Meinungsfreiheit ja, so lange …

… es die eigene Vergangenheit als Politiker nicht betrifft. Nun also diesmal Lutz Heilmann von der Linkspartei, dem offensichtlich in seiner Biografie keine passende Umschreibung für seine Tätigkeit als Personenschützer bei der Staatssicherheit der DDR eingefallen ist und das dann mit „Verlängerter Wehrdienst“ umschrieben hat – und mit dieser Aufhübschung der Biografie dann auch in die Nominierung zur Bundestagsabgeordnetenkandidatur innerparteilich gegangen ist. Kann ja mal passieren, nicht?

Und weil das Internet ja böse ist und die Wikipedia bekanntlicherweise nur unter wikipedia.de erreichbar ist, hat der gute Herr Heilmann die Wikimedia Deutschland dazu verdonnert, dass diese so lange nicht mehr auf de.wikipedia.org weiterleitet, so lange dort obiges behauptet wird (was übrigens der SPIEGEL nachweislich recherchiert hat und von Heilmann übrigens auch bestätigt wurde).

Und da lacht man in dieser Republik gern über türkische Richter, die augenscheinlich andauernd YouTube in der Türkei sperren lassen, weil dort Videos über Verunglimpfungen über den Republikgründer Atatürk veröffentlicht werden. Kauernde Idioten, die Angst vor ihrer eigenen Wahrheit haben und denen jedes noch so peinliche Mittel recht ist, anderen den Bären über sich selbst aufzubinden, die gibt es auch hier.

Ein Gedanke zu „Meinungsfreiheit ja, so lange …

  1. Das blödsinnige dabei ist ja, dass ohne die Aktion wahrscheinlich kaum jemand auf die Idee gekommen wäre, den Artikel bei Wikipedia abzurufen, jetzt aber wahrscheinlich ganz Netzdeutschland ihn lesen wird.

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