Reich-Ranicki for Intendant!

Na das muss ja ein Spektakel gewesen sein, als Marcel Reich-Ranikki (SPIEGEL ONLINE) Reich-Ranitzky (ZDF) Reich-Ranicki die Übergabe des Deutschen Fernsehpreises zumindest vorübergehend ablehnte und dem dortigen „Blödsinn“ die kalte Schulter zeigte. Nun, hat dem armen Mann niemand vorher gesagt, wie dämlich das deutsche Fernsehen geworden ist und dass man quasi gezwungen ist, sich Pay-TV zuzulegen, um nicht komplett vor der Glotze zu verfaulen?

Immerhin ist der Deutsche Fernsehpreis eine höchst erstaunliche Einrichung, denn es sind daran die vier großen Sender und Senderketten beteiligt, die es in Deutschland gibt: ARD, ZDF, Sat 1 und RTL. Und diese vier Sender verteidigen naturgemäß ihre Territorien und man achtet darauf, jeden programmtechnischen Dünnschiss möglichst gleichermaßen zu huldigen. Und so ist dann der Deutsche Fernsehpreis die ideale Werbeplattform für Jungmoderatoren, die bisher bei Privatsendern die Zeilensynchronisation unsicher machten, sich für die Programmelite der beiden Sender zu empfehlen, die naturgemäß auf der Fernbedienungstaste Eins bis Drei sitzen.

Und mich würde es gar nicht wundern, wenn ARD und ZDF den Auswurf von Marcel Reich-Ranicki gar fest einkalkuliert haben, um auf diese Weise endlich eine Exit-Strategie eingeleitet zu bekommen, aus dieser unsäglichen Huldigung der televisionären Hundehaufen mittelfristig wieder auszusteigen. Vermutlich ohne daran zu denken, dass sie nicht wirklich besser sind und alles dafür tun, das Niveau in den eigenen Programmen so weit abzusenken, damit auch die Gehirntoten wieder auf die Fernbedienungstaste Eins bis Drei kommen.

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