Social Engineering im/am Hotel.

Es ergab sich gestern, dass ich vereinsmäßig nach Esslingen am Neckar berufen wurde und dort übernachten sollte. In einem Hotel, dessen Namen ich sicherheitshalber hier nicht nennen werde. Und das deshalb:

Ich rief um ca. 18 Uhr im Hotel an und kündigte an, dass ich vermutlich ein Spät-Checkin auf das Parkett legen würde, weil es mir zeitlich eben nicht reicht. Kein Problem, meinte die Dame an der Rezeption am Telefon im breitesten Schwäbisch, sie sei bis zehn Uhr da und danach könnte ich am so genannten Hotelomat vor der Türe elektronisch einchecken. Dazu würde sie mir jetzt ein Passwort vergeben und mir nennen, das müsste ich dann am Touchscreen einfach eingeben und schon würde da eine Magnetkarte herausspringen, mit der ich in mein Zimmer kann. Toll, dachte ich, das ist ja mal richtig modern, wenn man schon keine durchgängig besetzte Rezeption hat.

Nun, Theorie ist eine Sache, Praxis wieder eine andere. Ich stand um genau 2 Uhr morgens (also wirklich ein sehr spätes Spät-Checkin) vor dem Hotel und auch vor dem Hotelomat, dessen Bildschirm jedoch dunkel war. Und auch dunkel blieb, wenn ich darauf herumtippte. Darauf einschlug. Sogar in blinder Verzweiflung mit meiner Amex am Karteneinzug herumhampelte und dem Automaten meine Ankunft schmackhaft machen wollte. Nichts.

Meine mitgereisten Kollegen kicherten sich einen ab, weil sie ja einen Zimmerschlüssel hatten und ich nicht, und fanden an der Türe schließlich einen handgeschriebenen Zettel, auf dem ein „Herr Karanowsky“ gebeten wurde, eine Telefonnummer anzurufen. Und zwar die Telefonnummer der Dame, die vor vier Stunden ihren Dienst an der Rezeption beendet hatte und selig aus dem Schlaf geweckt wurde, als ich anrief.

Sie entschuldigte sich (was ich schon mal sehr angenehm empfand, damit ich mich nicht entschuldigen musste) und erklärte mir, dass der Automat just heute ausgefallen wäre. Aber sie hätte mitgedacht. Ich solle bitte beim Automaten links unten an den Boden fassen, dort wäre eine Erhebung. Ja, da war eine Erhebung und darunter befand sich der festgeklebte Zimmerschlüssel.

Ein Gedanke zu „Social Engineering im/am Hotel.

  1. Immerhin hat sie nicht ‚Kara Ben Nemsi‘ geschrieben. (Nur weil ich heute wieder den ersten Satz bzw den allerersten Satz von winnetou I gelesen hatte. Der erste normale Satz ist dei Gare nachd em Greenhorn, der erste Satz des vorwortes… ach ich schwatze, das erzähl ich dir wenn wir uns mal wieder treffen 😉

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