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Was haben wir eigentlich früher gemacht, ohne Internet?

30. Oktober 2009 | 11 Kommentare | Veröffentlicht in Netzleben

Dieser Frage bin ich mal letztens rein spaßeshalber nachgegangen. Eben so Fragen, die man sich stellt, wenn man zwei Flaschen Bier intus hat. Und ich musste mich doch einen Moment bei einigen Dingen anstrengen und überlegen, wie das früher war. So vor dem Internet. (Es darf übrigens mitgemacht werden, ganz unten im Artikel steht, wie genau)

Musik

Musik habe ich immer bei meinem Lieblingshändler gekauft, dem “CD-Laden” in der Holzgartenstraße in Pforzheim. Da gab es den Chef, Berater, Verkäufer, Ankäufer und Bestellannahme in Person, der einfach alles wusste: Henry Stark. Henry war und ist Musikkönig und wenn er etwas nicht wusste, holte er sich das Wissen bis spätestens am nächsten Tag. Da der CD-Laden nur ein paar Schritte von meiner damaligen Wohnung entfernt war, konnte man das problemlos riskieren oder auch einfach anrufen.

Das wirklich praktische war immer folgendes: Man kam hin, “hey, Henry” und fragte: “Alter, was liegt denn so an?” Und dann wusste Henry sofort, was anlag, denn er merkte sich wie ein Barkeeper alles das, was die Kundschaft gern kauft und legte in zwei Minuten eine Auswahl von neuen CD vor den bereitstehenden CD-Player zum Testhören. Einwerfen, anhören, kaufen, Zahlung in bar. Customer Relationship Management? Musste man Henry nicht sagen, das war Programm.

Bücher

Die ungefähr 300 Bücher, die ich zu meiner Vor-Internet-Ära besaß, kamen über zwei Wege ins Haus. Tatsächlich über den Buchhandel, dann aber auch schon über den Versandhandel, dem Weltbild-Verlag. Der lieferte alle paar Monate einen Katalog und aus dem wurde dann bestellt. Das ging verhältnismäßig schnell, die Bücherauswahl war recht aktuell und die Preise recht in Ordnung.

Ich muss zugeben, da ist mit dem Internet etwas flöten gegangen, nämlich das Schlendern im Buchhandel. Für Bildbände habe ich vor meinem ersten Online-Bücherkauf im Jahre 1997 durchaus ein Faible gehabt, Bildbände kauft man aber in der Regel dann, wenn man sie sieht. Andererseits kommt das auch nicht ganz unrecht, denn für Bildbände habe ich teilweise horrende Geldsummen hingeblättert.

Kleidung

Nun gut, meine Schwester arbeitet bei einem Modehersteller, der so ähnlich heißt, wie Oliver Sigrist, damit beantwortet sich die Frage, dass Kleidung eher über ganz andere Kanäle ins Haus kommt, als früher. Aber meine Jeanshosen sind beispielsweise eine Sache, die nur noch online bestellt wird. Da gibt es immer meine Größe, ich kann per Kreditkarte zahlen und stehe mir nicht die Füße in den Bauch. Kleidung in Boutiquen etc. kaufen ist so eine vergeudete Zeit, sowas hat es noch nie in der Menschheitsgeschichte gegeben. Wenn die Urmenschen damals nicht einfach das Fell des erlegten Bären genommen hätten, sondern erst lange auf die Suche nach dem hübschesten Bären gegangen wären, würde wir heute noch auf den Bäumen sitzen und uns von Bären jagen lassen.

Bei Schuhen ist das auch ziemlich klar, da habe ich das letzte Paar im Schuhhandel im Jahr 2004 gekauft und davor im Jahr 1999. Für so Sachen habe ich einfach keine Zeit und es ist doch immer so, dass der Schuh, den ich dann haben will, in genau der Größe, wie ich ihn brauche, gerade nicht da ist.

Hard- und Software

Meine “Computerkarriere” ab 1989 war geprägt davon, teilweise stundenlang in den damals noch riesigen Computerabteilungen von Kaufhäusern herumzuhängen und Geld zu vaporisieren, dass ich eigentlich nicht hatte. Immerhin schaute man sich da den Müll, den man sich dann kaufte, noch vorher an.

Ich denke da zum Beispiel an eine Sache, die es heute schon gar nicht mehr gibt: Shareware-Disketten. Davon lebt eine ganze Horde von Kleinunternehmern, die Disketten mit Software vollpackten und den Handel damit beschickten. Und das war dann wie ein Adventskalender, denn viele Disketten waren voll mit unbrauchbarem Müll, einige Disketten aber auch voll mit sehr brauchbarer Software. Und diese Shareware-Disketten waren verhältnismäßig aktuell, in der Regel kaum zwei, drei Monate alt.

Es gab dann auch schon die ersten reinen Computerhändler, da fällt mir beispielsweise “Schreiber Computer” ein. Die waren zwar Anfang der neunziger Jahre schon in Richtung PC unterwegs, für den Amiga gab es dennoch noch genügend Software, praktischerweise auch im bezahlbaren Rahmen. Unvergessen mein erster Raytracer namens “Reflections”, 99 Mark.

Müll

Tja, was habe ich früher mit Müll gemacht? Weggeworfen. Dafür gibt es heute eBay. Gerade bei elektronischem Krimskrams passe ich heute nach dem Kauf schon unter der Prämisse darauf auf, den Wiederverkaufswert nicht allzustark zu senken. Früher hat man nicht mehr benötigte Hardware einfach verschimmeln lassen und/oder dem Nachbarn geschenkt, heute macht man vielleicht noch den ein oder anderen Euro damit. Und sei es nur ein Euro zuzüglich Versandkosten, Hauptsache: Weg.

Wissen

Der wirklich interessanteste Punkt, bei dem ich überlegen musste. Wie war das früher? Mit Wissen aus den Bereichen, die mich unmittelbar interessieren, war es wohl so, dass ich dann in Büchern nachschauen konnte, ich ich tatsächlich schon zu Hause hatte. Ggf. bin ich wohl dann auch mal in die Bücherei gelaufen. Aus Kostengründen gab es bei uns aber kein mehrbändiges Lexikon, so muss ich dann wohl tatsächlich bei vielen Themen schlicht und einfach der Erkenntnis Tatsache zollen, dass ich die jeweilige Wissenslücke aus Kostengründen nicht füllen konnte oder es einfach zu spät war, in die Bücherei zu latschen.

Heute ist die Wikipedia quasi ständig dabei und ich schaue wirklich viel in die Wikipedia. Inzwischen nämlich auch so, dass ich einen Begriff, den ich nicht kenne oder über den ich akut etwas wissen möchte, sofort nachschlage. Ich nehme daher mal stark an, dass man das früher einfach mal ad acta gelegt hat. “Isch halt so.” Schrecklich, so aus heutiger Sicht. Wenn etwas wirklich tragisch ist, dann ist es der Mangel, Wissensdurst nicht stillen zu können.

* * * *

Wie sieht es bei euch aus? Ich bitte mal um Kommentare oder um eigene Bloggereien, die ich dann gern verlinke.

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Das Konzept der Zeitungsmacher ist da.

30. Oktober 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Und ich habe mir wirklich an den Kopf machen müssen. Dass ausgerechnet auch noch die Rhein-Zeitung im Kreise der Planer ist, lässt mich erschüttern, denn immerhin ist die Rhein-Zeitung aus Koblenz einer der Zeitungen im Land, die das Thema Internet sehr früh und pragmatisch angepackt haben.

Also, wie sieht der Plan aus? In Augsburg trafen sich eine Reihe von Vertretern von Zeitungen, die sich von einem Unternehmen namens Marktwert IT ein Konzept haben vorstellen lassen. Marktwert IT ist, laut der Beschreibung auf der eigenen Homepage, offenbar unter anderem spezialisiert auf Anwendungen auf Smartphones.

Sich bei der Augsburger Allgemeinen zu treffen, lässt übrigens auch tief blicken, denn die Augsburger Allgemeine – bzw. ein Unternehmen namens “Newsfactory” aus dem Umfeld der Augsburger Allgemeinen – ist Dienstleister für andere Zeitungen und Lieferant eines Content Management Systems namens “redFACT”, das von vielen kleineren Zeitungen eingesetzt wird.

Jedenfalls trifft man sich so da und berät ein Konzeptpapier, das W&V vorliegt und das folgende Eckpunkte hat:

  • Das iPhone sei mit vier Millionen Stück das meistverkaufte Handy [Anmerk. des Autors: Huh?] und 98 Prozent der Nutzer würden mit diesem Gerät im Internet surfen. Durchschnittlich geben iPhone-Nutzer nach einer Studio von AdMob 9 Euro monatlich für iPhone-Apps aus.
  • Marktwert IT habe eine eigene App namens “NewsPush” (Bilder von der App gibt es im Blog von Marian Semm), in der die teilnehmenden Verlage Artikel in ihrem Namen anbieten können sollen, selbstverständlich nicht kostenlos. Der Kauf eines einzelnen Artikels solle 79 Cent kosten, darüber hinaus gäbe es dann Möglichkeiten, eine vertretene Zeitung in der App auch wochen- oder monatsweise zu abonnieren. Laut den Screenshots stellt man sich für ein Wochenabo 1,59 Euro vor, für ein Monatsabo 7,99 bis 8,99 Euro. (Kann freilich viel, muss aber auch nichts heißen.)
  • Die Einnahmen werden geteilt, 30 % erhält Apple, 20 % der Anbieter der App, also Marktwert IT, und 50 % der Verlag, von dem der Artikel bzw. das Abo stammt.
  • Pro Verlag stellt man sich einen TKP (Tausender-Kontakt-Preis, also Umsatz pro eintausend Kontakte) von 320 Euro vor und hält eine Zahl von eine Million Downloads bis Ende 2010 für machbar.

Ich lasse das mal alles so dahingestellt und verkneife mir jeden weiteren Kommentar, um die Partystimmung nicht zu stören. Ich habe mir ja schon an den Kopf gefasst. Thomas Knüwer hat herzlich gelacht, aber ich kann über sowas nicht mehr lachen. Sehen die denn alle tatsächlich den Eisberg nicht, auf den sie schon längst draufgefahren sind?

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Kritiken zu “Protectors”, letzte und die nächste Folge.

30. Oktober 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Am Sonntag die erste Folge von “Protectors – Auf Leben und Tod” im ZDF verpasst? Schlecht. Denn das haben andere darüber geschrieben:

“Eine harte, gut besetzte und spektakulär gefilmte Serie”
– Hamburger Abendblatt

“Die dänische TV-Reihe ‘Protectors’ entwickelt aus dem Leibwächtermotiv einen rasanten Politthriller – rund um Islamismus und Auslandseinsätze, Karikaturenstreit und Klimaschutzkonferenzen.
– SPIEGEL Online

“Protectors” ist […] real, fast dokumentarisch gefilmt – und dem deutschen Durchschnittskrimi haushoch überlegen. Dass das ZDF nun schon zum dritten Mal als Koproduzent fürs dänische Fernsehen auftritt, spricht Bände.
– taz

“Der Sonntagabend im ZDF ist faszinierend. Es finden sich immer wieder Krimi-Höhepunkte, die einen mit der Zunge schnalzen lassen.”
– Die Welt

“[…] diese Krimireihe ist spannend, sie lebt von der Verzahnung der großen Politik mit der privaten Geschichte, von der Stille, die ein Erkennungsmerkmal nordischer Filme ist, und auch sie ist äußerst modern, also mit ausgiebigem Einsatz der Handkamera gefilmt.”
– Frankfurter Allgemeine Zeitung

“Geboten wird eine Mischung aus Krimispannung und Fernsehfilm-Drama, angereichert mit dem hochbrisanten Thema Terrorismus.”
– Berliner Morgenpost

“[…] eine sehr sehenswerte Serie […], die nicht nur spannend, sondern auch in sich schlüssig, psychologisch glaubwürdig und vor allem gut erzählt ist.”
– Osnabrücker Zeitung

“Offensichtlich hat die Serie nicht nur in der Machart, sondern auch, was die erzählten Fälle angeht […] den Anspruch, auf der Höhe der Zeit zu sein.”
– Nordseezeitung

Den Kritiken gibt es nichts hinzuzufügen. So oft kommt das auch nicht mehr vor, dass eine Serie, an deren Produktion das ZDF beteiligt ist, schon nach der ersten Folge derartiges Lob einfährt und dabei hat die erste Folge noch verhältnismäßig viel Ruhe an Bord, da die Protagonisten noch umfangreich vorgestellt werden.

Mit der zweiten Folge, die am Sonntag wieder um 22 Uhr im ZDF gesendet wird, sieht das anders aus, da geht es gleich ab der ersten bis zur letzten Minute praktisch durchgehend zur Sache. Zentrales Thema sind dänische Rechtsextremisten, die es auf die neue Kulturministerin mit Migrationshintergrund abgesehen haben. Da die Personenschützerin Jasmina ebenfalls einen solchen Hintergrund hat, ist sie ebenfalls im Visier und das wird mitunter so unerträglich schaurig-spannend erzählt, dass es einem unwohl werden kann.

Übrigens: Für diejenigen, die die erste Folge von Protectors am letzten Sonntag verpasst haben und nicht bis Mitte November warten können, wenn die DVD-Box veröffentlicht wird: Unter http://protectors.zdf.de/ gibt es rechts einen Link in die ZDF-Mediathek, wo die Folge in recht guter Qualität in voller Länge angeschaut werden kann. Pflichtprogramm für diejenigen, die die erste Folge verpasst haben und sich zurechtmachen für die nächste Folge.

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Alle Jahre wieder.

29. Oktober 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in HistoryWelt

Völlig überraschenderweise hat auch dieses Jahr das Internet wieder Geburtstag. Beziehungsweise ist heute ein Tag, der auf Basis des Monats und des Tages eine Art Jubiläum darstellt. Ein Jubiläum von vielen und irgendwo muss man eben mal einen Tag als Geburtstag des Internets festlegen, sonst kann man ja nicht jedes Jahr darüber schreiben.

Jahrelang erfahrene Leser des Heise Newstickers kennen das und wundern sich schon lange nicht mehr darüber, dass es zu diesem heutigen Geburtstag immer die gleiche Geschichte gibt, zu der aber nun auch gar nichts mehr neues hinzukommt. Was vermutlich auch daran liegt, dass Wissenschaftler und Ingenieure nur selten im Alter sich zu guten Historikern wandeln. Sollte bei der Gelegenheit auch mal jemand dem Professor Zorn sagen, der mit der Geschichte, dass er derjenige ist, der in Deutschland die erste E-Mail empfangen hat, sich inzwischen für allerhand skurrile Aktionen begeistern lassen kann, deren historischer Wert zumindest zweifelhaft ist.

Ja, auch nach meiner Auffassung hat das Internet heute zugegeben einen wichtigen Geburtstag von vielen anderen, weil vor 40 Jahren eine Handvoll ebenfalls skurriler Wissenschaftler und Ingenieure zwei seltsame Kisten an teure Großrechner von Universitäten angeschlossen hatten und am 29. Oktober 1969 so etwas wie eine Datenübertragung probierten und das nach mehreren Stunden offenbar dann auch funktionierte. Ein Netz war es noch nicht – es gab ja nur zwei Endpunkte – und eine Standleitung war es auch noch nicht, weil man nach den Versuchen wieder die guten, alten Telefonhörer auf die Gabeln gelegt hatte, aber immerhin war das Ungreifbare geboren, was aus heutiger Sicht so etwas wie den ersten Vorläufer des Internet darstellt: Das ARPANet.

Ob nun der Tag wichtiger war, an dem die erste Kiste am ersten Standort aufgebaut wurde, die zweite Kiste am zweiten Standort oder der Testlauf der beiden Kisten beim Hersteller oder doch der Tag, an dem beide Kisten an beiden Standorten nicht nur im Testbetrieb liefen, sondern produktiv: Niemand weiß es. Aber wir werden es dennoch früher oder später in den nächsten Jahren und Geburtstagen erfahren.

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ProSiebenSat.1 scheint zu verzweifeln.

28. Oktober 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Selten so gelacht, wie heute: Die heute lancierte Meldung, dass man bei ProSiebenSat.1 überlegt, mittelfristig die eigenen Programme zu Bezahlprogramme umzubauen, ist ein weiterer Höhepunkt der Niederlagen des Hauses und ein hübsches Zeugnis dafür, dass man eigentlich keine Ahnung hat, wie man jemals wieder in die halbwegs schwarzen Zahlen kommen will bei einem Schuldenberg von derzeit rund 3.000.000.000 Euro.

Denn man muss den SPIEGEL-Artikel gar nicht so sehr zwischen den Zeilen lesen, um zu merken, dass bei ProSiebenSat.1 nach wie vor jegliches, sinnvolles Konzept fehlt. Denn den einfach mal dahergeplapperten Plan eines Bezahlfernsehens, also der Idee, die Programme aus dem eigenen Hause mittelfristig zu Pay-TV umzuwandeln, bringt selbstverständlich nur auf einer Seite Geld in Haus, nämlich bei Abonnenten. Allein die zu aquirieren, ist in Deutschland nachweislich – sagen wir es freundlich – nicht ganz so einfach. Da haben sich schon genügend andere Programmanbieter die Finger dabei verbrannt, ob sie nun Premiere heißen, “Premiere, zweite Version” oder DF1.

Nein, auf der anderen Seite ist die Umstellung eines bis dato freien Vollprogrammes zu einem Pay-TV-Programm mit Verlusten verbunden, denn Werbetreibende bezahlen die gesendeten Werbespots auf Basis der Reichweite und der Zuschauerquote. Was würde also passieren, wenn Pro Sieben oder Sat.1 zu Pay-TV würden? Die Werbeeinnahmen würden schlagartig zusammenbrechen und dabei ist noch kein einziger Abonnent gewonnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass tatsächlich jemand so bei ProSiebenSat.1 denkt.

Also bleiben nur die Nischen und da gibt es zwei: Entweder ein Programmbouquet mit zusätzlichen Programmen, für die man potentielle Abonnenten begeistern könnte oder kostenpflichtige Angebote für Technik-Junkies, beispielsweise dem geplanten “HD+”. Mit diesem Angebot des Satellitenbetreibers Astra möchte man HD-Enthusiasten dazu überreden, Geld für HD-Versionen von bestehenden Programmen zu begeistern, mit dem dann die Sender die notwendige Bandbreite auf den Astra-Satelliten bezahlen wollen.

Das bleibt abzuwarten, ob das funktioniert. Denn HD-Enthusiasten haben sich HD-Equipment ja nicht unbedingt deshalb gekauft, weil Astra irgendwann mal ein entsprechendes Bouquet kostenpflichtig auf den Satelliten stellt, sondern sie haben sich die teuren Glotzen meist mit einem HD-Camcorder, einer PS3, einem Bluray-Player oder einem SKY-HD-Abo gekauft und bekommen schon auf diese Weise genügend HD-Material ins Haus, und das eben heute schon. Ob da noch Platz für Bezahlprogramme ist, die man unverschlüsselt schon in brauchbarer Normalauflösung empfangen kann? HD ist zweifellos eine grandiose Geschichte und wirklich ein Meilenstein in der Fernsehtechnik, aber ich ertappe mich ja selbst dabei, dass ich eine Bluray-Disc eines Filmes eigentlich nur dann der günstigeren DVD vorziehe, wenn ich den Film auch unbedingt in HD sehen will. Und da sehe ich mich in meinem Bekanntenkreis als die große Ausnahme an, denn nach wie vor stöpseln die meisten meiner Bekannte ihren Sat-Receiver per Scart an ihre HD-Ready-Glotze an. Und ob sie für 720 Linien (normales HD) anstatt 576 (PAL) dann tatsächlich nochmal extra Geld auf den Tisch legen? Ich würde meinen Freundeskreis nicht wiedererkennen, wenn das so wäre.

Und diese Gewohnheiten will ProSiebenSat.1 ändern? Bei dem Programm? Mit dem Schuldenberg? Da habe ich schon bessere Geschichten vom Pferd gehört.

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