darauf beschränkt, dass man nur das sehen konnte, was unmittelbar vor einem passierte. Heutzutage ist es jedoch üblich, dass “Großschadensereignisse” innerhalb von Minuten live bis in den letzten Winkel der Erde übertragen werden. Wir sind “live” dabei, wir “nehmen teil”. Und wir nehmen Anteil, selbst wenn es keinen unmittelbaren Zweck hat. In der sibirischen Taiga mögen Diskussionen darüber, wie man sich im Falle von einstürzenden Hochhäusern nach Flugzeugeinschlägen zu verhalten hat, reichlich sinnlos erscheinen. Wobei – darf man erst dann betroffen sein, wenn einem tatsächlich die Antenne des World Trade Centers auf den Kopf gefallen ist?

Hinzu kommt in unserer modernen Welt, dass wir Verantwortlichkeiten delegieren. Niemand muss in unseren Breiten- und Längengraden nachts sein Haus mit dem Schwert beschützen, dafür haben wir die Polizei, die nach einem Notruf vor der Türe steht, egal ob man arm oder reich ist. Wir sind auch nicht verantwortlich für die Polizei, das ist (im Falle der Landespolizei) der Landesinnenminister oder (im Falle der Bundespolizei) der Bundesinnenminister. Und auch für den sind wir nicht verantwortlich, denn das ist der jeweilige Ministerpräsident bzw. der Bundeskanzler (die allesamt auch weiblich sein können, bitte die Personenbezüge auf die Amtsbezeichnungen gedanklich hinzufügen bei Bedarf).

Zur Inhaberschaft von Verantwortlichkeiten gehört, dass man die Aufgaben, die einem gestellt werden, löst. Das können einige Verantwortliche ausgesprochen gut, andere wiederum ausgesprochen schlecht. Einige Verantwortliche müssen sich regelmäßig dem Wähler stellen, andere – Beamte – müssen dies nicht. Einige Verantwortliche sind offen und gestehen ihre möglichen Fehlleistungen ein, andere tun dies nur unter öffentlichem Druck.

Der öffentliche Druck.

Und genau hier sind wir: Beim öffentlichen Druck. Öffentlicher Druck entsteht durch gesellschaftliche Partizipation und dazu gehört die Anteilnahme, die es in verschiedensten Ausprägungen geben kann. Menschen reagieren mit akuten und mitunter bedrohlichen Schockreaktionen (unvermitteltes Stehenbleiben, Zusammenbrüche etc.), panikartigen Reaktionen, “nicht rationalen Aktivitäten” (Singen, Lachen) und vielem mehr.

Laienhafte Erklärungsversuche von Katastrophen durch Unbeteiligte gehören auch zu Ausdrucksweisen von Betroffenheit und auch das ist in der Tat eine menschliche Eigenschaft. Idioten und Geheimnisträger stufen diese Art von Schockbewältigung als emotionalen Vorgang ab, das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Tatsächlich ist eine Schockreaktion ein emotionaler, nur schwer rational steuerbarer Vorgang, die Ergebnisse von Schockreaktionen in Form von Erklärungsversuchen können jedoch hoch rational sein. Hilfskräfte können sich beispielsweise emotionalen Momenten auch nicht entschließen, haben aber gelernt, dass sie, um helfen zu können, in den Pulk hinein müssen. Das ist eine rationale Aktion.

Und all diese Vorgänge erzeugen öffentlichen Druck. Druck auf die unmittelbar in einer Katastrophe beteiligten Menschen, Acht zu geben und abzuhauen. Druck auf die Hilfskräfte, zu erkennen, dass nun ihre rationalen Fähigkeiten gefragt sind. Druck auf Verantwortliche, sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Gerade der letzte Punkt mag obszön klingen, wenn man darüber im unmittelbaren Umfeld einer Katastrophe spricht. “Ja hast du denn keine anderen Sorgen, als darüber nachzudenken, wer das hier zu verantworten hat?” Doch, hätte ich, wenn ich im unmittelbaren Umfeld der Katastrophe wäre. Bin ich aber glücklicherweise nicht. Also kann (und muss) man anderweitig dazu beitragen, öffentlichen Druck aufzubauen.

Dass es öffentlichen Druck braucht, hat man gestern auf der denkwürdigen Pressekonferenz der Verantwortlichen in Duisburg gesehen. Der eine Dezernent spricht unfassbarerweise von rund 100.000 Teilnehmern, weil das die einzig belastbare Zahl sei. Der andere erklärt die Katastrophe als Vorgang, der nicht durch die Sicherheitskonzepte abgedeckt werden könne, sondern das Werk von Einzelnen sei. Auf Fragen von Journalisten reagiert keiner, sondern es wird flüsternd, ohne dabei zu denken, dass die Mikrofone das alles aufnehmen, darüber gestritten, wer denn eigentlich für die Frage zuständig sei. Und so weiter.

Hier ist ein gewaltiger Misthaufen am Dampfen und er stinkt schon jetzt, wenige Stunden und Tage nach der Katastrophe, in den Himmel. Nach den ersten Erkenntnissen wurden Teilnehmerzahlen in unglaublicher Weise nach unten gerechnet, um überhaupt eine genehmigungsfähige Veranstaltung hinzubekommen. Und dann passiert etwas, Menschen kommen unter furchtbaren Umständen zu Tode und auf der Hühnerleiter der Pressekonferenz sitzen vier Politiker, Chefs und Sprecher, die ihre Mäuler, die sonst zu funktionieren scheinen, nicht aufbekommen. “Ist doch nicht mein Problem, Kollege ist zuständig.”

Hier, liebe Freunde, ist öffentlicher Druck notwendig. Nur öffentlicher Druck sorgt dafür, dass Verantwortliche merken, dass sie an ihren Schreibtischen nicht Mensch-ärgere-dich-nicht-Treffen planen, sondern Veranstaltungen, in denen innerhalb weniger Stunden Millionen von Menschen “umgeschlagen” werden müssen und wenn möglich keiner von diesen Menschen verletzt oder gar getötet wird, auch wenn, wie dann doch ein Twitterer kolportierte, im Straßenverkehr täglich 11 Menschen sterben. Ach so. Dann kann man auf der Loveparade dann auch einige Tote verschmerzen. Sind ja noch genügend lebende Menschen da. Oder wie?

Wer wegschaut, riskiert das Vergessen. Das gilt für historische Staatsfehlleistungen ebenso, wie für solche „Großschadensereignisse“. Niemand von uns muss Verantwortliche selbst jagen. Aber wir dürfen uns darüber auslassen, ob Verantwortliche ihren Job gut getan haben oder möglicherweise nicht. Das gehört zum Deal unserer Öffentlichkeit und niemand soll wirklich glauben, dass es ohne diesen Deal besser gehen würde.

27 Gedanken zu „Warum Nichtbetroffene auch was sagen dürfen müssen.

  1. Alles schön und recht. Das Problem ist nur, dass die Öffentlichkeit dazu neigt, auf Basis des Hörensagens Druck aufzubauen.
    Wenn eine Katastrophe eintritt, muss diese erstmal unter Kontrolle gebracht werden und man muss den Opfern helfen.
    Dann wird die Faktenlage eruiert. Und dann kann man verurteilen.
    Woher eine Öffentlichkeit, die Fakten nicht oder nur über Dritte bzw. nicht bestätigte Quellen zu kennen glaubt, sich das Recht hernimmt, Druck aufzubauen, ist mir schleierhaft. Das ist der pure Lynchmob.
    Ein Vorfall wie der in Duisburg wird dank der medialen Omnipräsenz keinesfalls unter den Tisch gekehrt. Und wenn die Faktenlage stabil ist, ist es Zeit genug, einer von 80 Millionen Experten zu werden und ein Urteil abzugeben.Vorher nicht.
    Bloss weil wir dank Web 2.0 zu allem unseren Senf abgeben können, heisst das noch lange nicht, dass das in jeder Situation gerechtfertigt ist. Es ist nur so einfach, weil das ein Thema ist, das im Gegensatz zum Bundesimmissionsschutzgesetz oder dem Umsatzsteuergesetz auch ohne Fachkenntnisse von jedem kommentierbar erscheint.

    1. „Bloss weil wir dank Web 2.0 zu allem unseren Senf abgeben können, heisst das noch lange nicht, dass das in jeder Situation gerechtfertigt ist.“

      was rechtfertigt denn deinen oder lobos kommentar mehr, als die der vielen anderen???

        1. Ich sehe ein Unterschied zwischen „mit Mistgabeln und Fackeln den Reichstag stürmen“ und beispielsweise „mit Transparenten vor dem Reichstag demonstrieren“. Mit „öffentlichem Druck“ bezeichne ich immer die letzte Begrifflichkeit, damit das ausdrücklich klargestellt ist.

          1. Wie ich sagte: „Ich glaube du hast den Post von Sascha nicht verstanden.“

            Niemand hat was gegen „öffentlichen Druck“ …

          2. Doch, hat man offensichtlich. Du forderst öffentlichen Druck, der keiner sein kann. Ich kann als Mensch keinen Druck dadurch aufbauen, in dem ich nichts sage. Ich kann aber sehr wohl Druck aufbauen mit der Forderung, dass umgehend aufgeklärt wird, selbst wenn ich diese Forderung mit Pseudo-Halbwissen auskleide. Gesellschaftliche Partizipation darf nicht abhängig von der Inhaltsqualität sein, auch wenn das mitunter eine Qual, den Müll zu ertragen. Punkt.

          3. Ich kann als Mensch keinen Druck dadurch aufbauen, in dem ich nichts sage.

            Da sind wir uns wieder einig!

            Gesellschaftliche Partizipation darf nicht abhängig von der Inhaltsqualität sein, auch wenn das mitunter eine Qual, den Müll zu ertragen.

            Das kann nicht dein Ernst sein oder? Deine Meinung ist es also, das wir dem nächst „John Doe“ fragen sollten – Wie die Sicherheitsbestimmungen auf solchen Veranstaltungen sein sollten?!?! Und dann wühlen wir uns durch den riesen Haufen an Meinungen und Halbwahrheiten und filtern das heraus was Substanz hat? Bitte? Klar das auch ein blindes Huhn ein Korn findet, aber wie oft ist das der Fall?

            Vielleicht machen wir demnächst auch noch Volksentscheide was wichtige Fragen der Politik angeht?

            Nein Besim, DASS ist wirklich einfältig.

          4. Du glaubst nicht, mit was für Problemen Menschen zu Politikern oder Parteigängern kommen bzw. was für Menschen mit relativ bescheidenem Intellekt für Fragen stellen, deren Beantwortung eigentlich jeder Grundlage entbehrt. Was ist die Lösung? Leuten verbieten, den Mund aufzumachen? Ist das abbildbar in einer an sich freiheitlichen Gesellschaft?

          5. Das Problem ist, dass genau dieses Pseudo-Halbwissen dazu führt, dass die Öffentlichkeit – zurecht – nicht immer ernst genommen wird. Man kann Aufklärung fordern. Indem man Fragen stellt und nicht Behauptungen aufstellt.

            Fragen:
            * War der Veranstaltungsort von allen Beteiligten abgesegnet (Veranstalter, Polizei, Feuerwehr)?
            * Wieviele Teilnehmer waren vom Veranstalter für das Gelände angemeldet und von den Sicherheitsbehörden (Feuerwehr, Polizei etc.) abgesegnet?
            * Wurden die Teilnehmer auf dem Gelände gezählt und Überzählige abgewiesen?
            * Wie wollte der Veranstalter sicherstellen, dass die Treppen in der Unterführung nicht bestiegen werden?
            * Was war die Strategie, die Menschen zu kanalisieren, die ausserhalb der normalen Anmarsch- und Abmarschzeiten das Gelände betreten oder verlassen wollten?

            Das sind die Fragen, die die Offiziellen sich angesichts der vorhandenen Faktenlage gefallen lassen müssen.

          6. Das Problem ist, dass genau dieses Pseudo-Halbwissen dazu führt, dass die Öffentlichkeit – zurecht – nicht immer ernst genommen wird.

            Genau. Man kann, wenn man cleverer Verantwortlicher ist, auch genau diese Argumentation vortrefflich als Vorwand dazu verwenden, sich nicht näher öffentlich äußern zu müssen. Fändest du das gut? Lieber viel die Klappe halten und glauben müssen oder lieber öfters mal nicht die Klappe halten, auch mal mit Unkenntnisheit glänzen, aber dafür einen Druck erzeugen, der keinen Raum für Glaubensfragen an Stellen erzeugt, an denen eben solche Glaubensfragen nicht erwünscht sein können.

      1. Ganz einfach: Wenn ich von einem Thema keine Ahnung habe oder die Fakten nicht kenne, ist es besser, den Mund zu halten. Das ist eine uralte, unumstössliche Erkenntnis: Si tacuisses, philosophus mansisses.

        Diese Erkenntnis von vielen Menschen negiert zu sehen, macht nicht das Gegenteil richtig.

    2. Also ich glaube, dass der Weg vom öffentlichen Druck zur Lynchjustiz ein weiter ist, zumindest in unserer Gesellschaft. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich der Sorgfältigkeitsgrad einer aufklärerischen Arbeit immens verbessern und sichern lässt, wenn ein gewisser öffentlicher Druck vorherrscht. Die Gefahr, dass Dinge unter den Tisch fallen und sich Verantwortliche in der Haltung versteifen, wie sie gestern auf der Pressekonferenz vorherrschten, ist hoch und man staunt, wie plötzlich irgendwelche Unterlagen „verlorengehen“ etc.

      Da hier offensichtlich Planungsmängel vorliegen, falsche Zahlen als Grundlagen genommen wurde und Genehmigungen zu Rahmenumstände erteilt wurden, die völlig abwegiger Faktenlage entsprechen, ist öffentlicher Druck zu einer schnellen und vernünftigen Aufklärung nicht falsch.

      Im übrigen: Selbst Spitzenpolitiker bemühten sich, den öffentlichen Druck anzufeuern. Man denke an die ersten Worte unseres Bundespräsidenten Christian Wulff, der eine umfassende Aufklärung fordert. Ich nehme mal an, dass er so bewandert ist und weiß, dass eine Aufklärung auch ohne seinen Hinweis passieren wird. Aber klingt eben gut, wenn der Bundespräsi das auch nochmal fordert.

      1. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich der Sorgfältigkeitsgrad einer aufklärerischen Arbeit immens verbessern und sichern lässt, wenn ein gewisser öffentlicher Druck vorherrscht. Die Gefahr, dass Dinge unter den Tisch fallen und sich Verantwortliche in der Haltung versteifen, wie sie gestern auf der Pressekonferenz vorherrschten, ist hoch und man staunt, wie plötzlich irgendwelche Unterlagen “verlorengehen” etc

        Darüber sind wir uns ja einig – gut. Aber diese Stammtisch-Politik ist einfach das Letzte.

  2. Du glaubst nicht, mit was für Problemen Menschen zu Politikern oder Parteigängern kommen bzw. was für Menschen mit relativ bescheidenem Intellekt für Fragen stellen, deren Beantwortung eigentlich jeder Grundlage entbehrt. Was ist die Lösung? Leuten verbieten, den Mund aufzumachen? Ist das abbildbar in einer an sich freiheitlichen Gesellschaft?

    Ich glaube ich habe das jetzt schon drei mal geschrieben… Aber mir geht es nicht darum irgend jemand den Mund zu verbieten. Ich finde es auch gut, dass es nahezu unmöglich ist in 2010 jemand der Öffentlichkeit zu entziehen. Aber man sollte doch wenigstens warten, bis sich die Emotionen gelegt haben und die Fakten auf dem Tisch liegen.

    Sorry Besim, ich hatte wirklich immer Respekt vor deiner Meinung aber durch diese Aussagen ….

    1. Sorry Besim, ich hatte wirklich immer Respekt vor deiner Meinung aber durch diese Aussagen …

      Vorsicht bei diesem Killerargument… wenn du versucht, mir eine Meinung damit verkaufen zu wollen, in dem du mir androhst, mich ansonsten nicht mehr leiden zu können, empfehle ich grundsätzlich immer letzteres.

        1. Ich wollte es nur mal so gesagt haben, dass mir der Nachsatz missfiel und bei mir garantiert nicht die Wirkung auslöst, die sie möglicherweise beabsichtigten sollten. Anyway… nicht nachtragend sein, ich bin es auch nicht.

  3. Man kann, wenn man cleverer Verantwortlicher ist, auch genau diese Argumentation vortrefflich als Vorwand dazu verwenden, sich nicht näher öffentlich äußern zu müssen.

    So viel Vertrauen habe ich noch in unsere Gesellschaft, dass ich mir sicher bin das 19 Tote nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden können… In USA vielleicht, aber nicht in Deutschland.

    1. Ach ja? Das Volk vergisst schneller, als du glaubst. Die Gräber müssen dazu gar nicht mal kalt werden. Gerade der deutsche Behördentrum ist relativ gut darin, Themen dadurch versanden zu lassen, in dem die Zuständigkeit hin und hergeschoben wird. Abwarten.

      1. Das ist mir klar, aber bitte sollte man doch diese ganze Sache mit Vernunft angehen und sachlich erörtern wo die Probleme liegen. Oder ist das etwas Falsch?

        1. Ich wiederhole mich jetzt: Ich fordere nicht, dass Laien die offiziellen Untersuchungen vornehmen sollen. Ich fordere auch nicht, dass jetzt jeder Bundesbürger, der eine eigene Meinung zur Katastrophe hat, das auch niederschreibt und möglicherweise sogar twittert. Aber ich verbiete es auch keinem und ich rufe auch nicht dazu auf, es nicht zu tun. Einfach, weil es eben jeder darf. Wenn man das nicht dürfte, wäre es nicht mehr mein Land.

      2. Aber ich verbiete es auch keinem und ich rufe auch nicht dazu auf, es nicht zu tun. Einfach, weil es eben jeder darf. Wenn man das nicht dürfte, wäre es nicht mehr mein Land.

        Ich beende diese Unterhaltung meinerseits mit diesem Satz den ich sehr passend finde: „Alles schön und recht. Das Problem ist nur, dass die Öffentlichkeit dazu neigt, auf Basis des Hörensagens Druck aufzubauen.“

        Und mein Aufruf an die Gesellschaft: Erst denken, dann reden! Danke für Ihre Aufmerksamkeit – Zurück ins Funkhaus

  4. Hättest Du das Lobo-dissen weggelassen, wäre das ein schöner und richtiger Text.

    Steffen: 1. Hörensagen ist im Zeitalter von digitalen mobilkameras, google maps und youtube etwas untertrieben. Da kann man sich nämlich durchaus ein ganz gutes Gesamtbild verschaffen. Kombiniert mit den offiziellen Presseberichten eine ziemlich gute Grundlage für Meinungen, Anmerkungen und Kommentare.

    2. Muss man eben nicht zertifizierter Experte sein, um bestimmte Aspekte beurteilen zu können.

    3. Sowas mit einer programmierten Engstelle zu planen ist grob fahrlässig, wenn nicht mehr.

  5. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Überhöhung von „Experten“ oder Politikern. Beide Gruppen sind keine „besseren Menschen“ oder ähnliches. Wir kochen alle nur mit Wasser.

    Wer sich schonmal in einer sehr dicht gedrängten Menschenmenge befunden hat und ein aufwallendes Gefühl von Beklommenheit erfahren hat, kann eine solche Situation wie in Duisburg unter Umständen besser beurteilen als ein noch so qualifizierte Schreibtísch-„Experte“.

    „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.“ (Otto Brenner, 1969)

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