Google AdSense mit enthülltem Ariadnefaden.

Der Ariadnefaden, den der gemeine Websurfer so durch sein Online-Leben zieht, wird nun – naja, nicht wirklich mehr größer, sondern eher deutlicher. Und offenbar muss Google nun mit deutlich mehr Mühe seine Schäfchen im Trockenen behalten. So von wegen „don’t be evil“.

Fakt ist, dass AdSense-Nutzer heute Elektropost bekommen haben, in denen folgendes lapidar befohlen wird:

„Aufgrund dieser Einführung ist es erforderlich, dass Sie die Datenschutzbestimmungen Ihrer Website überprüfen und gegebenenfalls ändern.“

Worum geht es? Um Ausnutzung der Business Intelligence, die Google mit AdSense dadurch ermittelt, in dem auf praktisch jedem halbwegs lesbaren HTML-Furz im Web ein AdSense-Banner hängt. Diese im ganzen Web verlegten Tretminen zeichnen nämlich durch ihre benutzereindeutige Verankerung mit, wo ein Benutzer im Laufe seines Online-Tages alles hinsurft. Und genau diese gesammelten Informationen will Google nun auch dazu nutzen, den Inhalt für AdSense-Banner auf den folgenden, zu besuchenden Seiten zu spezifizieren.

Beispiel: Ein Benutzer war auf zehn Websites mit Autozubehör. Wenn es auf diesen Websites AdSense-Werbebanner gab, wird AdSense höchstwahrscheinlich autospezifische Werbeinhalte präsentiert haben. Geht nun der Benutzer nach dem Besuch dieser zehn Websites auf eine Website mit Kochrezepten, will Google nun nicht einfach dort kontextsensitive Banner zum Thema Kochrezepte anzeigen dürfen, sondern vielleicht weiter autospezifische.

Technisch ausgeführt wird das wie üblich mit Cookies, die im Browser des Benutzers gesetzt werden wollen und eine eindeutige Benutzeridentifikation darstellen. Interessanterweise macht Google das nun aber nicht mehr allein, sondern mit einem altbekannten Partner im Werbe-Profiling, nämlich mit DoubleClick. Von dort wird nämlich nun auch ein Cookie gesetzt bzw. abgefragt, wenn ein AdSense-Banner geladen wird. Und mit DoubleClick haben da nun zwei der größten (wenn nicht gar die beiden größten) Bannerverchecker eine gar wundervolle Zusammenarbeit zur Fast-Perfektion gebracht.

Also, lieber Websurfer, bitte nicht wundern, wenn deine Frau/Freundin sich bei dir beschwert, dass nach dem Start des Webbrowsers eindeutige Inhalte in AdSense-Bannern erscheint: Möglicherweise ist nicht Google daran schuld, sondern du selbst, der vorher auf Ferkel-Websites gegangen bist.

Ein Gedanke zu „Google AdSense mit enthülltem Ariadnefaden.

  1. […] Prinzipiell sollte jedem klar sein, dass er mit dem Bewegen im Internet immer Spuren hinterlässt und sei es nur der berühmte rote Faden im Browser, den die Cookies zu nutzen wissen. Besim hat bereits vor fast drei Jahren einen Artikel zu diesem Faden verfasst. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *