Der James-Bond-USB-Stick.

Nichts gegen den USB-Stick Flash Voyager GT von Corsair, den ich mir im Dezember letzten Jahres gekauft hatte: Superflottes USB-Interface, der es locker auf 15 Megabyte pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit brachte und damit problemlos mein Herz in Sachen Geschwindigkeit erobern konnte. Der Formfaktor war okay, das Design gewöhnungsbedürftig aber es gab zwei logische Schwachstellen: Zum einen macht die Gummiummantelung etwas Kopfzerbrechen in Sachen Stabilität, wenn das Ding regelmäßig in der Hosentasche verschwindet und zum anderen glitt nach und nach die Gummikappe wie auf heißen Sohlen. Sie fiel mir sogar vom USB-Stick herunter, wenn ich den USB-Stick mit der Kappe nach unten trug und das geht ja nun gar nicht – angeblicher Outdoor-USB-Stick mit Gummimantel und angeblicher Wasserdichtigkeit und dann flutscht die Kappe bei jedem leisen Luftzug herunter. Broken by design.

Also wartete das nächste Upgrade darauf, getan zu werden und da musste ich nicht sehr weit laufen, denn Corsair hat für die wirklichen Erbsenzähler gleich ein schärferes Modell auf Lager, nämlich den Corsair Flash Survivor. Und der ist dann wirklich (fast) kompromisslos, allein schon vom Aussehen:

Das Gehäuse besteht aus Luftfahrtaluminium, genau aus 6061 Type 2 Aluminium, was auch immer das im Einzelfall bedeutet. Jedenfalls wird der Stick, der auf dem Deckel festsitzt, in das Gehäuse hineingeschraubt. Das Ende des Gewindes ist mit einem Gummiring abgedichtet, das Gehäuse selbst mit zwei dicken Gummimanschetten gepolstert. Aber auch hier in der Verarbeitung eine kleine Schlamperei, denn der kleine Dichtungsring zwischen dem USB-Stecker und der Hülse, in der der Flash-Speicher sitzt, war lose und musste erst einmal mit einem Pünktchen Heißkleber fixiert werden. Für einen Stick, der so gepanzert daherkommt, eine schwache Nummer, aber dieser Lapsus gefährdet zumindest nicht die „Primärsicherheit“.

Und so kommt es, dass der Stick angeblich bis 200 Meter wasserdicht sein soll, shock-proof und staubsicher ist, gebacken, eingefroren, durch die Luft geworfen und mit dem Auto überfahren werden kann – also alles Dinge, die im Büroalltag ständig vorkommen und vor denen man sich wappnen muss. Staubsicherheit und die nahezu vollkommene Unmöglichkeit, den Deckel zu verlieren, sind ausschlaggebend für mich, nebenbei auch die 8 Gigabyte Speicherkapazität und wieder die rasante Schreibgeschwindigkeit von bis zu 15 Megabyte pro Sekunde.

Alles in allem der USB-Stick für Agenten und Bürohengste. Sieht aus wie ein Castor-Behälter für den Hobby-Kernschmelzer, kommt vermutlich auch so ohne weiteres durch keine Handgepäckkontrolle und liegt preislich jenseits von gut und böse. Ist aber endlich ein USB-Stick, mit dem ich alt werden könnte.

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