ICANN reagiert auf Spam-Domains – nur wie?

Man merkt der ICANN die Halbherzigkeit an, adäquat auf den so genannten KnujOn-Report von letzter Woche zu reagieren. In diesem Report der Gruppierung „KnujOn“ (rückwärtige Schreibeweise von „No Junk“ werden die zehn Top-Registrare genannt, bei denen Spammer vornehmlich CNOBI-Domains, also Domains mit den Endungen „.com“, „.net“, „.org“, „.biz“ und „.info“, registrieren. Zum einen, weil diese Registrare Domains zu sehr günstigen Preisen verkaufen und zum anderen, weil diese Registrare relativ wenig unangenehme Fragen stellen und auf Beschwerden über falsche Adresseinträge in den whois-Datensätzen nicht oder nur ausweichend reagieren.

Und genau die Korrektheit der whois-Datensätze ist der Dreh- und Angelpunkt für KnujOn und auch die ICANN. ICANN hat nämlich in den Registrarbedingungen, denen jeder Registrar zugestimmt hat, ausdrücklich festgelegt, dass diese whois-Datensätze korrekt sein müssen und Registrare reagieren müssen, wenn Sie Meldungen erhalten, dass ein whois-Datensatz einer bestimmten Domain nicht korrekt sein könnte.

Nun ist ICANN in Zugzwang gekommen und hat nach eigenen Aussagen „einige Registrare“ aufgefordert, bei einer Reihe von Domains, die beim jeweiligen Registrar registriert sind, die whois-Datensätze zu prüfen und gegebenenfalls eine Korrektur zu veranlassen. Bei Nichtbeachtung dieser Aufforderung könnten die Sanktionsmaßnahmen bis hin zu einem Entzug der Akkreditierung gehen – was freilich eine beachtenswerte Premiere wäre.

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