Tot-sicher: Yahoo.

Wenn es wirklich eine Aktie gibt, die zur Zeit nahezu bombensicher ist, dann ist es die Aktie von Yahoo. An sich sind Internet-Aktien nur etwas für richtige Kerle, die problemlos mal eben geschwind den virtuellen Verlust von riesigen Vermögen ertragen können und an sich ist Yahoo schon seit Jahren eben so ein Papier. Eine sensationell starke und sensationell gering fundierte Marke, eigene Werbeplattform schon immer im Schatten der Konkurrenz, Unternehmenswachstum weitgehend nur durch Gewinne in zugekauften Unternehmen. Im Grunde genommen lebt Yahoo seit Jahren nur davon, dass es in Millionen Webbrowsern vermutlich als Startseite eingetragen ist. Das macht die Umsätze und damit kauft man sich woanders ein, mehr oder weniger erfolgreich.

Also wirklich nichts für Leute, die es gern konservativ im Wertpapierdepot haben. Weshalb die Yahoo-Aktie auch seit Jahren mit entsprechenden Warnhinweisen versehen wird, egal wo man hinschaut.

Das hat sich alles geändert, nachdem Microsoft seine Kaufofferte für Yahoo hingelegt hat. Phantastisch hoch. Weshalb auch der Aktienkurs von Yahoo einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht hat und nun auf dem viel zu hohen Niveau verbleibt. Schaut man sich die täglichen Bewegungsindizes an, sieht man seit Wochen nur Zukäufe.

Relativ deutlich, dass hier niemand mehr auf die Wirtschaftskraft von Yahoo spekuliert, sondern sich alle hinter dem Yahoo Management versammeln, bis die Jungs den Laden verkaufen. Und das ist spätestens seit dem Zeitpunkt Fakt, als Yahoo die Kaufofferte als zu niedrig ablehnte und ankündigte, auf dem Preisniveau nicht mehr diskutieren zu wollen. Einen Kauf generell abzulehnen, sieht anders aus. Oder anders gesagt: Yahoo ist tot, es geht nur noch um Kosmetik. Und mit Yahoo eine ganze Phalanx von historischen Anwendungen, wie beispielsweise die Suchmaschine Altavista, Overture, aber auch Flickr. Die neueren Labels wird es höchstwahrscheinlich auch nach einem Verkauf noch geben, aber eben nur noch als Labels. Die eigentliche „Mission“, das ursprüngliche Credo der Idee, das ist fort.

So ist es, selten wie es sonst der Fall ist, weitgehend klar, wohin der Zug fährt: Yahoo wird auf Dauer kaum so überleben, wie heute und Microsoft braucht dringend „Stoff“, um Google parieren zu können, hat aber auch keine sonderliche Lust, noch viel mehr zu bieten, als jetzt. So wird man also noch ein paar weitere Wochen ein paar Tänzchen auf dem Parkett wagen, während vermutlich der allerletzte Kleinanleger sich ebenfalls noch schnell Yahoo-Aktien besorgt und sich neben die vielen Anderen tummelt, die in der gespannten Spatzenschleuder darauf warten, ins All geschossen zu werden.

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