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Zensursula scheint tot zu sein, aber …

9. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Ich glaube in der Politik nicht an Zufälle oder an Happy-Ends. Dass die Bundesregierung gestern mit einem Brief an den Bundespräsidenten das Ungetüm des “Zugangserschwerungsgesetzes” in wesentlichen Teilen zurücknehmen will und sich vor allem von staatlichem Gefiltere verabschieden will, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass die Bundesregierung nun Vernunft angenommen oder sich die FDP als ach so standhafte Partei für die Bürgerrechte durchgesetzt hätte – das wäre alles bei dem Stand der Online-Kompetenz der Bundesregierung Zufall und an den glaube ich ja eben nicht.

Und für den Realitycheck hilft auch, wenn man sich den Wortlaut des Schreibens näher anschaut. Wenn man tatsächlich als Ersatz “Gesetzesinitiativen zur Löschung von kinderpornografischen Inhalten” starten will, frage ich mich, welche zusätzlichen Gesetzesinitiativen das sein sollen, die bereits geltendes Recht ersetzen sollen, denn der Besitz und die Weitergabe von kinderpornografischen Inhalten ist verboten. Es gibt also schon jetzt und es gab damit auch schon vor der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eine sehr eindeutige Grundlage.

Nun kann man das auf zweierlei Weise deuten: Entweder will man das Gesicht der Protagonisten der Zensursula-Aktivitäten weitgehend wahren und schwabuliert da vor sich hin oder man hat schon die nächste Ferkelei in der Hinterhand, um möglichst lange das Paradigma des “rechtlosen Internets” weiter nutzen zu können. Wenn ich mir das völlig sinnfreie Gefasel der Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner zu Google StreetView anschaue, ahnt man dunkles.

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Blogs aus der Region (24).

8. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Mit diesem Update gibt es fünf weitere, private Weblogs für die Liste der Blogs aus Pforzheim & Enzkreis:

  • Das Weblog von Biggi Arndt ist ein Teil ihrer recht sehenswerten Homepage. Laut ihrer Beschreibung studiert sie an der Hochschule Pforzheim, ist aber derzeit auf Auslandssemester in Vancouver. Egal, hat im näheren Sinne etwas mit Pforzheim zu tun und ist damit akkreditiert. :-)
  • Das nächste Weblog nennt sich “Pforzemer Seckl” und wird von Florian Freiberger beschickt.
  • Die restlichen drei Weblogs werden im Paket vorgestellt, weil sie sich alle drei mit dem Thema BMX-Rädern beschäftigen. Da seien zum einen “Alex” und “Viktor”, die gemeinsam das Weblog “Twenty4Inch-Pforzheim” beschicken und “Kroni-D” und “Marius”, die ihrerseits das Weblog “Pforzheim BMX” befüllen. “Marius” pflegt seinerseits nochmal ein eigenes Blog mit dem kurzen und knappen Namen “unsinn!

Wir sind jetzt bei 99 Weblogs. Man verzeihe, ich habe echt versucht, die 100 zu reißen, aber das muss wohl bis zum nächsten Update warten. Sachdienliche Hinweise werden selbstverständlich jederzeit entgegengenommen.

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So beschriften die Profis.

6. Februar 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SupportWelt

Wenn man gar nichts anderes mehr zu beschriften hat, geht zur Not auch zwei Zentimeter breites Beschriftungsband. Das Ergebnis ist auch gleich viel übersichtlicher. Vor allem, wenn man aus dem Typografieangebot dann wirklich aus dem Vollen schöpfen kann:

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re:publica 2010.

4. Februar 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Interna

Den durchgeknallten 374 Typen, die meinem Twitter-Stream followen, wird schon vor einigen Tagen aufgefallen sein, dass mein Profilbild nun auch die vier lustig-bunten “Böppel” hat, die schon seit einigen vorherigen Tagen bei anderen Twitterern erschienen sind. Die Auflösung dazu findet sich rechts, die Böppel gehören zur re:publica, einer Social-Media-Konferenz, die im April nun zum vierten Mal in Berlin stattfindet und die Böppel macht sich der darauf, der mit seiner Teilnahme besonders herumprollen will.

Bisher habe ich mich erfolgreich um jedes Barcamp herumdrücken können, was beweist, dass man mehr als zehn Twitter-Follower, zehn Facebook-Kontakte oder zehn Blog-Leser haben kann, ohne auf solche Veranstaltungen herumzutanzen. Damit will ich keinesfalls Barcamps diskreditieren, irgendwie fehlte mir dazu Zeit und Muße.

Nun, also, re:publica 2010 als Premiere. 70 Euro für das Blogger-Ticket sind für eine dreitägige Konferenz günstig angelegtes Geld und meine edlen Freunde in Berlin rücken zusammen, um meiner armseligen Existenz und einigen meiner Habseligkeiten ein vorübergehendes Dach über dem Kopf.

Und weil Premieren unvergesslich sein sollen, habe ich auch gleich mal ein eigenes Thema vorgeschlagen, das sich mit Politik 2.0 beschäftigt. Vielleicht wird es ja etwas und es kommt mit aufs Programm. Wobei ich zugeben muss, dass ich erst nach der Einreichung gelesen habe, dass letztes Jahr 1.800 Leute dabei waren und die re:publica also eine richtig große Konferenz ist. Könnte noch heiter werden, aber wenn man sich keine nicht nur kinderleicht erreichbaren Ziele setzt, macht es nur halb so Spaß. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis dato: Anmelden! Blogger-Tickets gibt es nicht mehr so viele und Blogger sind immer noch die Königsklasse des Web 2.0. Sorry, ihr 374 Durchgeknallten, ich liebe euch trotzdem. :-)

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Von schwankenden Netzwerken.

4. Februar 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SupportWelt

Eine E-Mail eines Kunden verbreitete kürzlich ungeahnte Heiterkeit im Büro. Da fragte der Kunde, der ein umfangreiches Unternehmensnetzwerk mit vielen Filialen betreibt und am Hauptstandort eine Außenanbindung mit mehreren unabhängigen Upstream-Anbindungen zu verschiedenen Providern pflegt, was eine bestimmte BGP4-Konfiguration auf seinem zentralen Router bedeutet. Nämlich “neighbor x.x.x.x weight 100”.

Bei sowas schrillt der Alarm, denn am externen Routing herumzubasteln, gerade wenn man BGP4 zwecks mehreren Provider-Anbindungen einsetzt, ist das unqualifizierte Schrauben an solchen Einstellungen äquivalent zu Analogien, bei denen man während einem Flug von Frankfurt nach New York einfach mal die Cockpit-Steueranzeigen umkonfigurieren möchte.

Offensichtlich, so die Mail, passierte ähnliches. Der mutige Mitarbeiter entfernte einfach mal die betreffende Zeile in der Konfiguration einer Provider-Anbindung, was dazu führte, dass der nach außen gerichtete Datenverkehr plötzlich “flappte”, mal ging es zum einen Provider hinaus, mal zum anderen. Das Internet geriet (sinnbildlich) in Schieflage, Anbindungen zu anderen Unternehmen und Außenstellen brachen ab und das endete alles erst, als man die Zeile wieder hinzufügte. Ja, sowas hebt die Spannung in einer EDV-Abteilung ungemein. Ein Angriff der Klingonen, die mit romulanischen Tarnvorrichtungen bis direkt vor die Enterprise geflogen sind, ist vermutlich nichts dagegen.

”neighbor xxx weight 100” ist, um es jetzt mal sehr vereinfacht zu erklären, ein IOS-Befehl, der zur Gewichtung benutzt wird, welchen Upstream man eher benutzen möchte, als einen anderen. Das dient hauptsächlich dazu, um bei mehreren vorhandenen Anbindungen eine so weit für bestimmte Zieladressen (oder auch für alle) zu bevorzugen, bis diese eine Schwelle der Funktionalität unterschreitet, bevor der Router dann eine andere Anbindung nimmt.

Das besondere an diesem Befehl ist aber, dass die Gewichtung nur auf dem Router selbst passiert und nicht an andere Teilnehmer im Routing weitergegeben wird. Hat also ein Router mit der Gewichtung ein Problem, so nutzt das Netzwerk eben diesen Router nicht. Diese Gewichtung granuliert man sich deshalb äußerst fein auf die vorhandenen Anbindungen und bewertet das dann auch regelmäßig, um gegebenenfalls Gewichtungen anzupassen, denn im Normalfall muss das alles im laufenden Betrieb passieren.

Wenn plötzlich mehrere Anbindungen gleich für die gleichen Zieladressen bevorzugt werden sollen, so mag das vielleicht basisdemokratisch aussehen, führt aber zu katastrophalen Ergebnissen. Das hat unser Kunde jetzt verstanden. Ich gebe zu, ich habe das einst auch so gelernt. ;-)

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