MicroSD-Karten für den Musikvertrieb.

Es tut sich also noch was auf der Schiene des Musikvertriebes auf physikalischen Datenträgern: Die Schwergewichte der Musikindustrie, Sony Music, Universal, Warner und EMI, haben die MicroSD-Karte für sich entdeckt und wollen für 15 Dollar pro Album bzw. Kartensplitter Musik damit verkaufen, und zwar angeblich DRM-frei und als qualitativ hochwertige MP3-Dateien mit Bitraten von bis zu 320 kbit/s. Und die Karten sollen sogar noch für kundeneigene Daten nutzbar sein. Ziel soll sein, dass der Konsument direkt diese Teile kaufen und in sein Handy stecken kann, als eine CD zu kaufen.

Netter Versuch, aber vermutlich ein Blindgänger, denn die Idee ist am Nutzer vorbeigedacht:

  1. Die meisten Konsumenten haben bereits eine eigene MicroSD-Karte, wenn sie Musik auf dem Handy hören stellen sich ihre Musikauswahl selbst zusammen.
  2. MicroSD-Karten sind alles andere als komfortabel. Sie sind verdammt klein, fummelig einzusetzen und kaum sinnvoll zu archivieren.
  3. Der Kartenslot ist bei vielen Mobiltelefonen nicht von außen zugänglich, sondern dazu darf man oft genug das halbe Gerät zerlegen und die Karte heraus pulen.
  4. Es besteht keine Notwendigkeit für sehr hochwertige Bitraten von über 200 kbit/s, zumindest auf den allermeisten Mobiltelefonen. Ganz im Gegenteil, je niedriger die Bitraten sind, desto mehr passt auf die Karte.

Der ganze Vorgang erinnert so etwas an die gute, alte Compact Cassette. Die funktionierte als Vertriebsweg prima, allerdings erheblich mehr für Kopien, als für den Direktverkauf. Eben weil die Mobilität von Medienträgern dazu führt, dass man sich auch gern selbst den Medienträger mit eigenen Zusammenstellungen bespielt.

Mein Tipp zu diesem Vertriebsansatz: Totgeburt by design.

Ein Gedanke zu „MicroSD-Karten für den Musikvertrieb.

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