Arm-Surfen im Ausland.

Schrieb ich doch vor einigen Tagen über das Zuvorkommen von O2, mit dem Internet-Pack-M nun quasi eine mobile Deutschland-Flat anzubieten, so schreibe ich heute, wie schnell sich das ändern kann, wenn man mal eben außerhalb von Deutschland mit O2 bzw. deren Roaming-Partnern surfen will. Denn während die Telefon- und SMS-Kosten inzwischen europaweit gedeckelt sind, gilt diese Regulierung (noch) nicht für Datennutzung. Und das wird schamlos ausgenutzt.

Für 10 Kilobyte (wir reden tatsächlich von etwas mehr als 10.000 Bytes) Datennutzung im Ausland innerhalb Europas verlangt O2 schlappe 7 Cent. Das macht bei einem Megabyte also mal eben 7 Euro. Sieben Euro. Weil man offensichtlich weiß, dass das ziemlich frech ist, hat man mit einer Fußnote noch schnell hinzugefügt, dass es dankenswerterweise eine Deckelung auf 15 Euro pro Tag gibt. Die ersten 2 Megabyte sind also unglaublich teuer, bis man 15 Euro erreicht hat.

Wer nun glaubt, das sei es gewesen: Die Fußnote selbst hat noch eine Fußnote und die beinhaltet den Passus, dass die Deckelung dann schon wieder keine Deckelung mehr ist, wenn pro Tag und Land mehr als 50 Megabyte Datenverkehr anfällt. Hat man die 50 Megabyte durch, fallen für jede weitere 10 Kilobyte dann zusätzlich wieder 2 Cent – also pro Megabyte 2 Euro – an und der Gebührenticker läuft wieder munter weiter.

Was, so teuer ist O2? Die anderen sind besser? Von wegen! Nehmen wir als anderes Beispiel T-Mobile, immerhin der Hausprovider der meisten iPhone-Besitzer Deutschlands:

T-Mobile kommt im europäischen Ausland bei 100 Kilobyte zwar mit fast schon günstigen 19 Cent daher, dafür gibt es jedoch ohne zusätzlich gebuchte Option keine Deckelung. Und um die letzten Bytes wird man auch betrogen, denn das Kilobyte berechnet T-Mobile mit den echten 1.024 Bytes, rundet aber auf 1.100 Bytes auf, so dass das Megabyte 2,09 Euro kostet. Bei 50 Megabyte Traffic wandern also fast 100 Euro aus der Geldbörse. Bremsen kann man das, wenn man die Option “web’n’walk Roaming DayPass” hinzubucht, dann wird pro Tag ab der ersten Nutzung ein Pauschalpreis von 14,95 Euro fällig. Allerdings auch wieder nur inklusive 50 Megabyte Traffic pro Tag. Überschreitet man das, kostet jedes weitere Megabyte wieder zusätzliche 2,09 Euro.

Wohlgemerkt: Das kommt alles zu den normalen Grundgebühren, die man für seinen Vertrag eh schon abdrückt, dazu. Ergo: Man sollte im Ausland höllisch darauf aufpassen, wo man wie ins Internet gehen möchte und ggf. standardmäßig den Datenversand von Mobiltelefonen vorübergehend deaktivieren und das nur fallweise aktivieren.

8 Gedanken zu „Arm-Surfen im Ausland.

  1. Hm, Deine Rechnung stimmt – allerdings 50 MB Surfen finde ich für Privatnutzer doch ziemlich happig.

    Meine Erfahrung nach 12 Monaten iPhone liegen bei max 200 MB im Monat. Ok, ich bin vieleicht nicht der Megasauger via Handy, aber ich denke 1 – 2 MB bei gewissen „Ausflügen“ sollten schon drinne sein *zwinker*

    Wieviel Tweets sind denn 1 MB?

    Gruß Joachim

  2. Ist mir auch letztes Jahr auf Malle passiert. habe dort mal kurz mein Handy als Modem an mein Notebook angeschlossen um ein paar Kunden zufrieden zu stellen. Leider habe ich nicht bedacht, dass mein Virenscanner alle Nase lang ein Update runterläd. Das hat dazu beigetragen, dass der Urlaub 500 € teurer wurde als geplant.
    Gruß Matthias

    1. Uhh, das ist hart. Wir sind nächstes Wochenende für zwei Tage in Paris zum U2-Konzert. Ich habe schon gedanklich mit den 30 Euro abgeschlossen, die für Internet fällig werden. Hart, aber wahr.

        1. Zumindest ein Kollege wird sich mit seinem T-Mobile-Vertrag sehr zurückhalten müssen, damit das Twittern aus dem Stadion nicht teurer wird, als das Konzertticket selbst. 😉

          An sich nach wie vor ein Skandal, wie beim mobilen Internet im Ausland 1a abgezockt wird.

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