IDN-Test in der DNS Root-Zone.

Nun kann das DNS ja nur vereinfachtes ASCII, d.h. es gibt gar keinen Raum dafür, direkt Sonderzeichen in das DNS zu bauen. Solche Dinge wie Unicode gab es bei der Entwicklung von DNS nicht und nachträglich lässt sich das ohne eine wirklich ganz große Umstellung im Internet nicht.

Also bedient man sich einem Verfahren namens IDN. IDN ist eine einheitliche Möglichkeit, eine Domain mit Sonderzeichen in eine normale Domain mit dem vereinfachten ASCII-Zeichensatz zu übersetzen. Aus einer Domain namens grünkohländerungsvöllerei.de würde hinter den Kulissen xn--grnkohlnderungsvllerei-64b55boe.de übersetzt werden. Die Kennung „xn--“ gibt dabei an, dass es sich bei diesem Domainnamen um einen in IDN übersetzten Namen handelt. Das IDN-Verfahren funktioniert soweit recht passabel und bildet Sonderzeichen und Schriftzeichen vieler Sprachen problemlos im DNS ab. Und das eben so, dass jeder DNS-Server damit auch klar kommt.

An was man sich bisher nicht herangetraut hat, ist das IDN auch für Top-Level-Domains einzusetzen. Top-Level-Domains kennen wir nur in Klartext, aber man denkt bei der ICANN – natürlich absolut ohne monetäre Hintergedanken – daran, weitere Namensräume zu erschließen und dazu könnten eben auch Top-Level-Domains mit Sonderzeichen gehören. Beispielsweise schleppen ja schon unsere österreichischen Freunde ein Sonderzeichen in ihrem Landesnamen mit, da könnte man in einem zukünftigen Adressplan durchaus auch auf die Idee kommen, eine Top-Level-Domain namens „.österreich“ einzuführen. (Disclaimer: Ich will das persönlich NICHT und zwar NICHT deshalb, weil ich Österreicher nicht als Menschen respektiere, sondern weil ich solche DNS-Spielereien für sinnlos halte.)

Probieren geht, gerade im Internet, gern über studieren und deshalb hat sich die ICANN dazu entschieden, eine Reihe von Top-Level-Domains ab Mitte Oktober vorübergehend in die Root-Zone zu nehmen, die den Begriff „test“ in verschiedenen Sprache und Zeichensätzen enthalten. Jede dieser testweisen Top-Level-Domains enthält eine Second-Level-Domain namens „example“, mit der entsprechend getestet werden kann.

Da jetzt vermutlich die meisten das Problem haben werden, mit ihren Betriebssystemen überhaupt eines dieser Sonderzeichen zu erzeugen und einen Übersetzer dafür haben, der das übersetzt, kann jeder natürlich eben auch mit dem IDN-Code und mit dem DNS-Werkzeug nslookup entsprechende Abfragen machen. Und wenn man http://xn--e1afmkfd.xn--80akhbyknj4f/ in den Browser eingibt (oder der Einfachheit halber auf den Link klickt), funktioniert das sogar.

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