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Die dunkle Seite der Macht.

23. Februar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb unlängst, dass die Vertragsverlängerung von Nikolaus Brender als Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens auf der Kippe stehen würde, da CSU-Politiker und ZDF-Fernsehratsmitglied Markus Söder dies dem ZDF-Intendanten Markus Schächter angedeutet haben soll. Das hat gleich eine ganze Reihe von G’schmäckle, der am ehesten verständliche und dennoch nicht weniger skandalöse ist jedoch dem Umstand gezollt, dass Nikolaus Brender jemand ist, der knallhart eine Linie vertrat und vertritt, der Politik nicht auf den Leim zu treten. Das ist schön für den Zuschauer, unschön für so manch Politiker und im politischen Gebilde des ZDF eine Zeitbombe, die dann losgehen kann, wenn sich politische Gefüge verschieben.

Die Bundesländer kamen beim ZDF schon immer gut weg und das sogar schon vor seiner Gründung. Im ZDF-Staatsvertrag heißt es nämlich unter § 5 Absatz 2, dass “das Geschehen in den einzelnen Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands angemessen im Programm darzustellen sind”. Diese Verewigung zeigt sich selbst heute noch durch zwei Programmblöcke: Einmal täglich durch einen exklusiven Nachrichtenblock “aus den Ländern” und einmal in der Woche samstags durch den “Länderspiegel”.

Die “Nachrichten aus den Ländern” sind so ziemlich das unbeliebteste und liebloseste, was das ZDF staatsvertraglich zu produzieren hat und dieser Nachrichtenblock wird deshalb traditionell gut im Programm versteckt. So seichte, im Vorabendprogramm positionierte Sendeformate wie “Die Drehscheibe”, die “Tele-Illustrierte”, das “Länderjournal” oder das “Abendmagazin” dienten einzig und allein für diesen Nachrichtenblock, umrahmt von etwas Schlagermusik im Studio und gelegentlichem Promibesuch. So Hausprominente wie Johann Lafer begannen ihr frühes Schaffenswerk unter anderem auch genau hier, eben beispielsweise als Koch für die Weihnachtsküche. Das artig klatschende Studiopublikum wiederum wurde aus dem täglichen Besuchergruppen aquiriert, so dass alles dann am Ende doch eine fast schon feierliche Melanche ergab. Derzeit wird dieser Nachrichtenblock mittags in der Sendung “Drehscheibe Deutschland” verwurstet. Kurz, schmerzlos, ohne Studiopublikum.

Zugeliefert wird die Wurstware für beiden Ländersendungen vornehmlich von den sechzehn ZDF-Landesstudios, die in den jeweiligen Landeshauptstädten eingerichtet sind. Selbst in Wiesbaden, keine 10 Kilometer vom Sendezentrum in Mainz entfernt, und skurrilerweise sogar in Mainz selbst, in Form einer eigenen Landesredaktion Rheinland-Pfalz, die aber immerhin noch im Sendezentrum selbst residiert.

Politisch gesehen gehörte es, glaubt man Gerüchten, wohl schon immer zur “guten” Tradition des Hauses, dass die Studioleitungen der Landesstudios der jeweiligen Landesregierung politisch nicht allzu fern stehen. Das lassen wir mal so dahingestellt – wirklich abwegig klingt das allerdings keineswegs.

Denn man muss wissen, dass das ZDF zwar durch einen Intendanten geleitet wird, der auch weitgehend die operative Verantwortung trägt, es allerdings mit dem Verwaltungs- und vor allem mit dem Fernsehrat zwei weitere Organe gibt, die außerordentlich stark parteipolitisch und föderal besetzt sind. Ein Schelm, der dabei denkt, dass es bei wichtigen Personalentscheidungen, in denen der Fernsehrat eingebunden ist, letztendlich um nackte Parteienstrategie geht. Da merkt man sich eben die Namen von Redakteuren, denn irgendwann müssen hier und da ja mal Verträge verlängert oder Posten vergeben werden.

Nein, mich überrascht die bemerkenswerte und bedauerliche Art und Weise, wie man mit Nikolaus Brender umgeht, nicht wirklich.

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Holz für die Welt.

22. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in EnergieWelt

Heute gab es wieder ein inzwischen immer häufiger werdendes Schauspiel bei uns: Ein Bekannter klingelt, fährt einen Anhänger voll mit Brennholz an und ladet es bei uns ab. Seit dem sich herumgesprochen hat, dass mein Vater stolzer Besitzer eines Kaminofens sind und Leute entdeckt haben, dass man damit wunderbar um die obligatorische Zweitwährung, der Rotweinflasche, herumkommt, türmen sich bei uns die Brennholzberge. Und leider fehlt meinem Vater da immer noch das Gefühl dafür, wieviel Brennholz genug ist.

Denn nach einer kleine Hochrechnung, die ich anhand des bisher in dieser Saison verheizten Holz gemacht habe, reichen die jetzigen Vorräte mindestens noch drei weitere Saisons. Der ganze Garten steht voll mit abgepackten Holzhaufen und mein Vater ist zum ersten Holzhacker des Herrn geworden.

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Auf der PS3: Grand Theft Auto IV.

22. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

Okay, mit einem Testbericht zu Grand Theft Auto IV komme ich vermutlich richtig heftig spät, wenn man bedenkt, dass es das Spiel auf der PS3 immerhin schon seit Ende April gibt – in der Welt der Computerspiele eine halbe Ewigkeit. Allerdings gilt auch für mich, dass ich nicht für jedes Videospiel den Sofort-kaufen-Bonus bezahlen will und Grand Theft Auto IV gehörte zu den Blockbustern, die diesen Bonus sehr ordentlich ausgenutzt haben.

Die Hintergrundgeschichte von Grand Theft Auto IV ist schnell erzählt: Der Protagonist Niko Bellic, Serbe und ehemaliger Soldat im Jugoslawien-Krieg, reist illegal per Schiff in die USA ein und schlüpft bei seinem Cousin Roman unter. Roman, ein notorisches Großmaul, hat Niko in früheren Korrespondenzen wohl den Himmel auf Erden, in dem er angeblich wohnen soll, heruntergelogen und so findet sich Niko plötzlich in einem eher schlecht laufenden Taxiunternehmen von Romans Chef namens Vlad und darf für Roman Drecksarbeit in der Unterwelt der virtuellen Stadt Liberty City verrichten, die nicht zufällig in vielen Details der Stadt New York ähnelt.

Gedroschen, gerast, geprügelt, geklaut wird dabei nicht wenig, dafür allerdings geredet auch nicht viel. Das Klischee der Unterwelt-Ganovenschaft wird voll aufs Korn genommen und draufgehalten, dass es nur so Vorurteile und Körpersäfte spritzt. Allerdings gibt es neben der bemerkenswert guten Fahrweise der Fahrzeuge (die man praktisch alle klauen und fahren kann, bis hin zu Motorrädern, Geldtransportern und Müllautos) auch viele Dinge nebenher zu entdecken. Im Internet-Cafe kann man (nicht im wirklichen Internet) surfen und mailen, mit Bowlen, Pool und Spielautomaten sich auch komplett eigenständig unterhalten und auch einfach mal in den gesperrten Bereich des Flughafens rasen und mal sehen, was passiert, wenn die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen wird.

Was an Grand Theft Auto IV begeistert, ist die absolut intelligente und wegweisende Art, wie Spiel und Story miteinander verwoben ist. Während man mit (zu klauenden) Fahrzeugen grundsätzlich überall in der Stadt herumcruisen kann, kann man sich durch Anfahren der Stätten, in denen sich Protagonisten aufhalten oder durch schlichtes Anrufen durch das virtuelle Handy in Missionen einschalten, je nachdem, wie man möchte. Die Stadt hat einen (natürlich erheblich kürzeren) Tag-Nacht-Rhythmus, es gibt eine Menge “natürlicher” Dinge wie die Müllabfuhr, Ticket schreibende Polizisten etc. im Hintergrund, es gibt Regen und Gewitter und es gibt intelligente Figuren, denen man beispielsweise nicht ganz so leicht das Fahrzeug klauen kann oder die sich beim sinnlosen Herumprügeln richtiggehend gut wehren können. Das kommt dem Traum, ein Metaversum, ein Spiel und eine Handlung in einem Projekt zu haben, sehr nahe. Wenngleich die Umsetzung in Grand Theft Auto IV meinem Traum auch nur in sehr frühen Stadien entgegenkommt. ;-)

Wie für viele Spiele von Rockstar gilt auch bei Grand-Theft-Auto-Serie, dass diese nichts für Moralisten ist und vor Zynismus nur so trieft – um es einmal freundlich auszudrücken. Unbeteiligte Figuren abzuschießen, zu überfahren und dann auch noch ordentlich nachtreten zu können, wenn diese auf dem Boden liegen, ist für den Ungeübten eine zutiefst verstörende Angelegenheit und für eher schwächere Seelen und vor allem für Kinder ein absolutes No-Go. Allerdings, und hier lege ich großen Wert darauf, dass das für Erwachsene gilt: Realität ist eine Sache, Unterhaltung wieder eine andere. Dass es Menschen gibt, deren Intellekt das möglicherweise nicht hundertprozentig getrennt bekommt, ist bedauerlich, war allerdings auch schon vor der Zeit der Computerspiele immer ein gewisses Lebensrisiko.

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Wer kennt wen – wirklich?

21. Februar 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Dass die Social-Networking-Plattform wer-kennt-wen.de die Plattform StudiVZ seit neuestem von den Zugriffszahlen her überholt haben soll, ist eigentlich schwer verständlich. Denn wer-kennt-wen.de ist schlicht einer der schlampigsten und unfertigsten Social-Network-Plattformen weit und breit.

Die Idee des Vernetzens funktioniert logischerweise nach dem Ansatz, dass jemand, der sich vernetzen möchte, zunächst Details von sich in einer einheitlichen und durchsuchbaren Weise dem bestehenden Netzwerk zur Verfügung stellt. Das ist natürlich ein Stück Nabelschau, aber man muss ja nicht alles zur Schau stellen, was geht.

Bei der RTL-Tochter wer-kennt-wen.de geht aber gar nichts so recht. Daten zu Schulbesuchen kann man nicht hinterlegen und zu Arbeitgebern auch nicht. Und wenn nicht zufällig jemand Adresslisten aus seiner Schulzeit oder von Kollegen hat, kann zuschauen, wie er sich vernetzt. Verschenktes Potential und deshalb passiert auch verhältnismäßig wenig, was nach Netzwerk aussieht. Bekannte findet man entweder, in dem man nach den Namen sucht oder sich von anderen Kontakten weiterhangelt. Wehe dem, der eben keine Adresslisten hat.

Aus diesem Grund beschäftigt man sich in wer-kennt-wen.de eher bilateral, was sich vor allem durch die entsetzliche Word-Art in den Gästebüchern zeigt, für die es sogar eigene Gruppen gibt. Gruppen wiederum glänzen vor allem durch bescheidene Forenfunktionen, in denen kein Spass aufkommen mag. Aufkommen kann. Schade.

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Frank-Walter Steinmeier.

21. Februar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in BilderWelt

Eine Studie des SPD-Kanzlerkandidaten und mein erstes Forschungsobjekt in Sachen RAW-Formate. Die Bilder gibt es wie üblich bei einem Klick nochmal im Großformat. Die Brennweite ist bei diesem Bild ziemlich genau 90 mm:

Frank-Walter Steinmeier

Und das ist nun ein Bild mit dem Vollformat-Fisheye mit 16 mm Brennweite, unbeschnitten:

Frank-Walter Steinmeier

Ich bin schwer geplättet, ich erkenne meine Objektive kaum wieder. Was mich am Fisheye immer wieder staunen lässt, ist der Umstand, dass selbst in den hintersten Ecken keinerlei Vignettierung zu sehen ist. Und wir sprechen da von einem Bildwinkel in der Diagonalen von 180 Grad.

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