WordPress 2.9.

Das Update auf WordPress 2.9 ist – wer nicht gerade eine uralte WordPress-Installation updaten will – ein Kinderspiel. Die in WordPress integrierte Update-Funktion ist okay, bei “Major Updates” pflege ich jedoch gern das große Update hinter den Kulissen, also das Updaten per FTP-Transfer und selbst das funktioniert inzwischen völlig problemlos.

An Grundbedingungen gibt es eine Neuerung: Als MySQL-Datenbank ist mindestens 4.1.2 nötig, bisher funktionierte es auch mit einer 4.0.x. Wer bereits MySQL 5.x einsetzt, ist natürlich auf der sicheren Seite. Die meisten Webhoster bieten eine MySQL-Datenbank standardmäßig schon als 5.0 an und in der Vergangenheit erforderten auch schon viele WordPress-Plug-Ins MySQL 5.0. Es ist also nicht völlig neues Fahrwasser.

Einige Neuerungen im Schnelldurchlauf:

  • Unterstützung von “oEmbed”
    Echte Killerfunktion, mit der das Einbetten von Videos dramatisch vereinfacht wird. Ist es bisher beispielsweise bei YouTube-Videos immer nötig gewesen, den kompletten Embedding-Code des jeweiligen Videos in der HTML-Ansicht des WordPress-Editors hineinzupappen,reicht nun einfach nur die Adresse der Seite, auf der das Video steht – den Rest erledigt das oEmbed-Protokoll. Dazu hat YouTube auf jeder Seite, auf der ein Video gezeigt wird, im Hintergrund Informationen, die nun auch WordPress auslesen kann und so für die Einbettung sorgt. Einfach einmal ausprobieren, oEmbed funktioniert sofort mit jeder WordPress-2.9-Installation.
  • Papierkorb
    Eine Änderung gibt es beim Löschen von Artikeln, Seiten, Kommentaren und Mediathek-Inhalten: Anstatt direkt beim Löschen eine Nachfrage zu erhalten, ob die zu löschenden Inhalte tatsächlich über den Jordan gehen sollen, entfällt diese Nachfrage zusätzlich, stattdessen landen die gelöschten Inhalte in einen Papierkorb, der gesondert geleert werden kann. Ein Schritt in Richtung richtiges CMS.
  • (Rudimentäre) Bildbearbeitungsmöglichkeiten
    Einfache Bildbearbeitungen wie Drehen, Spiegeln oder Beschneiden können nun direkt in WordPress ausgeführt werden. Ist zwar noch rudimentär, aber das ist ebenfalls ein Schritt in Richtung CMS.
  • Besseres Verhalten beim automatischen Ausloggen
    An einem Ärgernis haben die WordPress-Folks nun auch gearbeitet: Am automatischen Ausloggen. Arbeitet man direkt in der WordPress-Administrationsoberfläche, konnte es bisher passieren, dass man wunderschön einen Artikel schreibt, dann veröffentlichen möchte und plötzlich wieder auf der WordPress-Einloggen-Maske landet. Mit Glück kommt man in so einem Fall im Webbrowser mit einem Sprung auf eine Seite zurück wieder zum Artikel und kann sich noch verstohlen einloggen, mit viel Pech ist aber der soeben geschriebene Artikel über den Rubikon gegangen. Nun warnt WordPress mit einem Popup, wenn man sich während dem automatischen Ausloggen im WordPress-Backend befindet.
  • Massenaktualisierung von Plug-Ins
    Das war nun wirklich auch notwendig, wer kennt das Problem nicht: Man hat x Plug-Ins installiert, eine Weile nicht aktualisiert und will das nun alles auf einmal tun. Bis jetzt musste man tatsächlich jedes Plug-In einzeln anfassen, das geht nun alles in einem Rutsch.
  • Artikelbilder als Vorschau
    Die Integration von Vorschaubildern ist eigentlich (noch) eine weitgehend weblog-untypische Angelegenheit und eine weitere Reminiszenz an die Zielvorgabe, WordPress mit professionellen CMS-Funktionen auszustatten. Die Idee hierbei ist, einen Artikel mit einem Bild zu versehen und dieses Bild dann von einem entsprechend ausgestatteten Theme als Vorschaubild anzuzeigen. Entsprechende Themes werden höchstwahrscheinlich in der nächsten Zeit von dieser Funktion, die bisher nur mit Plug-Ins realisiert werden konnte, Gebrauch machen.
  • Vorbereitung für “Custom Post Types”
    Was hier mit der Implementierung der API vorbereitet wird, ist ebenfalls ein handfestes CMS-Must-Have, nämlich die Möglichkeit, Artikeltypen als Templates vorzudefinieren. So wäre es denkbar, einen Artikeltyp vorzudefinieren, der zum Beispiel eine Tabellenstruktur für Fußballergebnisse abbildet, so dass der Autor nur die Spielpaarungen und Ergebnisse einsetzen muss. Eine vollständige Implementierung, die auch die Felder automatisch in der WordPress-Datenbank anlegt, ist allerdings erst für das nächste Major Update zu erwarten, also vermutlich dann für WordPress 3.0.
  • Benutzerdefinierte Felder bei Kommentaren
    Die “custom fields”, mit denen bisher Artikeln noch weitere Informationen hinter den Kulissen mitgegeben werden konnten und damit dann Artikel klassifizieren konnte, gibt es nun auch für Kommentare. Damit lassen sich dann Kommentare ebenfalls klassifizieren. Derzeit ist das Bestücken von benutzerdefinierten Feldern für Kommentare nur über eine API möglich, weitergehender Support soll in zukünftigen WordPress-Versionen dazukommen.
  • Anmeldung von Funktionen von Theme- und Plug-In-Autoren
    Autoren von Themes und Plug-Ins können nun mit add_theme_support(“funktion”) und current_theme_supports(“funktion”) bestimmte, von ihrem Theme bzw. Plug-In genutzte Funktionen in WordPress anmelden. Ist zum Beispiel wichtig bei der Vorschaubildfunktion, die von einem Theme, dass diese Funktion unterstützt, mit obiger Funktion so der WordPress-Installation gemeldet werden kann.

Und wie immer gibt es eine Reihe von Bugfixes und Verbesserungen im Detail. Ich sehe neue, nun rechteckigere Buttons, die mir deutlich besser gefallen, als die bisherigen rundeckigen Buttons. Geschmackssache. Immerhin ist das Dashboard gleichgeblieben, es entfällt also großer Schulungsaufwand.

Installationsempfehlung? Kann man ruhig machen. Bisherige Themes werden höchstwahrscheinlich problemlos weiterlaufen, so neu hinzugekommene Sachen wie Vorschaubilder oder benutzerdefinierte Felder bei Kommentaren beeinflussen alte Themes nicht. Da auch das das Dashboard weitgehend unverändert geblieben ist, entfällt auch großer Schulungsaufwand für Endnutzer. Lediglich bei der verwendeten MySQL-Version sollte man bei seinem Provider schauen, ob da ggf. noch 4.0.x im Einsatz ist. Hier am besten gleich auf MySQL 5 umsteigen.

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