Mittelalterliche Arbeitskultur.

Ich wollte mit meiner Liblingsfriseurin eigentlich nur etwas shakern, bei der für gewöhnlich immer extrem kurzen Zeit, die ich beim Friseur dank Kurzhaarschnitt bin. Auf die Frage hin, wo denn eigentlich ihre Kollegin sei, mit der sie den Laden schmeißt, brach es quasi aus ihr heraus, dass sie tatsächlich seit zwei Wochen am Stück den Laden allein betreiben muss, keine Mittagspause hat, täglich 10 Stunden im Laden steht und nicht krankmachen darf. Der Chef mache Kontrollanrufe und stünde zur Urlaubspolitik so, dass man eben „geeigneten Ersatz bringen“ müsse, wenn man Urlaub machen wolle. Interessanterweise reden wir jetzt nicht über einen Hinterhoffriseur mit Dumpingpreisen, sondern von einem bereits seit Jahren etablierten Friseur mit vier Geschäften, einer jungen Ausrichtung, stark werbetreibend und einem zumindest im Hauptgeschäft ständig vollen Haus.

Gut, eine enge Personaldecke kann viele Ursachen haben, das kann man als Außenstehender nicht wirklich sinnvoll beurteilen. Ob man einen Springer von einem Geschäft einsetzen kann, ist für den Kunden auch nicht beantwortbar. Allerdings spricht absolut nichts dagegen, dass man während der Ferienzeit das Geschäft tagsüber, beispielsweise zur Mittagszeit, schlicht ein oder zwei Stunden schließt. Das macht jeder Familienbetrieb so und sowas kann man auch rechtzeitig ein paar Wochen vorher dezent ankündigen, da bricht niemandem ein Zacken weg.

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