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(Hoffentlich kommt nur ein) Paket von Amazon.de.

21. Oktober 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in GeschäftsWelt

Etwas bei Amazon.de zu bestellen, ist ja nun nichts mehr wirklich spannendes. Und die Amazon.de-Resterampe, die vornehm Amazon.de Warehouse Deals heißt, ist nichts anderes wie ein Marketplace-Anbieter, der eben Amazon.de selbst ist. Kann man das ein oder andere Schnäppchen machen, bei der Resterampe vor allem mit Krempel, der von Kunden zurückgesendet wurde und dank fehlender oder defekter Verpackung nicht in den normalen Verkauf zurückgehen kann.

Also, dort eingekauft und Bestellbestätigung erhalten. Heute kam dann auch die Versandbestätigung für ein Paket, das nun auf den Weg ist. Und neben dieser E-Mail kamen in den nächsten sieben Minuten nach Empfang der Versandbestätigung noch 167 weitere. Genau, 167 Versandbestätigungen für Bestellungen, die nicht von mir sind, alle an mir völlig wildfremde Personen e-mail-adressiert sind und alle einen leider defekten Anhang enthalten. Defekt deshalb, weil der base64-codierte Anhang falsch eingebettet ist. Kopiert man diesen Anhang jedoch manuell aus dem Quellcode heraus und decodiert ihn, kommt tatsächlich eine als PDF-Datei erstellte Versandbestätigung heraus.

Natürlich kann man über sowas hinwegsehen, die E-Mails löschen und einfach auf sein Paket warten. Da ich jedoch Murphys Gesetze kenne, weiß ich, dass man mit so einer Haltung dann auch problemlos morgen nicht nur ein Paket erhalten könnte, sondern 168 Stück. Also ein Quasi-Notruf auf der Amazon.de-Hotline, die zumindest bestätigt, dass es gerade Probleme gibt, an denen man bereits arbeite, die bisher betroffenen Kunden hätten aber bis dato nur zwei oder drei fremde Versandbestätigungen erhalten.

Und, großes Plus: Die Mitarbeiterin hat auch schon ohne Ansage das Problem erkannt und anhand einer Bestellnummer einer fremden Bestellung geprüft, dass die Lieferung tatsächlich zum eigentlichen Besteller geht und nicht zu mir. So muss ich also doch nicht kurzfristig noch ein Lagerhaus anmieten.

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Ein neuer Platzhirsch: Hoogle.

21. Oktober 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MüllWelt

Wenn man zumindest SPIEGEL Online in seiner Newsticker-Übersicht in der Netzwelt-Rubrik glauben soll:

SPIEGEL Online: "Hoogle"

Sie meinten natürlich Google. Und wie es sich für SPIEGEL Online gehört, muss man schnell sein, denn sie haben den Fehler ruckzuck behoben. Um so wertvoller sind solche Screenshots. :-)

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Coacher im sozialen Netzwerk.

21. Oktober 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Das Berufsfeld der “Coacher”, also der Leute, die der unbedingten Meinung sind, anderen Leuten für Geld sagen zu müssen, was sie falsch machen im Leben und wie sie es angeblich richtiger machen könnten, ist vermutlich einer der Berufe, die soziale Netzwerke erst zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Früher waren es die Consultants zu allen möglichen und unmöglichen Themen und die man gerade in der EDV-Branche nur unter Zuhilfenahme von massiven Bedrohungen losgeworden ist.

Heute ist es eben der Coacher, der sich dann gern mit solchen Texten meldet und sich zur Kontaktaufnahme einlädt:

[20.10.2009, Xxxxxx Yyyyy] Grund für Kontaktaufnahme: Hallo Herr Karadeniz,
ich würde mich freuen Sie in meiner Kontaktliste zu wissen, nicht zuletzt deswegen, weil wir in der gleichen Gruppe sind.
Herzliche Grüße
Xxxxxx Yyyyy

Und was macht der Herr beruflich, wenn man das noch als Bestätigung für die bekannten Vorurteile sucht? Er coacht sich so durchs Leben. Und er sucht. Nämlich Leute, die “schlaue Köpfe” sind, “Führungskräfte”, “Leader”, “außergewöhnliche Menschen” und bla bla bla.

Blöd allerdings, wenn man vor lauter Manneskraft seine Tarnung vergisst und entschuldigenderweise doch tatsächlich folgenden Disclaimer in den Einladungstext mitgibt:

PS: Lehnen Sie neue Kontakte grundsätzlich ab, schreiben Sie mir dies nicht extra zurück. Ich lösche alle nicht bestätigten Kontakte eh demnächst wieder.

Brauchst du nicht, erledige ich schon vorher.

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“Protectors – Auf Leben und Tod”.

19. Oktober 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Ich bin leidenschaftlicher Fan skandinavischer Krimiserien, was hier und da im Blog auch mal durchschimmert. Der Artikel mit der komplexen Auflösung der ersten Staffel von Kommissarin Lund gehört nicht ohne Grund zu den am meisten aufgerufenen Artikeln hier im Blog.

Das ZDF ließ sich nicht lumpen, hat offensichtlich googeln lassen und so fanden sich am Samstag in meinem Briefkasten zwei DVDs mit zwei Screenern zur brandneuen dänischen Krimiserie namens "Protectors – Auf Leben und Tod" (nennt sich im Original “Livvagterne”), die jetzt am kommenden Sonntag beginnen wird (25. Oktober, 22 Uhr im ZDF) und aus zunächst fünf Folgen besteht. An der zweiten Staffel wird bereits gedreht, die dann im Herbst 2010 im Fernsehen zu sehen sein wird.

Es geht bei Protectors völlig überraschenderweise nicht um Schienbeinschoner, sondern um eine Personenschützertruppe der dänischen Polizei. Viele Länder, darunter auch Dänemark, haben ihre Schutzmaßnahmen gegen mögliche Anschläge von außen daher deutlich erhöht. Nach dem 11. September und der Teilnahme Dänemarks am Irakkrieg reicht es nicht mehr, nur der dänischen Königsfamilie und ausgewählten Diplomaten einem besonderen Schutz zukommen zu lassen. Spezialeinheiten werden gebildet, um Entführungen zu beenden, Bombenattentate zu verhindern und besonders gefährdete Personen zu schützen. Der dänische Geheimdienst PET (“Politiets Efterretnings Tjeneste”) hat die Abteilung für Personenschutz weiter ausgebaut und die Einheiten für Überwachung und Spezialeinsätze verstärkt. Etwa 300 Offiziere arbeiten für den dänischen Geheimdienst, der in einem modernen Gebäude in Søburg, ganz in der Nähe von Kopenhagen, untergebracht ist.

Die drei Protagonisten von Protectors, Rasmus, Jonas und Jasmina durchlaufen ein hartes Training, um in die Spezialeinheit für Personenschutz aufgenommen zu werden und die zweijährige Probezeit absolvieren zu können. Viele Teilnehmer des Programms scheitern während der Prüfungen und kommen psychisch und physisch an ihre Grenzen. Unsere Hauptfiguren bestehen die Tests und kommen schnell zu ihren ersten Einsätzen.

Was ist zu sagen nach dem Anschauen der ersten Folge? Erst mal ein Staunen über eine Krimiserie, bei der wieder einmal jeder deutsche Krimi verpufft, wie ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. Protectors wird von der gleichen Produktionsfirma wie Kommissarin Lund und Der Adler produziert und allein das ist schon der Eingangsstempel. Und die ersten Minuten legen die Messlatte wieder ganz nach oben. Grandiose Schauspieler, eine perfekte Rahmenhandlung für die Serie, eine feinfühlige Einführung, clever erzählte Episodengeschichten. Und wie bei Kommissarin Lund laufen auch bei Protectors wieder mindestens zwei Erzählstränge gleichzeitig, nämlich ein Strang im Umfeld der dänischen Polizei “Politi” und einer im Umfeld der Politiker, die die Personenschützer beschützen. Und beide Geschichten haben es in sich, weil sie in allen Momenten einfach überragend gut und authentisch erzählt werden. Es soll keiner sagen, der Politikbetrieb sei ein Ponyhof…

Der Dramaturgie kommt das Genre des Personenschützers sehr entgegen, vor allem, wenn man als Autor so gut den Erzählstrang laufen lässt, wie hier. Der Zuschauer hängt unmittelbar mit drin und fiebert schon nach kurzer Zeit mit den Personenschützern mit, um ja nichts in der Umgebung zu verpassen. War da nicht etwas im Busch? Kommt da ein Auto von rechts? Was dabei unnachahmlich ist, sind die extrem schnell aufgebauten Spannungsbögen, die jedoch auf Kosten der "Entspannung" der Zuschauer gehen – man hängt von der ersten bis zur letzten Minute drin.

Über die hochfeine und moderne Produktionstechnik muss man nichts mehr sagen: Weite Strecken kommen mit der Handkamera aufgezeichnet daher, was allerdings tatsächlich selten stört, die Unruhe im Bild passt zur gewünschten Unruhe beim Zuschauer. Dazu kommen wieder wunderbare Aufnahmen vom Hubschrauber, mit denen Sprünge in den Schauplätzen eingeleitet werden und die man auch schon von Kommissarin Lund kennt.

Auch mit technischem Schnickschnack wird nicht gespart und es fällt auf, dass man gerade bei den technischen und computertechnischen Details wieder peinlich genau auf die Getreue achtet. Diese kleinen Details, die man überall findet und die dann auch noch gepaart sind mit echtem "Gaunerlatein" wie beispielsweise eine hochkant gestellte und zu einer Aschesäule verbrannten Zigarette als Warnzeichen, ob ein Notebook angefasst wurde, sind die Würze der skandinavischen und eben der dänischen Krimis. Dass es bei Protectors darüber hinaus erheblich stärker eingebaute Gesellschaftskritik gibt, ist umso interessanter, wenn man bedenkt, dass es in Dänemark gerade in den letzten Jahren einen großen Diskurs über die vielbeschworene Toleranz gegenüber anderen Kulturen gibt. Mit dem knallharten Thema beschäftigt sich gleich die zweite Folge. Und dann muss ich zuschauen, unbedingt noch die restlichen Folgen vorab zu ergattern, sonst werd’ ich ja noch narrisch…

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Star Trek in der Internet-Geschichte, Teil 2: Rollenspiele.

18. Oktober 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in HistoryWelt

Der erste Teil der kleinen Artikelserie über den Einfluss von Star Trek auf die Internet-Geschichte liegt ja schon eine Weile her und die zwei fortsetzenden Artikel sind schlicht untergegangen – aber nicht vergessen. Deshalb hier der zweite Teil, der sich im Speziellen damit beschäftigt, wie Star Trek mit Rollenspielen in der Internet-Szene Fuß gefasst hat.

Rollenspiele im Besonderen

Star Trek war und ist durch sein praktisch unendlich großes Geschichtsuniversum schon immer Hintergrund für eigene Geschichten und Rollenspiele gewesen. Waren Rollenspiele in der Vor-Internet-Ära eher Aktivitäten, die man im engsten Freundeskreis zu Hause oder auf dem Schulhof spielte, erweiterte das Internet diesen Illusionsraum gewaltig, fast wie die vielbeschworenen "unendlichen Weiten" des Weltraums.

Wie funktionieren Rollenspiele? Im Prinzip sehr einfach, denn praktisch jeder hat, zumindest in seiner Kindheit, auch mal Rollenspiele gespielt: In einem Erzählhintergrund nimmt jeder eine Filmcharaktere ein, ein Spielleiter bringt eine initiale Geschichte ein und die Charaktere beginnen dann mit dem Rollenspiel, in dem jeder Dialoge und Handlungen einbringt, möglichst analog zu den Fähigkeiten seines eingenommenen Charakters.

Was bis dato meist "face to face" in gemeinsamen Treffen mit Papier und Bleistift gespielt wurde, bekam mit den elektronischen Medien eine neue Dimension, denn die Teilnehmer konnten nun von zu Hause mitspielen und ihre Beiträge per E-Mail einsenden. Da Rollenspiele in Spielzügen gespielt werden und es auch Varianten für asynchrone Spiele gibt (also die Reaktion der einzelnen Spielteilnehmer nicht unmittelbar sofort erfolgen muss), verbanden die elektronischen Medien Trekkies nun auch über viele Kilometer hinweg. Per E-Mail konnte man schon auf sehr spannende Weise Rollenspiele in einer kleineren Gruppe bewerkstelligen, was im Laufe der Zeit durch den Chat als Echtzeitmedium abgelöst wurde. Star Trek hatte als Rollenspiel eine besondere Stellung, da es, im Gegensatz zu vielen anderen Rollenspieluniversen, in einer modernen Zeit spielt und durch Serien und Kinofilme eine Menge an vorhandenem Stoff mitbringt.

Das Internet war hierbei anfänglich gar nicht die größte Plattform, denn in den 1980er Jahren waren Internet-Zugänge für Privatmenschen weitgehend unerschwinglich, während es Mailboxen jedoch waren, beispielsweise das sehr weit verbreitete FidoNet, das 1984 in den USA von Tom Jennings gestartet wurde und innerhalb weniger Jahre zu einem weltumspannenden Mailboxnetzwerk wuchs.

Den Inhalt eines derartigen Rollenspiels darzustellen, ist schwierig und für Außenstehende, die Rollenspiele nicht kennen, nicht ohne weiteres verständlich, weil die Spiele in der Regel sehr tiefgehend und komplex ablaufen. Spieler, die sich in einer Gruppe organisiert haben, sind in der Regel in Flottenverbände aufgeteilt, die wiederum aus einzelnen Schiffen bestehen und in denen dann einzelne Spielmissionen erledigt werden. Spielzüge einzelner Spieler werden dann innerhalb aller Teilnehmer der jeweiligen Mission verteilt, so dass jeder auf dem gleichen Stand ist. Viele Spielvarianten arbeiten mit Punktesystemen, die an erfolgreiche Teilnehmer für erfüllte Missionen vergeben werden. Auf Basis solcher Punktesysteme werden dann auch Karrieren bewertet.

Beispielhaft seien an dieser Stelle einige Plattformen verlinkt, die entsprechende Star-Trek-Rollenspiele im deutschsprachigen Raum hosten:

Einen großen Antrieb in Sachen Echtzeitkommunikation in Rollenspielen gab es durch das IRC, dem Internet Relay Chat des Finnen Jarkko Oikarinen, das 1988 seinen Siegeszug als einheitliches Chat-Protokoll begann. Star-Trek-bezogene Chat-Kanäle sind in allen IRC-Netzwerken, die sich nach und nach bildeten, eine feste Größe, viele Rollenspielnetzwerke arbeiten aber mit eigenen IRC-Servern, auf denen Spielmissionen in eigenen Channels gehostet werden.

Chat-basierte Rollenspiele funktionieren dabei recht anschaulich, in dem ein Chat-Channel der buchstäbliche Raum für die Geschichte ist und deren Teilnehmer die Darsteller mimen. Beliebt ist beispielsweise ein Handlungsstrang eines Raumschiffes, d.h. die Teilnehmer mimen eine Schiffsbesatzung und spielen so eine Geschichte durch. Im Gegensatz zum asynchronen (also zeitversetzten) Ablauf bei Nutzung von E-Mail laufen Chat-Sitzungen weitgehend in Echtzeit ab. Spielteilnehmer "treffen" sich also zu vereinbarten Zeiten auf dem Server, um Missionen zu spielen.

Im dritten und letzten Teil gehe ich auf Star Trek und den Einfluss auf das World Wide Web ein.

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