Leichter Abgesang auf Google AdSense.

Nach fast vier Jahren Google AdSense auf netplanet wird es mal Zeit, etwas Resümee zu führen.

Eigentlich eine blöde Einleitung in den Artikel, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich heute meine Jahreszahlen zwecks netplanet-Einnahmen angeschaut und mir mal die Effizienz der Einnahmeschienen angeschaut. Und ich muss sagen, Google AdSense ist da quasi abgeschmiert in den letzten Monaten. Aber gehen wir das mal faktenweise durch:

Bei AdSense rollt der Zaster ja erst, wenn jemand auf eine Werbeanzeige klickt. Demnach ist die Click-Through-Rate interessant, also das Verhältnis zwischen den gesamten, angezeigten Bannern und den Klickzahlen. Ich gebe zu, an dieser Zahl habe ich mich lange Zeit schlicht kratzen können, weil sie so gut war. Dieses Jahr ist sie etwa 20 % höher, als letztes Jahr, also eigentlich gut. Eigentlich. Denn wirklich gut ist eine höhere Click-Through-Rate, wenn die Gesamtzahl der Werbeanzeigen gleich bleiben würde. Das tut sie aber vermutlich eher nicht. Also herrscht Gedrängel an der Front der Werbeanzeigen und damit überhaupt eine Werbeanzeige nach oben kommt, muss der Werbetreibende den Preis für einen Klick nach oben schrauben. Selbstregulierend, könnte man meinen.

Das ganze System hat jedoch einen Kardinalfehler, denn es zählt für Werbeanzeigen nicht mehr unbedingt der Content. Wir erinnern uns, dass AdSense einmal die Revolution damit begonnen hat, dass ein Werbetreibender nicht mehr seine Zielseiten für seine Anzeigen selbst aussuchen muss, sondern Stichwörter definiert. Mit dieser Definition blendet Google dann die Anzeigen dort ein, wo die Stichwörter stimmen. Natürlich eierte so ein System auch, in dem ein Werbetreibender beispielsweise „netplanet“ als Stichwort verwenden konnte, der Markt konnte aber weitgehend fließen.

Seit einigen Jahren können Werbetreibende jedoch ihre AdWords-Anzeigen fix an Website-Adressen heften. Und damit beginnt das Elend, denn dadurch, dass ich in netplanet ausschließlich statische Seiten habe, hängen immer mehr Jungs und Mädels, die der Subwelt des „Multi-Level-Marketings“ verfallen sind (also Werbeanzeigen a la „Verdiene 100 Milliarden Euro im Monat mit nur 5 Minuten Arbeit pro Tag!!!!“), ihre Werbeanzeigen in netplanet ein. Und auch wenn diese Werbeanzeigen vermutlich gute Klick-Quoten haben, also tatsächlich Geld einbringen würden, wenn jemand darauf klickt, bleibt das Problem, dass verhältnismäßig wenig Leute darauf klicken, weil die Masche dieser MLM-Industrie zu sehr mit dem Begriff „Verarschung“ behaftet ist. Ganz zu schweigen von der Plage der Websites, deren einziger Zweck es ist, dass sich ahnungslose Leute anmelden, die kleingedruckte AGB akzeptieren und Zweijahresverträge für obskure Inhalte zu überteuerten Preise abschließen. Das sind alles Werbeinhalte, mit denen ich meinen mühsam gepflegten Inhalt eigentlich nicht identifiziert sehen möchte, Zaster hin oder her.

Der Dumme: Derjenige, der die Werbeflächen für Google AdSense anbietet und sich nicht die Mühen macht, regelmäßig die Werbeanzeigen anzuschauen und die Zielseiten in den AdSense-eigenen „Filter für Konkurrenzanzeigen“ reinklopft. Das ist übrigens auch die goggle-eigene Standardempfehlung, wenn man beim Support fragt, wo eigentlich die viel gerühmte (und nie selbst beobachtete) Qualitätssicherung bei der Anzeigenkontrolle bleibt.

Das, liebe Freunde bei Google, ist etwas zu wenig. Einerseits Websites abstrafen, die Textlinks zur Einnahmensicherung verkaufen und andererseits den eigenen Werbemarkt verlottern lassen – das ist keine gute Partnerschaft auf Dauer.

2 Gedanken zu „Leichter Abgesang auf Google AdSense.

  1. Also zum Thema Qualitätssicherung bei Google kann ich aus meinen Experimenten mit Google AdWords nur berichten, dass die öfters mal eine Anzeige dekativiert haben, weil ihnen irgendwas nicht passte. Eigentlich sogar häufiger als mir lieb war und das, obwohl ich keine MLM o.ä. Geschichten beworben habe.

    Fabio

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