ARD, ich bin stolz auf dich!

Das hätte ich dem Alte-Herren-Club, der Intendantenriege der ARD-Sendeanstalten, gar nicht zugetraut, dass sie sich irgendwann nach zwei Jahren schwer erträglichem Dopingsumpf des Radsports dann doch einmal hinstellen, den Bettel hinwerfen und die Tour de France eben Tour de France sein lassen. Vor Schreck hat dann auch das ZDF das Mikrofon fallengelassen und gleich hinterher kamen die Organisatoren der Deutschlandtour. Für letztere finde ich das besonders schade, denn die Deutschlandtour war eine richtig professionell gemachte Veranstaltung. Zwar finanziell hart auf Kante genäht, aber es hätte ja nach und nach etwas werden können.

Und ja, es war dringend notwendig. Und ja, man hätte das schon vor zwei Jahren machen können. Und ja, es ist nach wie vor schwer erträglich, dass der ganzen chemische Rotz, den sich die Fahrer da einverleiben, und die ganzen Beteuerungen, Schuldeingeständnisse, Zugeständnisse, bezahlt wird vom deutschen Gebührenzahler. Es wäre schön, wenn sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten wieder einmal mehr darauf besinnen würden, dass das Geld nicht aus dem Wasserhahn läuft oder mit der Hauspost zugetragen wird, sondern von Gebührenzahlern stammt, die immer weniger bereit sind, diesen Dreck indirekt zu unterstützen. Dann doch bitte lieber Telenovelas mit den ganzen, lackierten Duracell-Häschen.

Vermutung: Die Radsportverantwortlichen werden nie wieder aus dem Dopingsumpf herauskommen, weil es sonst keine spektakulären Touren mehr gibt.

Ein Gedanke zu „ARD, ich bin stolz auf dich!

  1. Mich haben die dauernden Fernsehübertragungen der Tour de France eh ziemlich gelangweilt und werde sie deshalb nicht vermissen.
    Schade finde ich die Entwicklung aber im Hinblick auf den Breitensport. Denn für die Nachwuchsföderung wird im Endeffekt dann auch weniger abfallen.

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