Jeffersons Erben.

Auf einen Tipp des geschätzten Genossen Andreas Kesting hin habe ich mir das kleine, unauffällige Buch Jeffersons Erben von Tobias Moorstedt gekauft. Neun Euro in der Edition Suhrkamp mit blauem Cover und 165 Seiten.

Moorstedt ist dem Phänomen der Internetkampagne von Barack Obama auf die Spur gegangen und dabei tiefer in die Materie eingedrungen, als so ziemlich alle Journalisten vor ihm, zumindest wenn man da Journalisten aus den üblichen Redaktionen herannimmt. Er beschreibt sehr anschaulich die verschiedenen Elemente, die vom Wahlkampfteam darin eingepackten Erwartungen und wie das Team über die Kampagnenangebote erstaunlich effizient mit Wahlkämpfern und Wählern vor Ort kommuniziert und sich Kommunikation über das Internet neben den klassischen Medien zu einem echten Informationskanal entwickelt hat.

Überraschend ist das auf den ersten Blick, auf den zweiten dann schon nicht mehr, denn eine Kernkompetenz von „Obama ’08“ ist es, dass sie es schaffen, von vorn bis hinten in der Onlinekampagne glaubwürdig herüberzukommen, wie es vermutlich in nur wenig Wahlkämpfen früher der Fall war. Über eine Million Nutzer kommunizieren über „MyBarackObama“ miteinander, während es Konkurrent John McCain, der gern von sich sagt, dass er keinen Computer bedienen kann, nur auf einige tausend Anwender in „MyMcCainSpace“ schafft.

Die Obamasche Kampagne ist zweifellos ein Musterstück der politischen Propaganda und Mobilmachung und Tobias Moorstedt schafft in seinem Büchlein einen wunderbaren Querschnitt durch die Kampagne und vermutlich auch ein geschichtliches Werk, denn wer weiß schon, was nach der Präsidentschaftswahl von der Kampagne übrig bleibt.

Eindeutiger Kaufbefehl, nicht nur für Wahlkampfleiter und Web-2.0-Schlampen, sondern für jeden politisch Interessierten, die lernen wollen, wie zukünftige politische Botschaften daherkommen.

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