SEO-Proleterei.

Ich mache mir bei allzu auffälligem Kommentar-Spam das Vergnügen, das Ding wieder an den Absender zurückzuschicken, mit dem Hinweis, dass ich den Spam a) nicht veröffentliche und b) bei Akismet eingeworfen habe.

Das löst unterschiedliche Reaktionen aus. Kleine Kinder, 18 Jahre, Jungunternehmer:

„Du hast ja keine Ahnung, du Pisser. Vielleicht solltest du dich mal Kundig machen, wie das Mit dem Internet funktioniert. Steck dir dein Blog in den Popo.“

Muahaha.. AOL-Absender. Profil bei XING hinterlegt. Seit sechs Monaten SEO. Vorher Schlosser. Ob er schon jemanden kannte, der einen Computer hatte, als ich meine erste E-Mail im Internet verschickt habe?

Der Klassiker ist, mich als Troll und Besserwisser abzustempeln. Diesen Part übernehme ich in dieser Beschwerdekategorie gern und bediene das Klischee auch gleich, denn Links in WordPress-Kommentaren sind standardmäßig auf Nofollow, das heißt, Suchmaschinen sind angewiesen, diesen Links nicht zu folgen bzw. keine entsprechenden Bezüge abzubilden. Und das machen sie auch für gewöhnlich nicht, obwohl auf diesen Hinweis dann die nächste Gruppe der Reaktionen erfolgt, nämlich die der Intelligenzbestien.

Die dann so Sachen erfinden wie, dass nur Google Nofollow-Links nicht beachten würde, andere sehr wohl.

Gestatten, das ist technischer Unfug und außerdem irrelevant. Schon allein aus rechtlichen Gründen sind alle Suchmaschinenbetreiber durchaus daran interessiert Nofollow-Bezüge zu berücksichtigen, um nicht Realitäten zu schaffen, die nicht existieren. Als Notlüge dann zu blubbern, dass würde ja nichts über das Ranking aussagen, ist Käse, denn warum sollte eine Suchmaschine einen Nofollow-Link in Blogs für das Ranking einbeziehen? Oder warum soll es für ein Blog besonders toll sein, wenn besonders viele Kommentatoren in Kommentaren auf fremden Blogs dieses propagierte Blog als Homepage angeben?

Sprich: Bei SEO bzw. beim SEO-Herumproleten sollte man für einen kurzen Moment seinen Verstand einschalten. Dann klappt es eventuell auch mit dem grundsätzlichen Verständnis, dass eine Suchmaschine das findet, was sie sucht und nicht umgekehrt.

2 Gedanken zu „SEO-Proleterei.

  1. Ein SEO-Mann wollte mal meine Kollegen und mich wegen Geschäftsschädigung seiner Auftraggeber verklagen. Weil eine von uns betreute Seite in Google zu einem bestimmten Suchwort vor der seines Kunden erschien. Er war auf Platz 4, wir auf 3 oder so.

    Keine Ahnung, was er mit den anderen beiden vor uns machen wollte (auf seiner Homepage hatte er ein Foto, auf dem er Sonnenbrille trägt und mit einer Pistole in Richtung Kamera zeigt).

    SEO durch Klageandrohung fand ich eine charmante Idee.

  2. Einer wollte mich mal überreden, dass ich in netplanet eine neue Rubrik für Versicherungen einbauen mag, er würde dann Texte und Links liefern. Mit 500 Euro im Monat, so schrieb ich ihm dann, wäre er dabei gewesen, das fand er aber zu teuer und wollte lieber mit Linktausch bezahlen. Was brauche ich bezahlte Links? 🙂

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