Hack‘ den Turm.

Es muss ein Bild beziehungsweise ein Klang für die Götter gewesen sein, der da am Wochenende abends in Rize an der türkischen Schwarzmeerküste ertönte. Gegen 20.30 Uhr raschelte es wohl laut in den rund 170 Minaretten der Moscheen in und um Rize herum und plötzlich erschallte anstatt dem Ruf des Muezzins – Volksmusik. Und dann auch nicht irgendeine Volksmusik, sondern ausgerechnet fünf Minuten lang Musik des legendären türkischen Musikers Zeki Müren, der zu Lebzeiten aufgrund seines „extravaganten“ Auftretens in schriller und oft weiblich angehauchter Kleidung gerade bei Konservativen und Religionsanhängern nicht unbedingt viele Anhänger hatte.

Was war geschehen? Die Zeit, in der der Muezzin tatsächlich das Minarett hinaufstieg, um seine Schäfchen zum Gebet zu rufen, sind in Ballungsräumen schon länger vorbei und moderne Technik hält Einzug. In Rize sind die meisten Lautsprecheranlagen der Minarette so zusammengeschaltet, dass sie per Funk zentral von einem Muezzin angesteuert werden. Hacker haben sich dem angenommen und kurzerhand die Lautsprecheranlagen der Minarette dazu genutzt, um etwas Musik zu machen, bis hinein in die landeinwärts liegenden Täler.

Und ja, die Verantwortlichen sind auch in der Türkei ebenso pikiert darüber, wie man vermutlich auch hier wäre, wenn sich jemand in die Glockenanlage eines Kirchturmes hacken würde:

Für Mufti Ilyas Serenli seien es allerdings „unschöne Klänge“ gewesen. „Es riecht nach Sabotage“, zitiert der TV-Sender Serenli. „Wir werden unsere Maßnahmen ergreifen.“

Dennoch… astreine Aktion, hätte von mir sein können. Aus gut unterrichteter Quelle habe ich die Information, dass sich halb Rize in den Armen vor Lachen liegt. 😉

[via CNN Türk, ZDF heute.de und eigenen Quellen]

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