iPhone-Update 3.1 – Und dein Jailbreak ist hin.

Eine Warnung an alle, die ein jailbroken iPhone 3GS nutzen und möglicherweise bald das iPhone-Update 3.1 einspielen wollen – wartet vielleicht noch ein paar Tage, denn Apple hat etwas sehr signifikantes geändert: Sie lassen beim iPhone 3GS kein Downgrade des Betriebssystems mehr zu. Und das auf so eine perfiede Weise, wie man es aus totalitären Systemen her kennt.

Normalerweise ist ein Downgrade der iPhone-Betriebssoftware kein Problem. Man juble dem System schlicht einer der ursprünglich mal downgeloadeten Update-Pakete via iTunes unter und mache ein Restore. Was so unscheinbar nomadisch aussieht, funktioniert aber nicht offline, denn bevor iTunes ein Restore durchführt, telefoniert es unbemerkt nach Hause und fragt um Erlaubnis, die in Form einer Signatur gegeben wird. Erst wenn diese Signatur vorhanden ist, lässt sich das Up- bzw. Downgrade durchführen. Bisher war das alles auch kein Problem.

Seit dieser Woche hat Apple aber die Zügel angezogen und verweigert beim 3GS (und nur hier, also nicht beim 3G oder 2G) die Signatur für Versionen unter 3.1. Das bedeutet, dass ein Update auf 3.1 eine Einbahnstraße ist. Gut, könnte man sagen, was juckt mich die alte Version von gestern? Unter Umständen viel.

Denn mit einem Update geht auch erst mal ein eventueller Jailbreak flöten, denn man sich später mit an dieser Stelle nicht näher zu bezeichnenden Tools wieder einbaut. Fällt aber eventuell ein Jailbreak mit der Version 3.1 flach, weil dort ggf. die bisherigen Exploits nicht greifen, dann ist Schicht im Schacht und das Apple-Gefängnis möglicherweise finaler denn je.

Saurik alias Jay Freeman, der Maintainer des alternativen AppStore Cydia, hat vor einigen Tagen einen anderen Ansatz gestartet und die Möglichkeit geboten, die so genannte ECID-Datei des iPhones auf seinem Server zu sichern. Diese individuelle Datei ist höchstwahrscheinlich ein wichtiger Schlüssel zu zukünftigen Jailbreaks und für 3.1-upgedatete iPhones jetzt natürlich auch nicht mehr greifbar.

Erinnert mich alles so etwas an Guantanamo, allerdings bleibt derzeit keine andere Lösung, als Besitzer eines 3GS tunlichst kein iPhone-Update auf 3.1 zu machen, wenn man jailbreaken möchte.

Einen weiteren Bockmist liefert man sich offensichtlich auch mit dem Tethering, das nach unbestätigten und vor allem logisch nicht nachvollziehbaren Meldungen offenbar bei bisher tethering-fähigen iPhones nach dem Update auch nicht mehr funktionieren soll, obwohl es davor noch funktionierte. Bezeichnenderweise wissen bis dato weder die T-Mobile-Hotline etwas davon, noch blicken es Mitarbeiter auf der Apple-Hotline, die einigen Bloggern, die in die Update-Falle getappt sind, tatsächlich das empfehlen, was oben ja nicht mehr funktioniert, nämlich ein Downgrade.

Was für ein Saftladen. Warum baut Apple eigentlich keine Würgehalsbänder? Argumentativ hätten sie es ja eigentlich drauf.

16 Gedanken zu „iPhone-Update 3.1 – Und dein Jailbreak ist hin.

  1. Uh, krass, Apple versucht was dagegen zu unternehmen, dass die Leute illegal die Hardware cracken? DAS IST JA UNERHÖRT!!

    Am krassesten finde ich ja, dass die Menschen auf der ganzen Welt gezwungen werden, Apple-Produkte zu kaufen.

    1. Himmel, vor was muss uns denn Apple schützen? Vor Meteoriteneinschlägen?

      Ich nutze da das wie immer sehr simple Beispiel mit deinem oder meinem Computer. Was würdest du denn dazu sagen, wenn der Hersteller deiner Hardware morgen auf die Idee käme, dir vorzuschreiben, welches OS und welche Software du zu installieren hättest? Würden wir das gut finden? Würden wir das denn überhaupt tolerieren wollen? Nein, das würden wir nicht, weil es eine unerhörte und vor allem nicht nachvollziehbare Bevormundung des Benutzers, der dafür Geld bezahlt hat und nicht unbedingt darüber informiert ist, dass er letztendlich eine spielekonsolenartige Softwareumgebung gekauft hat, bei der buchstäblich jeder Klick zusätzlich kostet.

      Klar, wir könnten sagen, lasst den Süchtigen ihre Drogen. Nur: Ist das die adäquate Antwort darauf. Nein, ist sie nicht. Das ist der Punkt.

  2. Witzig, dass es immer diese zwei Parteien bei iPhone- bzw. Apple-Themen gibt. Die, die die Geräte „cracken“, dran rumbasteln irgendwelche freakigen Dinge damit machen möchten, die Apple so nunmal nicht vorgehesen hat (aus welchen Gründen auch immer) sind sofort auf 180, sobald etwas neues vorgestellt wrid. Diejenigen, die die Geräte einfach so nutzen, wie gedacht, haben jahrelang keine Probleme und (fast) keinen Grund sich über irgendwas aufzuregen. Zur letzteren Gruppe gehöre ich.
    Ich habe einen ollen T-Mobile Vertrag, der bisher vollkommen für meine Bedürfnisse ausreichend ist und bei dem ich vermutlich nicht wirklich (viel) mehr bezahle, als mit einem ausländischen iPhone + O2 & Co. Logisch – die Preise von 0,29c/Min nach den Freiminuten sind frech. Aber hey – meine Freiminuten haben mir bisher jeden Monat gereicht. Ich brauche kein Jailbreak, weil mir die bisherigen, offiziellen Apps vollkommen ausreichen. Klar… ein Homescreen mit neuen Mails, Todos, Terminen wäre schön. Und ein einfacher Schalter um WLAN/3G ein- und auszuschalten wäre auch toll. Aber dafür das Teil Jailbreaken und immer rumtricksen, hoffen, dass alles weiter läuft usw. Neeeeeeee…. lass mal.

    1. Du hast eigentlich schon genügend Argumente in deinen Kommentar genannt, warum es ein Problem ist, wenn Apple das iPhone künstlich verkapselt. Du zahlst unverhältnismäßig, wirklich unverhältnismäßig viel mehr Geld, als vergleichbare andere Benutzer, du wirst in der Auswahl der Software nicht nachvollziehbar benachteiligt und du musst (das ist für mich wirklich einer der größten Probleme) Nachteile in Kauf nehmen, nur weil der Hersteller das so möchte. Wenn du mir jetzt sagst, welches dieser Argumente keine unverhältnismäßige Bevormundung von jemandem ist, der wunderbar von deinem Geld lebt, gebe ich dir ein Bier aus. 🙂

  3. Fast überall werden Hard- und Software getrennt verkauft, so daß der Kunde sein OS frei wählen kann und das ggf. vorinstallierte OS durch eines seiner Wahl austauschen kann. Bei Apple ist das anders.

    Im Gegensatz zu Mainboards sind Mobiltelefone eben _keine_ Komponenten sondern kommen immer mit einem Betriebssystem, das nicht immer nach Belieben ausgetauscht werden kann. Das hat(te) zum Teil auch Zulassungsgründe, denn nur mit einer abgesegneten Software, tut das Gerät, was es soll und nichts anderes.

    Das Konzept des iPhone ist revolutionär neu, das gilt dann eben auch für die Techniken der Beschränkung, welche Software darauf laufen darf und welche nicht.

    Wer sich _freiwillig_ für ein iPhone entscheidet, sollte gewußt haben, was er tut und wie sehr er sich in die Abhängigkeit dieses Herstellers begibt. Hinterher „NaziPhone“ oder „StasiPhone“ zu schimpfen (wie es zuweilen gehört wird) ist ein Zeichen, daß man die Konsequenzen der eigenen Entscheidung nicht begreifen wollte.

    Wem Apples Umgang mit Mobiltelefonkunden — und hier kann man ja durchaus geteilter Meinung sein — nicht gefällt, der kauft eben ein anderes Multifunktionstelefon. Der Markt ist groß genug. Allerdings bietet nicht jedes Gerät einen Posing- und Angeberfaktor wie ein iPhone. Wenn ich unbedingt ein iPhone haben will, dann soll ich auch die unangenehmen Einschränkungen akzeptieren. Oder ich kaufe ein Telefon.

    1. Nein, ich glaube nicht, dass die Antwort sein darf, dass man sich eben zu unterwerfen hat, sondern die Antwort muss sein, dass es eine gewisse Neutralität zu geben hat, die den Benutzer davor beschützt, nicht unverhältnismäßig stark reglementiert zu werden. Wir sehen, wohin diese Reglementierungen führen, nämlich zu einem inhomogenen Markt, bei dem man zwar auf dem Papier den Mobilfunkprovider nach wie vor aussuchen kann, aber nur bestimmte Mobilfunkprovider bestimmte Geräte verkaufen und dadurch der Wettbewerb verzerrt wird. Dass dies massiv zum Nachteil der Verbraucher ausgenutzt wird, zeigt sich, dass für halbwegs freies IP ein Vermögen bezahlt werden muss, wenn man ein iPhone bei T-Mobile kauft.

      Das sekundäre Problem entwickelt sich aus solchen Testballons, nämlich die immer stärkere Verkettung von Mobiltelefonen zu den verkaufenden Providern. Am Anfang war es das Branding, dann der Netlock, jetzt sind es schon regelrechte Sperren in der Nutzung von einzelnen Diensten. Fairerweise müsste man daher sagen, dass man so ein reglementiertes Mobiltelefon nicht mehr in der Form kauft, dass man Besitzer ist, sondern quasi gegen intrigantische Preise ausleiht.

      Finden wir das gut? Und haben wir tatsächlich die Haltung an den Tag zu legen, dass uns das nicht zu interessieren braucht, wie einzelne Hersteller den Markt verzerren? Ich finde, das ist eine schlechte Entwicklung, die mittelfristig allen Mobiltelefonierern zum Nachteil erwachsen wird.

      1. Der Benutzer kann sich doch selbst aussuchen, ob er sich der Marketingpolitik eines Netzanbieters unterwerfen *will* oder nicht.

        Wer unbedingt einen 911er fahren möchte, wird eben nur bei Porsche fündig und zahlt dann die entsprechenden Preise. Keine Ahnung, ob man zur Erhaltung der Garantie den Service in Porsche-Werkstätten machen lassen muß.

        Wer unbedingt ein iPhone haben möchte kauft das eben zum offiziellen Preis oder geht zum Netzbetreiber, der das als Zugabe zum Vertrag anbietet. Wer das nicht möchte, kauft dann eben ein anderes Gerät.

        Natürlich wäre es schön, gäbe es iPhones für lau und ohne jede Einschränkung, was die Software angeht.

        Apples Geschäftspraktiken, was die Einschränkungen am iPhone angeht, sind bekannt. T-Mobiles Tarife sind auch bekannt. Wer sich ein iPhone mit einem T-Mobile-Tarif holt, kann sich also ausrechnen, was der ganze „Spaß“ über die (Mindestvertrags-)Laufzeit an Kosten erzeugt.

        Ist bei meinem Auto aber ähnlich, da kann ich Steuer, Versicherung Kosten und variable Kosten auch kalkulieren und mich für ein günstiges oder teures Auto entscheiden. Wer sich an der Tankstelle über die hohe Spritrechnung beklagt, hat VORHER nicht nachgedacht.

        Wer sich den Luxus eines spritfressenden SUV oder eines stylischen Mobiltelefons mit innovativem Bedienkonzept und ebenso moderner Form der Kundengängelung leistet, tut das bewußt oder aus Dummheit ^W Unwissenheit.

        Die Auswahl an Mobilnetzbetreibern ist groß, wie können hierzulande zwischen vier Anbietern auswählen. Und ebenso aus einer großen Anzahl von Geräten.

        Niemand muß dabei eine teure Auswahl treffen. Sollte mir ein Porsche zu teuer sein, kaufe ich eben ein anderes Auto.

        Die eigentliche Abhängigkeit entsteht in unserem Kopf, wenn wir „unbedingt“ ein iPhone haben „müssen“ und bereit(!) sind, dafür (unverhältnismäßig?) viel Geld auszugeben. Aber dann entsteht das Problem in unserem Kopf.

        Etwas philosophischer ausgedrückt: Die Dinge, die man hat, dienen der eigenen Freiheit. Die Dinge, denen man nachjagt, dienen der eigenen Sklaverei.

        Und nun überlegen wir uns alle mal, ob wir WIRKLICH UNBEDINGT dieses eine Telefon haben MÜSSEN und was das mit uns anstellt.

        1. Auf die Gefahr hin, dass wir uns da wiederholen: Ganz so einfach ist es nicht. Beispiel des Porsches. Sicherlich gibt es den 911 nur von Porsche. Dieser Porsche kann jedoch mit Superbenzin jeder Tankstelle betankt werden, ebenso mit Öl von jedem Hersteller. Auch kann jede Meisterwerkstatt die Inspektion übernehmen und der 911er hat nicht unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen, je nachdem, bei welchem Händler man ihn kauft.

          Ich rufe ja auch nicht nach staatlicher Regulierung im Falle des iPhones, sondern gebe zu bedenken, dass der Hersteller äußerst restriktiv mit Dingen umgeht, die eigentlich Rechte der Besitzer massiv beschneidet und darüber ist nun eben nicht jeder informiert oder nicht jeder will das verstehen. Beim iPhone kommt zusätzlich hinzu, dass genügend Online-Alphatiere dieses Gerät besitzen und die negativen Aspekte schlicht ausblenden. Damit entsteht ironischerweise genau die Diskussion nicht, die eigentlich dringend notwendig wäre.

          Denn diese Problematik ist kein reines iPhone-Problem, sondern ufert immer weiter aus, da dieses Gebahren, was Apple sich mit einigen wenigen Mobilfunkanbietern ausgedacht hat, auch von anderen Herstellern und Mobilfunkprovidern immer stärker kopiert wird und so den Markt verzerrt. Es gewöhnen sich so immer mehr Leute daran, dass es augenscheinlich mehrere Varianten von „Internet“ gibt, nämlich einem, in dem kein VoiP funktioniert, in dem kein „Tethering“ geht und einem, in dem alles geht, aber die Variante mehr als doppelt so teuer ist. Stichwort: Netzneutralität.

          Je stärker man ungestraft und unkommentiert das zulässt, desto schlimmer wird es. Apple macht dies im Laufe der letzten Jahre sehr eindrucksvoll vor. Gestern haben sie nur davor gewarnt, heute lassen sie schon kein Downgrade mehr zu und haben, nach der Installation von iTunes 9, auch einfach mal die bisherigen Update-Dateien von meinem Rechner gelöscht. Ohne mich zu fragen. Was machen sie morgen? Was lassen wir morgen von Apple und anderen Herstellern durchgehen, ohne dass wir informiert werden?

  4. Betstrafen wir die Anbieter, die (künstlich ver-)schlechte(rte) Produkte auf den Markt bringen. Das geht am besten dadurch, daß der (mündige?) Verbraucher seine Marktmacht sinnvoll einsetzt. Liefe nicht jeder Depp gewissen (von der Industrie bezahlten?) Alpha-Tieren hinterher sondern folgte seinem eigenen Verstand, ginge die Rechnung der Anbieter nicht auf.

    Einige Pkw-Anbieter brachten Modelle auf den Markt, bei dem das Auswechseln einer Scheinwerferbirne eine Stunde Werkstatt bedeutete (und dann entsprechend kostete). Ein anderer Hersteller hatte an seinen Scheinwerferbirnchen ein spezielles Kabel angenietet, so daß man Ersatz nur von ihm beziehen konnte, zu entsprechenden Preisen, versteht sich.

    Wir müssen uns langsam mal entscheiden:

    Wollen wir einen mündigen Bürger, der sich vorher informiert, ein paar Testberichte liest und mal kurz recherchiert, was ein Produkt wirklich taugt?

    Oder wollen wir einen dummen Konsumenten, der alles kauft, weil es ‚hip‘ ist oder weil gewisse Alpha-Tiere es auch gekauft haben?

    Erstere Gruppe kann die Industrie nicht (auf Dauer) verarschen, Zweitere sind dann eben das dumme Volk, das man (zu Recht) ausnehmen kann.

    Vielleicht bin ich eine Ausnahme, aber ich habe mich vor dem Kauf des aktuellen Autos informiert, ob ich Scheinwerferbirnen einfach selbst tauschen kann, ich kaufe keine Medien, die mit Digitaler-Rechte-Minderung (DRM) kastriert sind und und und.

    Die Folgen muß ich dann eben selbst tragen. Ich muß mich dem Spott derer aussetzen, die glauben, ihr iPhone sei das Maß aller Dinge oder weil ich (nur) Fiat fahre, sei ich ein Autofahrer zweiter Klasse.

    Wenn Apple dann bestimmt, was überhaupt auf deren iPhone geht und was ab morgen nicht mehr gehen wird, wenn deren Werkstatt wegen der Scheinwerferbirne, die ich für 5 Euro kaufe, 150 Euro berechnet, dann weiß ich, wie teuer der Spott erkauft wurde.

    Anbieter reagieren nur auf eines, auf ihre Zahlen (Umsatz, Gewinn). Belohnen wir Anbieter, die (aus unserer Sicht) die Dinge richtig machen und bestrafen wir Anbieter die sich (ebenfalls aus unserer Sicht) falsch verhalten.

    „Brent Spar“ war ein Beispiel, wie schnell auch große Konzerne sich bewegen können, spüren sie die Reaktionen der Kunden. (Dabei spielte es keine Rolle, wer welche Zahlen vorlegte, allein der Glaube der Konsumenten, daß etwas so sei, führt zur Verhaltensänderung.)

    Wenn mein Internetprovider meint, bestimmte Services schlechter zu behandeln, dann werde ich mir einen Anbieter aussuchen, der das nicht so handhabt. Wenn ich aber nichts mache, dann…

    Bei Wahlen belohnen wir auch Regierungen bzw. Parteien für gute Arbeit und wählen sie (wieder) oder wir drücken unseren Unmut über deren Programme oder Aktionen aus.

    Nein, das ganze Spiel funktioniert nur, weil es genügend viele Dumme gibt, die alles mitmachen. Wer seinen Kopf nur hat, damit der Friseur ^W Hairstylist was zum stylen hat, dem ist eben nur schwierig zu helfen.

    1. Dass das Angebot durch die Nachfrage geregelt wird, da stimme ich dir grundsätzlich zu – wenn es ein offener Markt wäre. Das Bundeling von Mobiltelefonen mit bestimmten Mobilfunkbetreibern und hier sogar mit bestimmten Mobilfunktarifen ist aber weit von einem offenen Markt entfernt, sondern kartellmäßig organisiert – zum deutlichen Nachteil des Kunden.

      Gut, könnten wir sagen (wir wiederholen uns im übrigen hier zum dritten Mal), was juckt es uns, wir machen das Spiel ja nicht mit. Nur: Das ist einfacher gesagt, als getan, denn das, was Apple mit dem iPhone gestartet hat, haben andere übernommen. Google macht es mit seinen Android-Handys genauso, HTC macht es mit seinen Geräten ebenfalls und so weiter und so fort. Der Markt verschiebt sich dahingehend, dass jeder irgendwie etwas zahlen muss, unterm Strich aber diejenigen, die mit einem langfristigen und hardware-gebundelten Vertrag daherkommen, das Nachsehen haben, weil sie teilweise gewaltig viel Geld bezahlen für Leistungen, die es ohne Bundeling viel günstiger gäbe. Da hört dann der Spaß auf. Niemand kann sinnvoll argumentieren, dass ein Bundeling für den Kunden einen irgendwo sichtbaren Vorteil bringt und es wird inzwischen zum deutlichen Schaden des Konsumenten eingesetzt.

      Das Argument, der Kunde habe ja gewusst, was auf ihn zukommt, lasse ich ebenfalls so nicht stehen: Niemand, der mit einem aktuellen T-Mobile-iPhone-Vertrag daherkommt, hat gewusst, was „Tethering“ oder VoIP kosten wird und schaut, wenn er diese Funktionen haben will, mächtig in die Röhre. Er hätte sogar relativ gute Chancen auf ein Sonderkündigungsrecht, wenn er, ausgestattet mit einer guten Rechtsschutzversicherung, klären lassen würde, mit welcher Begründung eigentlich T-Mobile Internet, VoIP und Tethering unterscheidet. Selbst das würde ihm aber nichts bringen, da ein netlocked iPhone ohne einen korrespondierenden T-Mobile-Vertrag letztendlich ein Stück funktionslose Technik ist.

      Das Thema ist wirklich nicht ohne und ich bin inzwischen der Meinung, dass sich Apple sehr weit aus dem Fenster lehnt und sich etwas viel Rechte einräumt, zu schalten und zu walten, wie sie es wollen. Das war nicht die ursprüngliche Idee der Hardware-Subventionierung, wie sie als offizielles Argument für diese Knebelei heute noch von den Herstellern und Mobilfunkprovidern angeführt wird.

      1. Daß Bundeling nicht immer ganz uneigennützig geschieht ist ein alter Hut. Schon Rockefeller verschenkte einst Öllampen, das dafür benötigte Öl mußte dann bei ihm erworben werden.

        Kaufe ich ein von QKX* subventioniertes Auto, das ich (aufgrund eingebauter technischer Beschränkungen) nur bei QKX (und zu einem höheren Preis als woanders) betanken kann, dann hab ich beim Kauf vielleicht ein „Schäppchen“ gemacht und kann mich über „Geiz ist geil“ freuen.

        Leider — „There’s no thing as a free lunch“ — besteht die Welt nicht nur aus Wohltätern und mir muß klar sein, daß Bundeling nicht nur Vorteile für mich haben wird. Also muß ich mein Gehirn mal anstrengen und mir ausrechnen, ob ich Handy und Mobilfunkvertrag wirklich in einem Bündel kaufen sollte.

        Mit einem Gerät, das nicht durch „Branding“ oder „Net-Lock“ in seinen Funktionen eingeschränkt ist, bin ich viel flexibler, klar.

        Der Trick ist ebenso alt wie bekannt: Zur Markteinführung haben Geräte ohne Vertrag astronomische (und künstlich?) hohe Preise, erst im Paket mit einem Vertrag wersen sie ‚billig‘ (jedoch nicht immer preiswert).

        Wenn ein Hersteller von Mobiltelefonen meint, seine Geräte hätten …

        Nein, falsch. Die Menschen glauben, iPhones wären ganz was besonderes und man müßte sie unbedingt haben. Und schon verschaffen sie Apple zu einer monopolartigen Macht, die Apple dann entsprechend ausnutzen kann(!). Also werden — Profitmaximierung ist eine gute Erklärung unternehmerischen Handelns — Verträge mit nationalen Mobilfunkanbietern geschlossen, die das (durch einen quasi-religiösen) Hype begehrte Produkt zu entsprechend saftigen Preisen anbieten.

        Was auf Märkte geschieht, hängt stark vom Verhalten der Marktteilnehmer ab. Wer das „Goldene Kalb“ anbetet und (unter Umgehung des eigenen Verstandes) bereit ist, jeden noch so ungünstigen Vertrag einzugehen und jeden noch so unsinnigen Preis zu zahlen, der hat eben verloren.

        Wenn mir Apples Politik nicht gefällt, dann kaufe ich deren Produkte nicht. Ich kann auch Menschen in meinem Umfeld zu überzeugen versuchen, warum sie statt Apples iPhone ein anderes Produkt kaufen sollten. Aber wenn Menschen etwas „unbedingt wollen“…

  5. hey.
    habe nen iphone 3g. war gejailbreakt. betonung liegt auf war :(, denn ich habe auf 3.1 aktualisiert und nun: alles futsch.
    gibts da denn nun irgendeine möglichkeit für mich, das wieder hinzubiegen?

  6. Ich habe mich vorher über IPhone informiert.
    Tolles Produkt…aber absolut benutzerunfreundlich.

    Bei einem Handy für 20 Euro hat man meiner Meinung nach mehr Einstellungsoptionen um es individuell an einen anzupassen.
    Umsonst!!!

    Hat nicht jeder auf seinem PC sein persönliches Hintergrundbild, Spiele…
    Ist es nicht toll, dass es im Net FreeSoftware gibt?

    Ich habe mich für ein 3GS entschieden, aber nur mit dem Wissen, dass ich es jailbreaken kann!

    1. Es bietet dir zu wenig, aber du kaufst es dennoch?!

      „Ich habe mich für ein 3GS entschieden, aber nur mit dem Wissen, dass ich es jailbreaken kann!“

      -Diese Option war aber niemals ein offizieller Bestandteil des Produktes / des Vertrages.

      Ich habe mir neulich einen Baseballschläger gekauft, mit dem (vermeintlichen) Wissen, damit gut Leute verprügeln zu können. Jetzt ist das Ding aber viel zu weich dafür, man kann lediglich gut damit Baseballspielen. Ich werde das Teil also morgen zurückbringen und mein Geld zurückverlangen 😉

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