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Unfreiwillig volle Speicherkarte.

12. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in ComputerWelt

RAW-Formate brauchen Platz. Viel Platz. Wenn meine Nikon D700 alle Register zieht, landet ein 12 bis 14 Megabyte großer Datenkavenzmann auf der Speicherkarte und bei meiner 16 Gigabyte schweren Speicherkarte gehen davon – laut hochrechnender Zähler, rund 600 Stück drauf.

Heute war die Speicherkarte voll. Randvoll. Das überrascht dann doch, da ich ja nun nicht gerade zu der Fraktion der Fotoamateure gehöre, die alle technischen Eventualitäten eines Motives dadurch abfangen, indem der Finger minutenlang den Auslöser gedrückt hält. Ein einziges, lumpige Bild fand sich nach einem doch etwas erschrockenen Blick auf den Wiedergabemonitor auf der Speicherkarte. Etwa die nächste Speicherkarte kaputt?

Des Rätsels Lösung fand sich erst am PC: Die ganze Speicherkarte war voller Musik. Offenbar habe ich es geschafft, weitgehend unbemerkt meinen Windows Media Player dazu zu bringen, meine halbe Musiksammlung per USB-angeschlossener Kamera auf die Speicherkarte zu synchronisieren, mit der die Kamera logischerweise nichts anfangen konnte. Einmal kurz nicht aufgepaßt und schon steht man draußen in der Prärie vor einer vollen Speicherkarte.

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WordPress 2.8 RC1.

9. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in BlogWelt

Das war wieder klar, dass ich mir unbedingt den Release Candidate 1 von WordPress 2.8 installieren muss. Aber Testen muss eben sein, bevor ich eine neue Version auf die Horde der WordPress-Installationen loslasse. Deshalb muss mein Blog mal wieder daran glauben. Allerdings passiert inzwischen selten etwas, die wirklich grundlegende Rettungsmaßnahmen erfordern würden.

Wer warten möchte (und im Zweifelsfall das auch sollte), wartet auf die Final Version, die dürfte erfahrungsgemäß diese Woche noch erscheinen, angepeilt ist der morgige Mittwoch.

Installation

Ist so wie immer, es passiert atemberaubend wenig. Ich muss zugeben, ich bin weiterhin ein Fan der traditionellen FTP-Upgrade-Linie, ziehe also das Zip-File mit der WordPress-Installation, packe es auf meinem Rechner aus, entferne all den Salat, den ich nicht brauche (Themes, Plugins etc.) und ballere das dann per FTP auf den Server. Das deshalb, weil ich zu Hause eine Grundinstallation von WordPress mit allen von mir bevorzugten Plugins pflege, sozusagen also mein kleiner Universalwerkzeugkoffer.

Nach dem Herüberschieben wünscht WordPress beim nächsten Zugriff in den Admin-Bereich ein Update der Datenbank, was wie immer problemlos passiert. Danach sieht eigentlich alles erst einmal aus, wie immer. Mit einer 2.7.1-Sprachdatei sollte man weitgehend klarkommen, bis die Folks von WordPress Deutschland die 2.8-Sprachdatei veröffentlichen.

Die Benutzeroberfläche und das Dashboard

Dankenswerterweise haben die Folks von WordPress nicht schon wieder alles auf den Kopf gestellt, sondern behalten die GUI-Linie weiter. Nach dem Update sieht also alles wie vorher aus, selbst die Position der Boxen. In den Optionen lässt sich nun aber die Spaltenzahl auf 1 bis 4 ändern. Mehr als die bisherigen 2 lohnen sich aber erst bei einem Breitbildschirm, dann aber wird es sehr effektvoll. Im Editor kann man übrigens nun auch die Spaltenzahl für die Boxen einstellen, hier aber nur zwischen 1 und 2. Ersteres bringt dann wieder einen ähnlichen Aufbau wie zu Frühzeiten von WordPress.

Die Benutzeroberfläche hat auch noch ein paar andere Faceliftings erhalten. Etwas umgewöhnen darf man sich in der Plugins-Übersichtsseite, denn dort gibt es keine eigenständigen Blöcke für deaktivierte und kürzlich deaktivierte Plugins mehr – alles ist in einem Block und deaktivierte Plugins sind grau unterlegt.

Ebenfalls runderneuert ist die Übersichtsseite für Widgets in der Design-Rubrik, hier sieht es auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus, was sich aber schnell ändert. Links stehen die verfügbaren Widgets, rechts die Sidebars, in die Widgets eingefügt werden. Es kann wie üblich verschoben werden. Neu ist unten die Box in deaktivierte Widgets, in die Widgets “zwischengeparkt” werden können, wenn man sie vorläufig nicht mehr braucht, man aber die Einstellungen nicht verlieren möchte. Leider gibt es von Hause aus immer noch keine vernünftige Widget-Steuerung, mit der man beispielsweise Widgets für bestimmte Seiten deaktivieren kann.

Eine nette Neuerung gibt es im Editor der Design-Rubrik, denn der zeigt nun den Quellcode “highlighted” an, also mit markiertem HTML-Code. Dazu gibt es nun endlich auch eine Zeilennummernansicht.

Pingback-Bug-Problem

Wer sich erhoffte, dass die Problematik mit dem Pingback-Timeout nun behoben wurde, wird sich vermutlich etwas enttäuscht zeigen. Wir erinnern: Vor einigen Monaten hat jemand herausgefunden, dass die Timeout-Zeit für die Rückmeldung von Pingbacks in der Datei cron.php (im Ordner “wp-includes”) auf 0,01 sec (bzw. in der amerikanischen Schreibweise: 0.01) steht und das bei einer größeren Zahl von anzupingenden Websites möglicherweise nicht ausreicht. Der Workaround war der, die betreffende Zeile namens:

wp_remote_post( $cron_url, array('timeout' => 0.01, 'blocking' => false, 'sslverify' => apply_filters('https_local_ssl_verify', true)) );

zu suchen und dort den Wert von “0.01” auf “1” umzustellen. Leider steht im RC1 (und vermutlich dann auch in der Final) der Wert immer noch auf 0.01, so dass man hier wohl oder übel wieder per Hand ran muss, wenn beim Schreiben von Artikeln Pingbacks vermisst werden. Offenbar will das WordPress-Team dieses Verhalten derzeit auch nicht ändern, wenn man sich das entsprechende Ticket anschaut.

Grobes Fazit zu WordPress 2.8 in einem Satz

Moderater Feature-Ausbau, durchaus installationswert.

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Wahlkampfverlängerung.

8. Juni 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Offenbar waren wir so gut, dass wir nochmal ran dürfen. Die OB-Wahl in Pforzheim hat sich am Sonntag deutlich zum Positiven für den von mir unterstützten Kandidaten Gert Hager gewendet, immerhin fuhr er 43,8 Prozent der Stimmen ein, während die Amtsinhaberin 40,4 Prozent holte. Da für einen Sieg im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit notwendig ist, hat damit erst mal keiner gewonnen und es kommt auf einen zweiten Wahlgang in drei Wochen an. Hier gewinnt derjenige mit einer relativen Mehrheit – wer die meisten Stimmen hat, wird OB. Das heißt für uns als unterstützendes Team für Gert Hager, dass wir demnach Verlängerung haben. Mit diesem Vertrauensbonus kann man da sicherlich etwas anders herangehen, wobei wir von Übermut weit entfernt sind. Hochmut kommt vor dem Fall, deshalb machen wir jetzt einfach weiter.

In Sachen Online-Campaigning: Die letzten drei Tage vor der Wahl und der Wahlsonntag selbst waren der absolute Wahnsinn in Sachen Zugriffszahlen. Das hat meine lange gehegte Vermutung, dass sich Wähler erst in den letzten Tagen und Stunden entscheiden und dann im Zweifelsfall auch die Websites der Kandidaten zum Vergleich nehmen, voll bestätigt. Und das Hübsche dabei ist, dass ein monatelanger Vorsprung an Content hier Gold wert ist. Wir haben rund achtmal mehr Artikel, als die Amtsinhaberin und ungefähr zehnmal mehr an Fotos. “Content kills” und ab einer gewissen Masse springt dieser Reaktor von selbst an und zündet. Und wenn man seine Hausaufgaben gut gemacht hat, läuft dieser Reaktor bis zum Wahltag unaufhaltsam und uneinholbar. Da macht dann auch eine Verlängerung nicht viel aus, die Online-Wahlkampfbegleitung geht einfach nahtlos weiter. Der Coup übrigens, dass Gert Hager auf meine Empfehlung hin einen eigenen Wahlaufruf an Besucher richtet, ist schamlos von Barack Obama geklaut. ;-)

Das allein wäre es nicht gewesen, aber es kam etwas, was so wertvoll ist, dass man davon in größeren Zahlen zutiefst gerührt ist: Feedback von Wählerinnen und Wählern. Zustimmung zur Kampagne, Glückwünsche, Lob, Anregungen, Nachfragen, Hinweise auf Rechtschreibfehler (!), Angebote zur Mitarbeit. Und das zum größten Teil von Menschen, deren Namen selbst im näheren Dunstkreis des Wahlkampfteams neu sind, die also demnach komplett über Online zur Kandidatensphäre gefunden haben. Am Anfang hatte ich noch die Befürchtung, dass ich mich mit meiner Bitte an den Kandidaten, Feedback möglichst rasch zu beantworten, lächerlich mache. In der Zwischenzeit gehört das zu einem festen Arbeitsposten von ihm, den er sich nicht nehmen lässt. Und ich glaube fest, dass das einen modernen Politiker auszeichnet.

Wer als Leser oder auch als Schreiber dieses Medium nutzt und entwaffnend einsetzt, Augen und Ohren aufmacht und das Kampagnen-Weblog als Kommunikationsplattform sieht, nicht einfach nur als Bewegtbildausgabe des Wahlkampfprospektes, der kommt der Magie sehr, sehr nahe und findet sich plötzlich sehr schnell in der Erkenntnis, dass das Wahlkampf-Weblog weniger Arbeit macht, als es Faszination zurückliefert.

Was bin ich froh, dass ich mit Gert Hager einen OB-Kandidaten erwischt habe, der dieses Experiment Online-Campaigning von Anfang an mitgemacht hat. Der anfängliche Dialog im Dezember, als alles noch eine geheime Kommandosache war, ging in etwa so:

Gert: “Funktioniert das mit dem Weblog denn auch?”

Besim: “Technisch ja. Ob es uns da hinführt, wohin wir hinwollen, kann ich dir nicht sagen, aber wenn wir es nicht probieren, werden wir es nie erfahren.”

Gert: “Gut, hört sich plausibel an, dann machen wir es.”

Auf in die nächsten drei Wochen Verlängerung und dann gibt es einen Abschlussbericht. :-)

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Was heute gesagt werden muss:

7. Juni 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Bewegt gefälligst euren Hintern aus der Haustüre und geht wählen! Eure Entscheidung in der Europawahl hat auch etwas damit zu tun, mit zu beeinflussen, wie unser Staat zukünftig eure Privatsphäre reglementieren muss. Wenn ihr nicht wählen geht und euch für eine demokratische Partei entscheidet, lassen wir rein mathematisch gesehen den radikalen Parteien mehr Stimmenraum, den deren Stammwähler nahtlos ausfüllen.

Reicht es nicht, dass wir schon mit sturzkonservativen Vollidioten zu kämpfen haben, die überhaupt keine Bedenken haben, einige zehntausend Unterzeichner einer Online-Petition einfach mal in die Täterschublade zu stecken? Nein, es reicht und nein, es darf kein Platz sein für Gesindel am äußersten linken und rechten Rand des Parteienregenbogens, die durch einen Auftritt im Europaparlament möglicherweise mehr Plätze in entscheidenden Ausschüssen bekommen und die alles andere im Sinn haben, als Europa demokratisch in die Zukunft zu führen.

Das können wir nicht zulassen. Deshalb: Bewegt gefälligst euren Hintern aus der Haustüre und geht wählen!

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Von der Unwählbarkeit der CDU und der CSU.

5. Juni 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Ich gebe es auf – ich halte die CDU und die CSU nicht mehr einfach nur deshalb für eine nicht wählbare Partei, weil ich in der SPD bin, sondern weil beide Parteien inzwischen nachweislich unfähig sind, sich mit der modernen Kommunikations- und Unterhaltungswelt sinn- und verantwortungsvoll auseinanderzusetzen. Den Ausschlag dazu (und ich lege Wert auf die Feststellung, dass dieser Ausschlag nur der allerletzte Krümel ist, der bei mir den Steinschlag auslöst) gibt die heute von der Innenministerkonferenz ausbaldowerte Losung, dass so genannte Killerspiele in Deutschland verboten werden sollen.

Das ist nichts als purer Populismus und dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

  • So genannte Killerspiele sind in praktisch allen Fällen bereits nicht für Jugendliche käuflich zu erwerben und dürfen nur gegen Altersnachweis verkauft werden. So wie im übrigen auch Horrorfilme und harte, alkoholische Getränke.
  • Ein Verkaufsverbot führt zu nichts, weil Konsumenten von Computerspielen sich diese Spiele auf anderen Wegen und aus anderen Ländern kaufen. Das ist nicht die Zukunft, das ist die Gegenwart, denn die meisten Ballerspiele sind in der Deutschland-Fassung bereits herunterdividiert. Das wissen auch die Hersteller von entsprechenden Spielen, die neben den Deutschland-Versionen meist noch Europa-Versionen produzieren, die unter anderem eben auch die deutsche Sprachfassung enthalten. Gekauft werden diese Fassungen dann einfach im Ausland und der deutsche Verkäufer von Computerspielen schaut einfach mal in die Röhre.
  • Es fehlt immer noch der schlüssige Nachweis, dass der Konsum von Killerspielen in einem kausalen Zusammenhang mit grundsätzlich in homöopathischen Dosen auftretenden Amokläufen Jugendlicher steht. Betrachtet man die Einzelfälle, kommt man immer zum Ergebnis, dass sich der betroffene Amokläufer in einem schweren Seelenzustand befand und einen sträflich einfachen Zugang zu Waffen hatte. Der reine Besitz von Killerspielen und eine mögliche Vermutung, dass er am Vorabend gar diese Spiele genutzt hat, erklärt gar nichts. Genauso gut könnte man argumentieren, dass ein übermäßiger Konsum von koffeinhaltigen Getränken unmittelbar vor dem Amoklauf einen kausalen Zusammenhang mit dem Amoklauf haben könnte.
  • Rein politikhandwerklich betrachtet ist dieser Verbotsantrag der Innenministerkonferenz eine Nullnummer, denn der Bundesrat entscheidet nichts, sondern empfiehlt. Das Ding geht also erst mal an die Bundesregierung und dann an den Bundestag, muss debattiert werden. Die Empfehlung, dass der Bundestag da möglichst schnell entscheidet, ist lieb gemeint, allerdings praktisch unlösbar, da der Deutsche Bundestag nur noch zwei Sitzungswochen bis zur Bundestagswahl im September hat.

Zu denken gibt nach wie vor, dass die Politikerkaste, die über Recht und Ordnung im Lande waltet, nach wie vor nicht begriffen hat, dass neue Medien von heute die Zukunft von morgen darstellen und man mit Verboten nichts, aber auch rein gar nichts tut, außer reinen Populismus zu betreiben und ganze Gesellschaftsschichten zu kriminalisieren, von der man glaubt, dass sie sie einem ja doch nie wählen würden. Das ist “Team Zukunft”? “Wir in Europa”? Das ist tiefstes Mittelalter!

Mit dieser generellen Rückwärtsgewandtheit und einer offenen Feinschaft gegenüber neuen Technologien und der Jugend wird aber der größte Kardinalfehler begangen, den man nur tun kann: Denn wenn junge Menschen aus der Überzeugung, dass die politische Klasse sie nicht versteht, nicht mit ihr spricht und sie wenig fundiert bevormundet, am Ende aus Prinzip gar nicht mehr wählen geht, dann entsteht der schwammige Spielraum, der den ganz radikalen Vollidioten plötzlich die Chance gibt, in Parlamente einzuziehen.

Aus diesem Grund sollte man sich überlegen, welche zukunftsgerichtete Partei man wählen möchte. Was man allerdings gar nicht wählen darf, sind Parteien, die ganz offen den Rückspiegel als Fenster in die Zukunft sehen.

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