VoIP mit Tücken.

Wir experimentieren im Büro derzeit stark mit Voice-over-IP. Einerseits, um uns damit Wissen anzuhäufen, den man für spätere Kundenprojekte haben sollte, und zum anderen, um damit mittelfristig Ersatz für unsere betagte, klassische Telefonanlage zu bekommen.

Realisiert wird das mit einer Telefonanlage auf Softwarebasis, die auf einem zentralen Server installiert wird und externen VoIP-Telefonen, die ganz normal per Ethernet im unserem LAN hängen und sich am Anlagenserver anmelden. Gesprochen wird SIP. Alles in allem eigentlich weitgehend standardisiert, die Gesprächsqualität ist auch von normaler ISDN-Qualität nicht zu unterscheiden.

Was allerdings wirklich tückisch ist, ist das VoIP-Telefon, in unserem Testfall das Modell 320 von Snom. Eine Menge Knöpfe, die eigentlich so bedienbar sein sollten, wie auf normalen ISDN- oder Anlagentelefonen, allerdings funktionieren sie nicht so. Wir haben nun zu zweit fast eine halbe Stunde damit experimentiert, ein eingehendes Gespräch auf ein anderes Telefon umzuleiten, was uns nach einer wahren Knöpfendrückerorgie partout nicht gelingt. Die Dokumentation der Telefone beschränkt sich auf eine Kurzanleitung, in der die einzelnen Knöpfe beschrieben sind und wie man das Telefon an die Wand hängen kann, ohne dass dann der Höher herunterfällt, aber beim Rest hängen wir da recht hübsch in der Luft.

Wissen schaffen – und damit ist das Wissen an der Front gemeint – ist mitunter eine äußerst steinige Angelegenheit. Und es ist doch ein Unterschied, ob ein Hersteller Telefone erst seit 10 Jahren baut, oder seit 50.

3 Gedanken zu „VoIP mit Tücken.

  1. Na da habt ihr euch da genau das richtige Modell zugelegt. Ich nutze das 320 nun schon 2 Jahr und habe selbst nach Updates nicht die Möglichkeit alle Knöpfe zu belegen. Mir kommt es teilweise so vor, als seien darin nur Blender verbaut.

  2. Snom geht eher vom Ansatz aus, dass vergleichsweise komplexe Programmierungen (die dann zu sog. „Orgien“ auf den Tasten führen) schneller und viel einfacher über das Webinterface des Telefons eingegeben werden können. Hier hätte man unter dem Begriff „Umleitung“ die gewünschte Nummer eingegeben und schon wäre alles gut gewesen. Das ist übrigens der Trend der meisten Hersteller komplexere Telefone. Das bei jedem snom Telefon mitgelieferte Handbuch (insgesamt gut 100 Seiten, übrigens auch herunter zu laden unter http://www.snom.com/uploads/docu/UM_snom3xx_V2.2_de.pdf ) hätte dem Dilemma ebenso schnell entgegen gewirkt (Seite 68 „Rufumleitung“).

    Snom support

  3. Also das hier mitgelieferte Handbuch ist eine Kurzanleitung und hat 48 Seiten, wovon 24 für die englische und 24 für die deutsche Anleitung sind.

    Das angegebene Handbuch… schön und gut, es ist kompliziert zu lesen und verweist teilweise auf falsche Seiten. Bei „Weiterleitung mit vorheriger Ankündigung“ (S. 75) wird auf „Halten“ auf Seite 71 verwiesen, was aber in Wirklichkeit auf Seite 74 ist. Warum muss man für vier verschiedene Bauserien von Telefonen mit teilweise unterschiedlicher Bedienung ein Handbuch schreiben?

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