Die scharrenden Hufe in Sachen Online-Sperren.

Na also, hat ja gar nicht lange gedauert. Schon steht das hessischen Innenministerium in den Startlöchern, lässt offenbar Vertreter von fünf Internet Service Provider zum Hinterzimmergespräch kommen und schlägt den Vertretern doch tatsächlich vor, dass diese freiwillig (!) illegale Glückspielewebsites im Internet sperren sollen. Als ideele Basis diene die dieses Jahr in Kraft getretene Verschärfung des Glücksspiel-Staatsvertrages, der alle nicht lizenzierten Glücksspiele, die öffentlich zugänglich sind, verbietet.

Das ist schon mal aus zweierlei Sicht eine haarsträubende Geschichte, neben der nach wie vor völlig unklaren, technischen Basis zum sinnvollen Filtern:

  1. Was für ein Quatsch ist es eigentlich, eine von vorneherein weitgehend hoffnungslose Aktion zu starten, Glücksspielangebote aus dem Internet zu filtern? Was kommt als nächstes? Rechte Inhalte, politisch „inkorrekte“?
  2. Das Filtern von illegalen Glücksspielangeboten dient nur auf den ersten Blick dem Schutze des Konsumenten, denn wollen wir mal nicht uneigennützig sein: Die Gesellschaft verdient an der Spielsucht Vieler, die Lotto spielen, sich in öffentliche Casinos setzen oder auf Pferde wetten, nicht schlecht und natürlich kommt es da natürlich gar nicht so übel, wenn sich das Land Hessen auf diese Weise bequem das Glücksspielmonopol absichern lassen kann.

Und danach, würde das alles tatsächlich mal wahr werden, wovon uns der Herr bewahren möge, kommen sicherlich die Nächsten. Websites, die mit Zigaretten oder Alkohol zu tun haben? Weg! Pornografische Inhalte, die naturgemäß ja auch Jugendlichen zugänglich sein könnten? Weg! Und so weiter.

Die Büchse der Padora ist tief, wenn sie einmal aufgemacht wird. Ob nach der Öffnung dieser Büchse die Demokratie noch diesselbe ist, wie vorher, darf bezweifelt werden.

Ein Gedanke zu „Die scharrenden Hufe in Sachen Online-Sperren.

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