Die Peinlichkeit hinter dem Kauf der Postbank.

Eigentlich wäre der Kauf der Postbank durch die Deutsche Bank eine idealer Moment, den Dottore, Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Dr. Josef Ackermann, elegant aus dem Ledersessel zu schießen. Denn an sich ist der Kauf der Postbank, die überproportional viele hochkonservative Sparbuchbesitzer und Nicht-Millionäre zur eigenen Kundschaft zählt und damit jahrelang beste Umsätze einfahren konnte, die größtmögliche Peinlichkeit für die Deutsche Bank.

Nichts hat die Deutsche Bank länger und penetranter betrieben, als die Abwehr von Kunden mit, sagen wir, weniger als 100.000 Euro Geldeingang pro Jahr. Das Filialnetz wurde konsequent ausgedünnt, der Kundenanteil mit Peanuts-Potential zunächst zur Bank24 ausgelagert, wieder eingegliedert, wöchentlich mit neuen Beratern versehen, und zu lustigen Anlageformen überredet bis sie dann doch irgendwann das Weite gesucht haben und auch irgendwann die Deutsche Bank merkte, dass es ohne das lästige Fußvolk, dass nur den Straßendreck in die gewienerten Schalterhallen hereinschleppt, dann doch nicht funktioniert.

Was die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken mit ihrer fast schon penetrant liebevoll gepflegten Kundenfolklore auf der einen Seite für das seltsame Image der deutschen Bevölkerung im Ausland tun, macht die Deutsche Bank auf der anderen Seite wiederum mit Elefantenherden in Porzellanläden fast schon traditionell wieder kaputt. Und die Gewinner sind die billigen Consumerbanken mit vornehmlich ausländischen Besitzern, die gar nichts wirklich gut machen, außer Consumerkredite verkaufen.

Ein Gedanke zu „Die Peinlichkeit hinter dem Kauf der Postbank.

  1. Scheinbar erkennt die Deutsche Bank nun aber anhand der Postbank auch, welche Chancen im Privatkundengeschäft stecken. Somit ist der Einsteig eigentlich eine gute Gelegenheit für die Deutsche Bank sich auch wieder für Privatkunden zu öffnen.

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