WordPress 3.0 steht schon mitten in der Entwicklung. Vorausgesetzt, dass alles so läuft, wie man sich das vorstellt, darf man mit dem Erscheinen im Mai rechnen, was auch nicht mehr ganz so weit ist. Es ist also nicht vermessen, sich schon mal anzuschauen, was alles zu erwarten ist. Weiterhin gilt, dass die Version 3.0 ein “normaler” Schritt ist. Die WordPress-Entwickler gehen traditionell in Zehntelschritten durch das Versionsuniversum, so dass die Version eine Weiterentwicklung von 2.9 ist und nicht von 2.0. Wer also erwartet, dass WordPress 3.0 vollkommen neu daherkommt, wird sich enttäuscht fühlen und das ist durchaus gewollt.

Denn WordPress ist weiterhin mit Riesenschritten dabei, sich zu einem echten Redaktionssystem zu entwickeln und dieser eingeschlagene Weg ist ausnahmslos gut. Dementsprechend kommen die meisten Erneuerungen wieder dem CMS-Paradigma zugute:

  • Die Installationsroutine wird erweitert, allerdings, um es gleich zu sagen, nicht komplizierter. Der Standard-Benutzer, der bisher immer “admin” hieß, kann nun frei gewählt werden und das Passwort dazu ebenso. Es gibt also zukünftig absolut keinen Grund mehr, mit dem “admin” zu bloggen.
  • Hinter den Kulissen kommt endlich zusammen, was zusammegehört. WordPress und WordPress MU, die Multi-User-Variante von WordPress. Zukünftig wird es schon mit dem normalen WordPress möglich sein, bei Bedarf weitere Website-Instanzen einzurichten. Für die Einzel-Website-Benutzer ein nicht wichtiges Feature, für die eingefleischten Folks, die WordPress MU einsetzten, endlich das Ziel.
  • Das bisherige Standard-Theme “Kubrik” geht nun in Rente und wird durch das neue Theme “2010” bzw. “twenty ten” ersetzt. “2010” bringt ein moderneres Design, ist rundum neu entwickelt und lässt sich von Nichtprogrammierern auch einfacher modifizieren. Beispielsweise wird sich die Header-Grafik direkt in den WordPress-Einstellungen ändern lassen, ebenso der Hintergrund und gar der grundsätzliche Aufbau. Sidebar gewünscht? Rein damit! Ich bin mir ziemlich sicher, dass allein schon dieses neue Theme WordPress um einiges attraktiver bei Anwendern machen wird, die mit WordPress möglichst einfach und schnell zu einer Website kommen wollen.
  • Für Updates von Themes, Plugins und WordPress selbst gibt es nun in der Navigation links unter “Dashboard” einen eigenen Menüpunkt. Hier wird es dann erstmals möglich sein, auf einen Blick zu sehen, was alles im System aktualisiert werden kann.
  • Die Unterstützung für Kurz-URL (in WordPress werden sie “Shortlinks” genannt) wird stark erweitert. Zukünftig sind Kurz-URL nicht mehr nur beim externen Dienst “wp.me” möglich, sondern auf der eigenen Web-Adresse.
  • Eine WordPress-Website lässt sich nun sehr einfach für Suchmaschinen verstecken (bisher musste man dazu in die Einstellungen und dort unter “Privatsphäre” die entsprechenden Optionen bearbeiten). Hierzu wird im Dashboard rechts neben dem Titel und dem Button “Zur Seite” noch ein weiterer Button namens “Privacy On” erscheinen, der auf einen Schlag die entsprechenden Metatags, die für die Kennzeichnung, ob eine Website von einer Suchmaschine indiziert werden darf oder nicht, sorgen.
  • Die neu hinzukommende “Custom Navigation” wird in der Sidebar einer WordPress-Website eigene Navigationsmenüs ermöglichen, die mit Links zu internen und auch externen Websites gefüllt werden können. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn mit WordPress eine eigene Microsite einer Präsenz betrieben wird und man hier mit einem einheitlichen Theme eine übergreifende Navigation abbilden möchte, die genauso aussieht, wie auf der Haupt-Website. Die Idee der “Custom Navigation hat perun recht übersichtlich erklärt.

Wie geht es weiter? Nach dem aktuellen Projektfahrplan beginnt in den nächsten Tagen die Beta-Phase, Mitte April soll dann der erste Release Candidate (RC) die Welt erblicken und, wenn alles gut läuft, dürfen wir dann im Mai WordPress 3.0 begrüßen. Anvisiert ist gleich der 1. Mai. Das wird spannend.