Ich hätte gern: Einen Friedensnobelpreis.

Was für ein hanebüchener Schwachsinn: Barack Obama, also tatsächlich der US-Präsident, der seit Januar im Amt ist, erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Und das für seine “außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern”. Äh, wie bitte? Der Mann ist gerade mal neun Monate im Amt, kämpft vor allem damit, die Zusammenarbeit von Arm und Reich in seinem eigenen Land wieder zu etablieren und hat außenpolitisch außer vielen Sondierungen bisher noch nicht wirklich viel zustande gebracht. Ganz im Gegenteil: Gestern beherrschte unter anderem die Nachricht die Welt, dass die US-amerikanische Diplomatie schwammig mit einer “Superbombe” in der Iran-Diskussion schwadroniert, mit der tiefliegende Bunker getroffen werden könnten. Sehr friedensstiftende Maßnahme. So steht dieser Friedensnobelpreis unter dem Verdacht, als Vorschusslorbeeren zu gelten. Und das ist wahnsinnig schlecht.

Sehr übel, für alle Seiten. Zeigt es doch, dass es offensichtlich schon reicht, zwei Jahre einen auf Hoffnung basierenden Wahlkampf zu machen, sich dann (zu Recht) wählen zu lassen und dann letztendlich für all diese warmen Worte dann den Friedensnobelpreis zu kassieren.

5 Gedanken zu „Ich hätte gern: Einen Friedensnobelpreis.

  1. Meine Güte … lasst den Leuten doch ihre Freude mit St. Obama! Natürlich ist er weder besser, noch schlechter als seine Vorgänger. Aber, hey: Er ist der erste schwarze US-Präsident, er ist jung, sieht nett aus und kann fehlerfreier vom Teleprompter ablesen als Georgie-Boy.
    Meiner Ansicht nach hat er den Preis auch nicht weniger verdient als Arafat oder Kissinger. Er befindet sich in guter Gesellschaft.

  2. Tja Besim hier verstehst du die Sprache und die Politik der Enterprise-Klasse nicht. Dies ist ein Signal an das iranische Volk. Unter dem Vorgänger wurde für die iraner sichtbar die US-Panzer und Raketen aufgefahren. Diese Drohkulisse hat zu Stärkung der Hardliner geführt – nachvollziebar, denn wer will sich gegen einen starken Mann stellen, wenn das Land von außen bedroht ist. Aus Kritik wird zu schnell Verrrat und Vaterlandsverrat.

    Obama hat nun diese Politik geändert und bewußt milde Worte an das iranische Volk benutzt. Er hat Wert gelegt auf die Rechte des Volkes, dass die friedliche Nutzung der Kernenergie einschließt. Aber er hat sich ebenso konsequent hinter Israel gestellt.

    Von der Welt kommt nun das Zeichen: Dieser Weg ist der Weg, den wir als friedlich erachten. Es ist ein politische Solidaritätserklärung.

    Außerdem ist es seine letzte Chance. Wenn seine Mission schief geht – und alles deutet zur Zeit darauf hin – dann wird er der Präsident werden, der in seinen Kriegen mehr Menschen tötete als alle seine Vorgänger zusammen.

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