SEO-Unsinn.

Schon erstaunlich, mit was für Sprüchen so manch „SEO“ – Abkürzung für den Berufszweig der Search Engine Optimizers – im Nahkampf wirbt. Letztens ruft der Systemadministrator eines Kunden an, dessen Chef von einem „SEO“ angerufen wurde. Mit seinem nur 200 Euro pro Monat teuren Programm (das auch noch eine Vertragslaufzeit von einem Jahr hat), so der „SEO“, könne er das Unternehmen in die Lage versetzen, dass es jeden Besucher in der Form authentifizieren können, so dass sofort ein Vertriebler den Besucher anrufen und ihm ein passendes Angebot unterbreiten könne.

Der Systemadministrator hat den Sprüchen schon mal richtigerweise nicht so recht geglaubt, denn selbstverständlich ist das weitgehend Kappes. Anhand einer IP-Adresse lässt sich zwar immer feststellen, wem die IP-Adresse gehört, in vielen Fällen ist das aber ein Internet Service Provider, der diese IP-Adresse beispielsweise in einem Pool für Einwählverbindungen organisiert hat und aus dem per Zufall und zeitgebunden jeweils eine IP-Adresse für einen Zugang genutzt wird. Und ein ISP findet es unter Umständen nur bedingt witzig, wenn windige Leute anrufen und Dinge verkaufen wollen, nur weil die windigen Leute glauben, die Deutsche Telekom hätte ihre Website besucht.

Ich vermute relativ stark, dass der „SEO“ da in seinem „Instant-Paket“ vermutlich ein Tracking a la Google Analytics oder eTracker mit eingebaut hat. Sicherlich nette Sachen, allerdings eben sicherlich keine Werkzeuge, mit denen ich nun bei jedem Besucher sofort weiß, welche Schuhgröße er trägt. Viel interessanter finde ich, mit welchen lockeren Sprüchen sich so manch „SEO“ ziemlich weit aus dem Fenster des Geschwafels herauslehnt und sich möglicherweise nicht bewusst sein mag, dass er seinen Singsang vertragsrechtlich in großen Strecken auch einhalten muss.

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