Sternstunden der Schaltgespräche.

Schaltgespräche – in der Fernsehsprache auch einfach „Schalte“ genannt – sind das täglich Brot eines jeden Nachrichtensenders. Während der Zuschauer im Idealfall immer nur das reine Interview sieht, gibt es aber in jeder Schalte ein Davor und Danach. Vor einer Schalte darf der Interviewpartner schon einige Minuten vorher vor der Kamera stehen, damit das Bild von den Bildtechnikern feingetuned werden kann und das wird gern dazu genutzt, kurz das Interview abzusprechen, dem Interviewpartner noch ein paar Kommandos ins Ohr zu husten oder auch einfach mal für so elementare Dinge wie Wetterbericht oder Grundsatzdiskussionenen. Wenn schon die Leitung steht, kann man sie ja auch einfach nutzen.

Das haben sich offensichtlich auch Friedhelm Busch und Raimund Brichta gedacht, als sie zwischen zwei Aufzeichnungen per Schalte eine Grundsatzdiskussion führten. Was sich so skurril ansehen lässt, ist nicht das, was über den Sender lief, sondern das Dazwischen, erfrischend ungefiltert:

Während der Gesprächston schon einige Blogger verwirrte, ist das für Leute, die schon wirklich heftige Schalten miterlebt habe, eher ein Kaffeekränzchen. In Krisensituationen ist eine Schalte mitunter eine richtig haarige Geschichte, bei der man als Journalist schon sehr abgebrüht sein muss, für ein, zwei Minuten so dazustehen und zu plaudern, als ob die ganzen Dinge hinter dem Rücken nur aus der Konserve kämen. Man stelle sich einen Journalist vor, der bei Orkanböhen im Wind steht, einen riesigen Mikrofonpuschel vor der Nase und im Ohr hört er Anweisungen aus der schön warmen Regie. Ich fand deshalb in meiner Fernsehzeit Schalten immer eine hochspannende Angelegenheit. Du stehst in der Pampa, rundherum ein paar Fernsehleute und Punkt 19 Uhr ist man live in der Heute-Sendung.

Übrigens hübsch, dass n-tv dieses Ding sogar auf seiner Homepage offiziell ins Netz stellt, eine Zusammenfassung des Vorgespräches sogar in der Telebörse gesendet hat und Raimund Brichta in seinem Blog gar über das Schnipselchen schreibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *