ICANN läßt anhören.

Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis. Oder organisiere eine Anhörung. Meine Lieblings-Internet-Organisation, die ICANN, macht wieder mal so eine, ironischerweise zur dicksten Urlaubszeit. Seit letzten Freitag haben wir nun alle bis zum 30. August die Ehre, der ICANN mal so richtig unsere Meinung zur Einführung neuer Top-Level-Domains geigen zu dürfen.

Allerdings will die ICANN nicht wissen, welche Top-Level-Domains wir noch gern hätten (oder nicht), sondern die ICANN möchte gern, dass nun nicht mehr sie allein den DNS-Buhmann spielen muss und fragt deshalb die Internet-Community, welche Regeln und Prozeduren sie gern zur Prüfung von neuen Top-Level-Domains sehen würde. Und offenbar kann es der ICANN nun gerade nicht schnell genug und auffälligerweise nicht transparent und augenscheinlich unbürokratisch genug gehen, denn die Einreichungen sollen kurz nach Anhörungsende veröffentlicht werden.

Die Einreichungen prüfen und zu einer daraus entstehenden Empfehlung kommen soll die GNSO, die Generic Names Supporting Organization. Während die ICANN noch generös dazu vermeldet, dass sie sich der Empfehlung der GNSO anschließen will, zollt dazu nur der Laie Lob, denn die GNSO ist ein festes Organ der ICANN. Es darf also vermutlich ziemlich fest damit gerechnet werden, dass es zu keinen besonderen Überraschungen kommen dürfte. ICANN-Chef Paul Twomey ließ allerdings einen Satz in der Pressemeldung zum Anhörungsstart los, der aufhorchen lässt:

„When coupled with ICANN’s current work on introducing internationalized domain names, it is possible that hundreds and, eventually, more than 1,000 new TLDs could be created.“

Ganz ehrlich: Das will keiner wirklich. Und ich überlege wirklich noch, ob Twomeys Auswurf ein Angebot oder eine Drohung ist.

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