Hire-and-Firewire.

Hardware, die mit Firewire zu tun hat, also meist Firewire-Controller, gehört bei mir in meiner ewigen Hitliste der defektgegangenen Hardware zu den absoluten Gewinnern. Mit keiner anderen Hardwaregruppe habe ich im Laufe der Jahre so viele Defekte gehabt, wie damit. Zu diesem Friedhof gehören: Zwei PCI-Controller, 1 PCMCIA-Karte, 1 PC-Card, 1 Buchse an einem Sony-Camcorder.

Ich bin mir nicht so ganz sicher, was die Ursache dieser wirklich auffälligen Fehleransammlung ist, es sind jedoch einige Dinge, die mich an Firewire stören:

  1. Die verhältnismäßig starren 4-Pin-Stecker (das ist der „kleine“ Firewire-Stecker“). Die „Männchen“ sind fast so lang wie ein USB-„Männchen“, aber erheblich kleiner. Dazu kommt, dass der Stecker viel weniger Toleranz hat, als ein USB-Stecker und in kleineren Arbeitsumgebungen viel schneller mal eben die Buchse ruiniert ist. Das ist mit beim Camcorder passiert, der aber immerhin auf Garantie repariert wurde. Bei Camcordern und bei Profikameras ist nicht auszudenken, wie teuer eine entsprechende Reparatur wird, bei Sony allemal.
  2. Geschirmte und damit ebenfalls starre Kabel machen die obige Situation am Arbeitsplatz und Unterwegs nochmal ein Stück prekärer. Vor allem Adapterkabel, die an einem Ende den „kleinen“ 4-Pin-Stecker und am anderen den „großen“ 6-Pin-Stecker haben, sind richtig „ungelenkige“ Kabel und zerren mit ihren Steckern mitunter hübsch an der Buchse.
  3. Schlechte Abschirmung bei statischer Aufladung setzen auch Firefire ordentlich zu, denn die meisten Schnittstellen – da zählt auch USB dazu – haben auf Controllern oder auf dem Mainboard nur sehr eingeschränkte Toleranzbereiche in Sachen statischer Aufladung. Dieses Thema ist bei „toten“ Gerätschaften wie USB-Sticks kein wirkliches Thema, bei fremdgespeister Technik wie eben akkubetriebenen Camcordern, die bei der Übertragung möglicherweise per Ladegerät am Stromnetz hängen, durchaus ein Thema. Wie stark genau, kann ich leider nicht einschätzen, aber die Controller-Ausfälle sehe ich durchaus in diesem Zusammenhang.
  4. No-Name-Hardware mit entsprechend schlechtem Support setzt dem ganzen Drama dann noch das Krönchen auf.  Die meisten Controller arbeiten mit üblichen Chipsätzen (bzw. einem einzigen Chip), für den es für Windows mitgelieferte Treiber gibt – und das war es dann auch. Analysetools, die man bei teurerer und besserer Hardware bekommen würde, gibt es in diesem Bereich in der Regel nicht, so dass man einzig und allein auf den Windows-Gerätemanager angewiesen ist, der in der Regel aber nur anzeigt, ob ein Gerät eben nun geht oder nicht.

Würde USB so zicken, wie Firewire das bisweilen tut, würden wir heute wirklich noch mit Disketten arbeiten müssen. Und das ist gerade deshalb bitter, weil Firewire in seinem Ur-Format (IEEE 1394a) schon eine überlegene Übertragungsbandbreite von 400 Megabit pro Sekunde übertragen kann und einen Übertragungsbus mit mehreren Firewire-Geräten weitgehend autonom organisiert, ohne dass man sich mit ID oder externen Terminatoren herumschlagen müsste. Wer sich mal mit SCSI herumschlagen musste, weiß das zu schätzen. Aber bei der jetzigen Ausfallquote fällt mir das wirklich schwer, von einem Fortschritt zu reden. 🙁

Ein Gedanke zu „Hire-and-Firewire.

  1. Hach, hab das mit Mitgefühl schon bei Twitter gelesen. Bin aber von meinen Firewire-Sachen nachwievor sehr überzeugt und habe noch keinen Ausfall gehabt. Kamera mit Firewire hatte ich aber noch nicht. Die starren Kabel kann ich allerdings auch bestätigen…

    Was aber klasse für mich ist, betrifft dieses Durchschleifen: habe bewusst die Kohle in die Hand genommen für mehrere Firewire-Festplatten, die aneinander gestöpselt an einer einzigen Buchse hängen und die Daten von allen werden hübsch durchgeschleift. Ich muss nur dran denken, die jeweils richtigen, an der letzten Buchse hängenden anzuschalten. Das ginge mit USB eben nicht. Von daher: drück ich mir selbst die Daumen, dass ich auch in nächster Zeit nicht solche Probs wie du kriege. Hoffentlich wird’s bei dir mit der Reparatur nicht zu teuer.

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