Wie bringt man reifen Menschen Organisation bei?

Fast schon legendär ist die Vergesslichkeit und Zerstreutheit meines Vaters. Keine Zeitung, die nicht auf dem Rand handgeschriebene Telefonnummern enthält, regelmäßiges Vergessen von Terminen und selbst so Sachen wie das eingekaufte Brot vergisst er gelegentlich beim Kaffeetrinken im Café. Nun ist es durchaus so, dass man sich da schon Sorgen macht, immerhin ist mein Vater 68 und da macht man bei gelegentlich atemberaubenden Vergesslichkeitsanfällen schon so seine Gedanken. Allerdings scheitert das alles bei meinem Vater schlicht an der fehlenden Organisation.

Termine schreibt sich mein Vater grundsätzlich nicht auf und gehört zu den Verfechtern der Lebensweise, man müsse solche Sachen einfach im Kopf behalten. Beziehungsweise die Einbildung, man würde sie im Kopf behalten können, was man schlicht nicht tut. Genauso ist es mit Einkaufslisten, denn kaum ein Mensch ist in der Lage, mehr als sieben Kaufwünsche kurzfristig im Kopf zu behalten. Das kostet ja mich schon ungeheuer viel Gedankenjonglieren, wieso sollte das bei meinem Herr besser sein? Einen kleinen Taschenkalender führen? Auf gar keinen Fall!

Ebenso ist es mit dem Chaos von Telefonnummern, Visitenkarten, Kontoauszügen und anderer Zettelwirtschaft. Mein Vater ist regelmäßig entsetzt, wenn er in seinem Haufen irgendwelche Dinge nicht findet, die er dort hineingesteckt hat, lässt aber gleichzeitig nicht den Einwurf gelten, dass man mit etwas mehr Ordnung in diesem Informationschaos tatsächlich das Zeug auch wieder findet.

Wie bringt man sowas solchen Menschen bei? Eigentlich wäre er ein Kandidat für die Intensivbehandlung mit Outlook, einem Handheld und einem frischen TiddlyWiki.

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