Der Technikphilosoph.

Seit etwas mehr als einem Jahr bereichert ein Redakteur die Netzwelt von SPIEGEL Online, der wohl so viel Polarisierungspotential hat, wie selten ein anderer Journalist in dieser Thematik: Konrad Lischka. Der gebürtig in Polen geborene Lischka hat mit seinen 28 Jahren schon eine beeindruckende journalistische Karriere an den Tag gelegt, aber das ist alles nicht der Punkt, worauf ich hinaus will. Denn: Konrad Lischka stellt die seltsam eingängigen, Fragen zu nicht fertig gedachter Technik, die sich jeder, der mit Technik tagtäglich zu tun hat (und das ist genau genommen jeder), andauernd stellt. Beispiele? Gern, die finden sich in einer eigenen Rubrik in der Netzwelt namens Fehlfunktion.

Da finden sich dann so Fragen, warum wir eigentlich ernsthaft 1.120 verschiedene Modelle von Staubsaugerbeuteln brauchen. Oder warum man in jedem Aufzug das gewünschte Stockwerk per Knopfdruck anwählen, aber nach einer Fehleingabe nicht abwählen können. Warum müssen Steckernetzteile auch heute noch so klobig gebaut sein, dass sie im schönsten Fall gleich drei Steckdosen belegen? Müssen Tastaturen wirklich so bescheuert wie vor zwanzig Jahren sein?

„Wenn Ingenieure schlampen, leiden Millionen.“ Er hat so Recht damit. Es sind die kleinen, technischen Unzulänglichkeiten, die einen zum Wahnsinn treiben. Vielleicht muss man erst ein Nerd sein und dann auch noch Journalist, um das infrage stellen zu können.

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