“Wie viele Spam-Filter dürfens sein, gnä’ Frau?”

Inzwischen hat es sich ja schon bis in die tiefste Provinz herumgesprochen, dass Lamentieren gegen Spam nicht hilft und ein funktionsfähiger Spam-Filter das einzige ist, was einem die Pest weitgehend vom Leibe hält. Was ich in letzter Zeit verstärkt beobachte, sind Umfelder mit gleich einer ganzen Batterie von Spam-Filtern. Jede halbwegs gute Antivirenlösung schleppt einen Spam-Filter mit sich, jedes bessere Mail-Programm auf lokaler Basis auch, genügend Mailserver haben einen Filter onboard und eine dedizierte Anti-Spam-Lösung kann man sich auch noch kaufen. Auf den ersten Blick nicht schlecht, aber schon auf dem zweiten eine unheilvolle und brisante Mischung.

Das fängt schon damit an, dass man sich die Frage stellt, ob man einen guten Spam-Filter braucht oder nicht. Wenn ja, dann stellt sich doch automatisch die Frage, wieso dann noch ein zweiter, dritter, vierter etc. dahintergeschaltet werden muss. Die Gefahr, dass ein weiterer Spam-Filter aus den E-Mails, die der erste schon gefiltert durchgelassen hat, etwas herausfiltert, mag zwar gering sein, dafür ist aber jeder weitere Filtereinsatz fast mit Sicherheit eine Niete und es erwischt eine „gute“ E-Mail.

Dazu kommt, dass eine eher lieblos zusammengeschlampte Anti-Spam-Lösung das schlechteste ist, was man haben kann. Dazu gehören leider oft die Spam-Filter, die in Antivirenlösungen daherkommen. Von einem Spam-Filter erwarte ich, dass er aus mehreren, klar definierbaren, einzeln konfigurierbaren, priorisierbaren und log-schreibenden Modulen besteht. Denn wenn etwas bei einem Anti-Spam-Filter wichtig ist, ist das Nachvollziehen von Filterungen. Es reicht in vielen Fällen nicht, einfach einen Absender aufzufordern, eine weggefilterte E-Mail nochmal zu schicken (was schon peinlich genug ist), denn wen wollen Sie informieren, wenn Sie eine E-Mail von einem bisher unbekannten Absender bekommen sollten und diese im Orkus landet?

Richtig ätzend sind Analysen, wenn tatsächlich irgendwo eine E-Mail verloren geht und man nicht weiß, welcher Spam-Filter nun der Kandidat ist. Wenn unter den Verdächtigen Spam-Filter dabei sind, die keine Logs führen, funktioniert eine Analyse nur nach dem Ausschlussverfahren. Das mag man seinem ärgsten Feind nicht antun.

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